Eine Arbeitnehmerin beim Streik hält eine IG Metall-Flagge und lächelt in die Kamera. Foto: Hergen Deuter
IG Metall Streik bei Airbus in Bremen. Foto: Hergen Deuter

Die IG Metall Küste ruft am Mittwoch Zehntausende Beschäftigte in ganz Norddeutschland erneut zu einem Warnstreik auf. In Hamburg sind drei Demonstrationszüge geplant.

Am Mittwoch finden in ganz Norddeutschland Warnstreiks statt, nachdem die IG Metall Küste dazu aufrief. „Nordmetall verweigert weiter eine Einigung am Verhandlungstisch. Jetzt kriegen sie die Antwort aus den Betrieben“, so Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

In Hamburg sind drei Demonstrationszüge geplant, die zur zentralen Kundgebung auf dem Fischmarkt St. Pauli ziehen sollen. Dort wird unter anderem Bezirksleiter Friedrich sprechen. Erwartet werden mehrere Tausend Beschäftigte aus mehr als 80 Betrieben – darunter Airbus, Mercedes-Benz und Siemens.

Was fordert die IG Metall?

Die IG Metall verlangt für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. In regional geführten Verhandlungen hatten die Arbeitgeber eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten, sowie Einmalzahlungen von 3000 Euro. Notwendig sei aber eine Tabellenerhöhung ohne lange Laufzeiten, so die Gewerkschaft.

Nach einer erfolglosen vierten Tarifrunde hatten bereits am vergangenen Freitag 6300 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. Schwerpunkt war das Airbus-Werk am Standpunkt Finkenwerder mit 4000 Teilnehmenden.

Kritik von Arbeitgeberverband Nordmetall

Der Arbeitgeberverband Nordmetall kritisiert den Streik scharf. „Dass die IG Metall Küste Streiks als notwendig empfindet, wissen wir. „Aber das Ausmaß ist zu diesem Zeitpunkt unangemessen“, sagte Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele am gestrigen Dienstag. Anstatt mit dem Streik den Firmen im Norden zu schaden und Lieferbeziehungen womöglich dauerhaft zu gefährden, fordert Ströbele ein konstruktives Vorgehen. So könne man hinter den Kulissen darauf einwirken, in bundesweiten Verhandlungen für beide Seiten ein akzeptables Ergebnis zu finden.

IG Metall Küste verlangt schnelle Lösung

Die IG Metall Küste verhandelt für die 130.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Gewerkschaft plant in 13 Städten in den fünf Bundesländern Demonstrationszüge und Kundgebungen.

Noch am Montag wollte der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt zentral über das weitere Vorgehen entscheiden. Eine möglicherweise entscheidende fünfte Verhandlungsrunde ist für Donnerstag in Baden-Württemberg geplant. Die Tarifparteien wollen dort eine Einigung finden. „Bis Ende der Woche muss eine Lösung her, sonst eskaliert der Konflikt“, sagt Friedrich von IG Metall Küste.

lin/dpa

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Sarah Lindebner, 1998 in Innsbruck geboren, scheint Heimweh nicht zu kennen: Für Workaways zog es sie bereits nach England, Island, Norwegen und Portugal, für ihr Bachelorstudium in Kommunikationswissenschaft nach München. Bei einer Produktionsfirma für Werbefilme räumte sie als Praktikantin Keller aus und wirkte bei einem Kurzfilm über eine Entführung mit. Technisches Knowhow erwarb sie während eines weiteren Praktikums in einer Dokumentarfilmproduktion. Bei einem halbjährigen Videojournalismus-Stipendium nahm sie die Kamera selbst in die Hand, um Nachtschichten in Bäckereien, Hotels und Krankenhäusern zu begleiten. Jetzt verbringt sie ihre Tage in den Redaktionsräumen von FINK.HAMBURG, wo die nächsten Filmprojekte auf sie warten. Lange wird es sicher nicht dauern, bis Sarah wieder die Koffer packt. Next Stop: die Mongolei. Kürzel: lin

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