Süleyman Taşköprü war eines der Todesopfer des NSU. Sein Neffe Okan Taşköprü spricht im Podcast über die Wunden, die der Mord in seiner Famiie hinterließ. Und über die Narben, die der Umgang der Behörden verursacht hat.
Am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Taşköprü in seinem Familienbetrieb in Hamburg-Altona erschossen. Zu diesem Zeitpunkt war sein Neffe Okan Taşköprü gerade einmal drei Monate alt. Dass die Polizei seine Familie regelmäßig befragte und dass seine Angehörigen trauerten, waren Teil seines Heranwachsens. Über Jahre hinweg beschuldigten Behörden die Familien der NSU-Opfer, selbst Täter*innen zu sein.
Erst mit der Veröffentlichung eines Bekennervideos, in dem sich die mutmaßlichen Haupttäter*innen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zu den Morden bekannten, wurde in Deutschland öffentlich: Okans Onkel war das dritte Todesopfer der größten rechtsextremen Mordserie Deutschlands. So bezeichnet das Bundesamt für Verfassungsschutz den „Nationalsozialistischen Untergrund“.
In der zweiten Folge von “Mehr als Döner” erzählt Taşköprü aus der Perspektive seiner Familie. Er schildert, wie Ermittlungsbehörden mit den Angehörigen umgegangen sind und was es bedeutet, mit diesem Schmerz zu leben. Er spricht darüber, wie die Familie das Erlebte verarbeitet und was ihr Halt gibt. Und welche Forderungen bis heute nicht erfüllt sind.
Podcast-Illustration von Nike Ingenfeld.
Musik-Intro und -Outro von Hüseyin Duman.
Mehr als Döner
Mehr als Döner erzählt unerzählte Geschichten. Die Podcastreihe beschäftigt sich mit türkischstämmigen Menschen in Hamburg, die aus rassistischen Motiven getötet wurden. Im Fokus stehen die Fehler von Behörden bei Ermittlungen, der Aufarbeitung und im Umgang mit den Hinterbliebenen.
Seray Ünsal liefert ab. Mal 200 Rosen aus dem Blumenladen ihrer Familie, vor allem aber klare Botschaften: „Ich will der Boss sein, um Frauen zum Boss zu machen.“ Mit diesem Satz hing sie bereits auf Plakaten der Körber-Stiftung in ihrer Heimatstadt Hamburg. Das Motto zieht sich weiterhin durch Serays Leben. Geboren 2002, studierte sie Politikwissenschaften und arbeitete unter anderem beim NDR im Community Management sowie bei Radio Energy. Ihr Herzensthema: Frauenrechte, insbesondere die Aufklärung über Femizide. Die Energie dafür zieht sie aus einem jährlichen Gossip-Girl-Marathon und Pfingstrosen, ihren Lieblingsblumen.
Kürzel: say







