Der Bunker auf St. Pauli wird mit fast 5000 Pflanzen eine grüne Oase in luftiger Höhe. Nächste Woche beginnt die Begrünung des Betonbaus.

Die Bepflanzung des einstigen Flakbunkers auf St. Pauli startet. Nächste Woche werden die ersten Bäume auf dem Dach des umgebauten Hochbunkers angepflanzt. Laut Bauherrn, der Erste Hanseatische Projektmanagement GmbH, beginnt die Bepflanzung am kommenden Mittwoch, den 9. November. Die neuen fünf Etagen auf dem Bunker sollen am Ende mit 5000 Pflanzen bewachsen sein. Er soll eine grüne Oase in beträchtlicher Höhe werden.

Mitten in Hamburg in 58 Metern Höhe Kaffee trinken

Um den Bunker herum führt ein Bergpfad an der Außenseite nach oben zum öffentlichen Dachgarten in 58 Metern Höhe. Der Bergpfad wird ebenfalls bepflanzt. In denm fünf Etagen hohen, neuen Aufbau des Bunkers sind ein Hotel und eine Halle für bis zu 2200 Besucher geplant. Zusätzlich werden Räume für Kunst und Kultur geschaffen. Auch eine Bar und ein Restaurant sind fest eingeplant.

Der Bunker auf St. Pauli im Wandel

Die Geschichte des Bunkers reicht zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Zwangsarbeiter*innen errichteten den Flakturm 1942. Er diente zunächst vor allem der Flugabwehr, wurde jedoch auch zu Propagandazwecken in dieser Zeit benutzt. Zeitweise fanden bis zu 25.000 Menschen im Bunker Schutz.

Im Rahmen der Entnazifizierung nach Kriegsende wollten die Alliierten viele Bunker sprengen – auch den Hamburger. Eine Sprengung des massiven Baus hätte allerdings die Bewohner*innen anliegender Wohnviertel gefährdet. Viele Hamburger*innen fanden durch die große Wohnungsnot gegen Kriegsende im Bunker eine Unterkunft. Heute wohnt niemand mehr in dem Bunker. Bekannt ist er mittlerweile als “Medienbunker” mit einem Musikladen und mehreren Diskotheken.

mag/dpa