HSV-Profi Bakery Jatta
HSV-Profi Bakery Jatta wird von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Foto: Christian Charisius/dpa

Falscher Name, falsches Alter: Das wirft die Staatanwaltschaft dem Hamburger Fußballspieler Bakery Jatta vor. Der 23-Jährige soll vor dem Jugendrichter des Amtsgerichts Hamburg-Altona erscheinen – nicht zum ersten Mal. 

„Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz“, so lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Fußballprofi Bakery Jatta. Dem Spieler des Hamburger Sportvereins (HSV) wird vorgeworfen, nach seiner Flucht aus Gambia falsche Angaben bei den deutschen Behörden gemacht zu haben. Laut Staatsanwaltschaft soll Jatta eigentlich Bakary Daffeh heißen und zweieinhalb Jahre älter sein.

Es geht in die Verlängerung

Jatta floh 2015 mit 17 Jahren aus seinem Heimatland Gambia über Italien nach Deutschland – ohne Papiere. Als Minderjähriger galten für Jatta andere Kriterien für eine Bleibeberechtigung in der Bundesrepublik als für Erwachsene. 2019 leiteten die Behörden Ermittlungen gegen Jatta ein, da es Hinweise gab, es könnte sich bei Jatta um den älteren Bakary Daffeh handeln. Nach monatelanger intensiver Prüfung wurden die Ermittlungen eingestellt. Außerdem bestätigten die gambische Behörden die Echtheit der Jatta-Papiere.

„Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie man auf Basis der Ermittlungen Anklage erheben kann“, sagt Jattas Anwalt Thomas Bliwier. Seiner Auffassung nach habe Jatta seine Identiät bereits eindeutig nachgewiesen.

Bakery Jatta: Warum eine erneute Anklage?

Die Staatsanwaltschaft hatte im Sommer 2020 die Kontobewegungen des HSV-Profis überprüft und sei auf verdächtige Kontakte gestoßen. Nach einem Gutachten sei man zum Ergebnis gekommen, Bakery Jatta und Bakary Daffeh seien mit hoher Wahrscheinlichkeit die selbe Person.

„Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz in vier Fällen sowie in einem weiteren Fall mittelbare Falschbeurkundung“, lautet die vollständige Anklage. Sollte das Gericht diese zulassen und Bakery Jatta tatsächlich verurteilt werden, drohen ihm nach Berichten des „Hamburger Abendblatt“ eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft.

Keine Konsequenzen aus der Fußballwelt

Der HSV stellte sich wie bereits im ersten Verfahren hinter seinen Profispieler. Zu einem Bild von Jatta im Kreis seiner jubelnden Teamkollegen twitterte der Club am Montag: „Statement genug“. HSV-Fans stellten die Frage: Wem würde er eigentlich schaden, selbst wenn er falsche Angaben gemacht hat? Schließlich zahle er jetzt reichlich Steuern an den deutschen Staat und sei ein Beispiel für gelungene Integration.

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wartet man das staatliche Verfahren ab, sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses am Montag. „Der Kontrollausschuss des DFB führt das Ermittlungsverfahren in Sachen Bakery Jatta fort“, so Nachreiner. Der Kontrollausschuss des DFB hatte bereits 2019 die Causa Jatta geprüft.

api/dpa

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