Bundesweiter Warntag: Eine Person bedient die NINA Warn-App auf einem Smartphone. Foto: Francine Sucgang
Bundesweiter Warntag: Am Donnerstag den 8. Dezember soll um 11 Uhr erstmals Cell Broadcast zur Warnung genutzt werden. Foto: Francine Sucgang

Am Donnerstag um 11 Uhr findet der bundesweite Warntag statt. Auch Hamburg schaltet die Sirenen ein. Erstmals wird in Deutschland Cell Broadcast als Warnungsmitteilung getestet. Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr.

Im Rahmen des bundesweiten Warntags löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am morgigen Donnerstag um 11 Uhr in ganz Deutschland einen Probealarm der höchsten Warnstufe 1 aus. Da es ein Test ist, besteht für die Bevölkerung keine Gefahr.

Das BBK wird die Bevölkerung auf verschiedenen Kanälen warnen: im Radio und Fernsehen, über Social Media, in Warn-Apps wie NINA, Katwarn oder BIWAPP und auf städtischen Informationstafeln. Sirenen, Lautsprecherwagen und Infosysteme der Deutschen Bahn werden ebenfalls genutzt. Zum ersten Mal testet das BBK das sogenannte Cell Broadcast. Um die Cell-Broadcast-Technologie testen zu können, hat das BBK den bundesweiten Warntag von September auf Dezember verschoben.

Wie funktioniert Cell Broadcast?

Mithilfe der Cell-Broadcast-Technologie werden am Warntag Textmitteilungen an jedes eingeschaltete Handy versendet, das Empfang hat und mit aktueller Software läuft. Das bedeutet für Apple-Geräte ab iOS 15.7.1 (ab iPhone 6S) und für Android ab Version 11. Um eine Cell-Broadcast-Mitteilung zu empfangen ist keine Anmeldung nötig, das geschieht automatisch. Die Nachricht wird maximal 500 Zeichen lang sein und nach Angaben der Hamburger Polizei auch einen lauten Ton von sich geben.

Mit dieser Form von Warnung können gleichzeitig alle Handys erreicht werden, ohne dass die warnende Behörde die Nummer oder ihre Besitzer*innen kennen muss, da sie über das Mobilfunknetz läuft. Ab Ende Februar 2023 soll Cell Broadcast als weiterer Warnkanal eingeführt werden.

Warntag: Sturmflutsirenen an der Elbe

Am Donnerstag werden auch Sturmflutsirenen an der Elbe zu hören sein. Das Sirenensignal ist ein auf- und abschwellender Heulton. Sirenen gibt es in den Bezirken Altona, Hamburg-Mitte, Bergedorf sowie Harburg. Um 11:45 Uhr signalisiert ein einminütiger Dauerton die Entwarnung. Sirenen ertönen im Ernstfall nur bei sehr hoher Gefahr und immer im Zusammenspiel mit weiteren Kanälen.

Was bedeuten die drei Warnstufen?

Bund, Länder und Kommunen, aber auch die Feuerwehr, Polizei, Hochwasserzentralen und der Deutsche Wetterdienst warnen die Bevölkerung vor verschiedenen Ereignissen: dazu gehören Naturgefahren (z.B. Erdbeben), gefährliche Wetterlagen (Sturmfluten, Hitze- oder Kältewellen), Waffengewalt und Angriffe (wozu auch Cyber-Angriffe zählen), Stromausfälle und Ausfall der Versorgung wie Trinkwasser. Aber auch vor Krankheitserregern, Radioaktivität oder Feuer warnen die Institutionen.

Um den Ernst der Lage für Menschen besser verständlich zu machen, unterscheidet das BBK zwischen drei Warnstufen: Die höchste Warnstufe 1 setzen Behörden ein, wenn sie die Bevölkerung vor einer akuten Gefahr warnen wollen. Darunter fällt beispielsweise eine Sturmflut oder ein hochgiftiges Gas. Warnstufe 2 warnt vor einer ernsten Gefahr, wie etwa einem sehr starken Sturm oder abbrechenden Ästen. Bei Warnstufe 3 beeinträchtigt ein Ereignis den normalen Tagesablauf, beispielsweise eine Glättegefahr.

Wozu ein bundesweiter Warntag?

Das BBK will mit dem bundesweiten Warntag testen, wie gut der sogenannte Warnmittelmix, der über verschiedene Kanäle möglichst alle Menschen in Deutschland erreichen soll, funktioniert. Andererseits soll sich die Bevölkerung mit dem Thema Warnung und dem Ablauf und Umgang mit Warnungen vertraut machen.

fra

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Francine Sucgang, Jahrgang 1992, hat in den USA schon einmal an einer Rollschuhdemo gegen Asian American Hate teilgenommen - mit dem Fahrrad. Heute ist sie gern selbst auf acht Rollen unterwegs. Ihr erstes Studium brach Francine ab, um auf den Philippinen nach dem Taifun Haiyan für fünf Monate Hilfe zu leisten. Unter anderem arbeitete sie mit Menschen mit Behinderung, dadurch kann sie zusätzlich zu sechs bis sieben anderen Sprachen auch ein wenig Gebärdensprache. In Augsburg studierte sie folgerichtig einen sprachwissenschaftlichen Studiengang. Dabei merkte sie, dass sie am liebsten als Journalistin arbeiten würde. Für das dortige Uniradio war sie sogar schon einmal live on air. Nach dem Bachelor zog sie aber zunächst für zwei Jahre nach Kalifornien, um Apples Siri Deutsch beizubringen. Kürzel: fra