Ein Containerschiff im Sonnenaufgang. Deutsche Reedereien sind fast voll ausgelastet.
Deutsche Reedereien sind fast voll ausgelastet. Foto: Pixabay/ Alexander Kliem

Deutsche Reedereien haben sich von der Corona-Pandemie erholt – 74 Prozent rechnen mit Wachstum. Sorge besteht allerdings vor dem Mangel an Fachkräften. 

Deutsche Reedereien sind trotz Nachwirkungen der Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg fast alle vollständig ausgelastet. Bei 93 Prozent der deutschen Hochseereedereien seien alle Schiffe ausgelastet, heißt es in der 14. Reederstudie der Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die 106 Entscheider*innen in deutschen Hochseereedereien befragt hat. Drei von vier Reeder*innen würden in den nächsten zwölf Monaten mit Wachstum rechnen. Noch vor zwei Jahren, im ersten Corona-Jahr, schauten nur rund 33 Prozent zuversichtlich in die Zukunft.

Nicht ausgelastete Containerschiffe sind selten

Die Gründe: Nachholeffekte beim pandemiebedingten Handelsstau sowie Strukturveränderungen der Branche nach der Finanzkrise 2009. „Containerschiffe ohne Beschäftigung sind zu einer absoluten Seltenheit geworden“, sagte der Leiter des Maritimen Kompetenzzentrums bei PwC Deutschland, André Wortmann.

Reedereien haben Sorge vor Personalmangel

Reedereien sind allerdings besorgt um den Fachkräftemangel. Laut der PwC-Studie sorgten sich 55 Prozent der befragten Reedereien um genügend Personal. Fast Dreiviertel aller Reeder*innen hätten im letzten Jahr neue Mitarbeiter*innen eingestellt und 69 Prozent planen, dies auch im nächsten Jahr zu tun. In vielen Reedereien habe es kaum personellen Spielraum gegeben, als „die Nachfrage nach Transportkapazitäten im vergangenen Jahr plötzlich explodierte“, so Wortmann.

14 Schiffsmechaniker-Bewerber auf 16 freie Stellen

Die Verband deutscher Reederer (VDR) erfasst sowohl den Bewerberstand als auch offene Stellen des deutschen seemännischen Arbeitsmarktes. „Es mangelt in allen relevanten Positionen an genügend Seeleuten“, so eine Sprecherin des VDR auf Nachfrage von FINK.HAMBURG. Ein Beispiel: Im September seien 14 Schiffsmechaniker-Bewerber*innen auf 16 freie Stellen gekommen.

Per Definition spricht man von Fachkräftemangel, wenn sich fünf oder weniger Arbeitskräfte auf eine freie Stelle bewerben. „Erst ab fünf aufwärts, kann man statistisch damit rechnen, dass ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen“, so die Sprecherin.

Russische und ukrainische Fachleute fehlen

Gründe für fehlende Fachkräfte sind vielfältig. Neben strukturellen demografischen Problemen spielt auch der Krieg in der Ukraine eine Rolle, denn viele Fachkräfte der Reedereien kommen sowohl aus der Ukraine als auch aus Russland, so ein Sprecher der PwC gegenüber FINK.HAMBURG. Auch die „Konsolidierung der letzten Jahre in den Belegschaften und der Diversifizierung von Geschäftsfeldern“ habe den Fachkräftemangel verstärkt.

Hamburg: der Reedereistandort Deutschlands

Hamburg ist der größte Reedereistandort Deutschlands. Rund 120 deutsche Reedereien haben hier ihren Sitz. Knapp 1.500 Schiffen und eine Kapazität von über 46 Millionen Bruttoregistertonnen werden hier bereedert – also circa die Hälfte der deutschen Handelsflotte.

lig/dpa

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Wäre sie ein Gericht, dann wäre Lina Gunstmann eine Spargelcremesuppe, sagen ihre Freunde. Das sei schließlich ein elegantes Gemüse. Solange die vegan ist, passt das für die 1997 geborene Kielerin, denn die Umwelt ist ihr wichtig – sie ist sogar Mitglied beim Nabu. Ihren Bachelor in Kommunikationswissenschaft hat Lina in Münster abgeschlossen und zu den Auswirkungen von Greenwashing auf das Image von Unternehmen geforscht. Neben dem Studium arbeitete sie als Model in Japan, China und Europa. Immer mit dabei: ein spannender Politik-Podcast, etwa zur Lage der Nation – und ihre Stricknadeln. Die Ergebnisse sind auf Instagram zu finden, wo sie den Strick-Blog „Linas Masche“ betreibt. Und nicht nur das: Für das Ballett Kiel betreute Lina zuletzt die Social-Media-Kanäle. Kürzel: lig

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