Sturm in Hamburg: Ein umgekippter Baum.
Das Sturmtief "Ylenia" hat in Hamburg für Chaos gesorgt. Foto: Manuel Kunst

In der Nacht zu Donnerstag hat das Sturmtief „Ylenia“ in Hamburg zahlreiche Einsätze verursacht. Polizei und Feuerwehr rückten rund 90 Mal aus. Auch in den kommenden Tagen bleibt die Wetterlage angespannt.

Das Sturmtief „Ylenia“ hat Hamburg und Schleswig-Holstein am Donnerstag erreicht. Bereits in der Nacht rückten Feuerwehr und Polizei für zahlreiche Einsätze aus. Größere Schäden gab es aber nicht, wie Feuerwehr und Polizei am Donnerstag berichten. Die Polizei in Hamburg zählte knapp 90 sturmbedingte Einsätze bis zum frühen Morgen – verhältnismäßig wenig bei einem Sturmtief für den Raum Hamburg, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Feuerwehr berichtet von rund 70 Einsätzen zwischen Mittwochabend und Donnerstag am frühen Morgen. „Umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, umkippende Gerüste, umherwehende Plakate und Planen verursachten viele Gefahrenstellen im gesamten Stadtgebiet“, teilte die Feuerwehr Hamburg mit.

Zahlreiche Züge und Fähren in der Region fielen aus, so auch einige Flüge von und nach Hamburg. Starker Wellengang auf der Elbe zerbrach am Donnerstag die Scheiben einer Hafenfähre. Laut „Hamburger Abendblatt“ ist eine Person verletzt.

Auch im Regionalverkehr kam es nach Bahnangaben zu Zugausfällen und Verspätungen. Wegen des noch andauernden Sturms ist mit weiteren Störungen zu rechnen. Der Tierpark Hagenbeck blieb am Donnerstag aus Sicherheitsgründen geschlossen, genauso wie die Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf. Diese sagten Trauerfeiern und Beisetzungen ab.

Sturm in Hamburg: Fischmarkt wieder überschwemmt

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte für das Mittags- beziehungsweise Nachmittagshochwasser am Donnerstag vor erhöhten Wasserständen. Im Hamburger Elbgebiet drohen dann wieder 1,5 bis 2 Meter über dem mittleren Hochwasser.

Schon am frühen Donnerstagmorgen war der Hamburger Fischmarkt überflutet. Der Pegel St. Pauli lag gegen 5 Uhr nach BSH-Angaben bei einem Wert von 1,98 Metern. Hamburg und der Norden haben in diesem Jahr seit dem 29. Januar bereits mehrere Sturmfluten erlebt.

Der aktuelle Sturm „Ylenia“ schwächt sich nach Erwartungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraussichtlich am späten Donnerstagnachmittag ab. Die Serie von Sturmtiefs könnte sich nach Einschätzungen des DWD aber auch kommende Woche fortsetzen. Tendenziell müsste man weiter mit einer solchen Entwicklung rechnen. Das sagte Meteorologe Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Am Freitag zieht voraussichtlich das Orkantief „Zeynep“ über Deutschland hinweg.

meh/dpa