Nach Gespräch mit Senat: Doch keine „Geisterspiele“ im Profisport

Corona-Wirrwarr

Neue Corona-Regeln für Hamburg: Bild vom leeren Millerntor-Stadion. Foto: Moritz Kindler/Unsplash
Wende nach Kritik an den neuen Corona-Regeln für Hamburg: Nun doch Fans beim Profisport zugelassen. Foto: Moritz Kindler/Unsplash

Vergangene Woche beschloss der Hamburger Senat neue Corona-Regeln, die auch den Sport betreffen: „Geisterspiele“ im Hamburger Profisport. Nach einem „klärenden Gespräch“ mit dem Senat dürfen die Spiele nun aber doch mit Zuschauenden stattfinden.

Mehrere große Hamburger Sportvereine hatten sich vergangene Woche beschwert, dass im Profisport laut den neuen Corona-Regeln keine Zuschauenden mehr erlaubt sind. Die Vereine nahmen daraufhin ein Gesprächsangebot des Senats an und einigten sich auf gelockerte Maßnahmen: So sind laut der noch am vergangenen Freitag geänderten Corona-Verordnung bei Sportveranstaltungen außerhalb von geschlossenen Räumen bis zu 1000 Zuschauende erlaubt. In Innenräumen sind maximal 200 Menschen zugelassen. Auf Antrag können die Kapazitäten auf bis zu 2000 Zuschauende erhöht werden.

Vereine wehrten sich gegen erneute „Geisterspiele“

Über den Sommer und Herbst 2021 hinweg wurden nach zahlreichen „Geisterspielen“ immer mehr Zuschauende zu Profisportveranstaltungen zugelassen. Seit Wochen liegen die Corona-Infektionszahlen jedoch auf einem Rekordniveau – und die Dunkelziffer ist laut Hamburger Sozialbehörde wahrscheinlich noch höher. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, sollten überregionale Großveranstaltungen wie Bundesliga-Spiele deshalb erneut ohne Publikum ablaufen.

Dass Kulturveranstaltungen wie Theateraufführungen – wenn auch unter verschärften Bedingungen – weiterhin vor Zuschauenden stattfinden dürfen, stieß bei den Sportvereinen auf Unverständnis: „Wir brauchen nachvollziehbare und vor allem für alle Sektoren aus den veranstaltenden Bereichen gleiche Konzepte, um die handelnden Vereine, Mitarbeiter:innen und vor allem die Bevölkerung nicht weiter zu verunsichern“, sagte Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli. „Grundsätzlich sind wir mit allen Schutzmaßnahmen einverstanden, aber wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und klare Vorgaben, die wir auch rechtzeitig kennen“, ergänzte Marc Evermann, Präsident des Handball Sport Vereins Hamburg.

HSV gegen St. Pauli vor 2000 Fans?

Nach Anpassung der Regeln hatten die Profisportvereine noch in dieser Woche eine Erhöhung der Zuschauer:innenzahlen beantragt. Gemeinsam mit der zuständigen Behörde für Inneres und Sport entschieden sie sich daraufhin für Ausnahmegenehmigungen analog zum Bereich der Kultureinrichtungen: So können im Freien, also auch in Stadien, maximal 2000 und in Hallen bis zu 1000 Zuschauer:innen möglich sein – vorausgesetzt das Hygienekonzept (u.a. 2G-Plus und Maskenpflicht) kann eingehalten werden. Allgemein gilt allerdings: Gästefans müssen vorerst zu Hause bleiben.

Ob der HSV und der FC St. Pauli ihr Derby am 21. Januar vor 2000 Fans austragen, steht laut NDR allerdings noch nicht fest. Eigentlich sind die Kartenkontingente nämlich nur für Fans aus anderen Städten gesperrt. Die Kiezkicker könnten sich zumindest für ihr Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue (15. Januar) und das DFB-Pokal-Achtelfinalspiel gegen Borussia Dortmund (18. Januar) auf Unterstützung ihrer Fans freuen. Mit dem Kartenverkauf hält sich der Verein eigenen Angaben zufolge noch zurück, bis die zulässigen Zuschauer:innenzahlen endgültig feststehen.

car

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