Kampfjet-Übung: Es ist laut über Hamburg

Start- und Landungsmanöver der Luftwaffe

Zwei Tornado-Kampfflugzeuge in der Luft über den Wolken, am 31.03.2010.
Kampfjets in der Luft. Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke

Am vergangenen Montag startete eine Übung der deutschen Luftwaffe am Hamburger Flughafen. Die ganze Woche über probt sie den Ernstfall. Für Anwohner*innen wird es laut. 

Sechs Tornado-Kampfjets des Luftwaffengeschwaders Immelmann aus Jagel, Schleswig-Holstein, führen seit Montag und bis Freitag zwei Mal täglich am Hamburger Flughafen Übungen durch. Die Maßnahme der Bundeswehr trägt den Namen „Dispered Operations 2026 – Panther Shield”. Insgesamt kommen sechs Kampfjets zum Einsatz. Laut NDR sind zudem rund 100 Soldat*innen eingeplant. Die Streitkräfte sollen üben, im Ernstfall zivile Strukturen militärisch zu nutzen. Das Training findet täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr statt, schreibt der Hamburger Flughafen. 

Hohe Lärmbelastung durch Kampfjets

Reisende werden voraussichtlich nicht eingeschränkt, jedoch besteht möglicherweise eine hohe Lärmbelastung für Anwohner*innen. Die Bundeswehr hat eine Beschwerde-Hotline eingerichtet (0800 – 8620730 / FLIZ@bundeswehr.org). Der Dachverband der Fluglärmbetroffenen (BIG) ordnet die Folgen der Übung trotzdem kritisch ein: „Fluglärmschutz darf nicht dort enden, wo militärische Interessen beginnen”, so Vorsitzender Martin Mosel. Laut BIG ist der Panavia-Tornado-Kampfjet eines der lautesten deutschen Militärflugzeuge, die regelmäßig zum Einsatz kommen. Besonders laut würde es beim Starten und Aufsteigen, heißt es weiter. Das Ausmaß der Belastung durch die Übung sei nicht abzusehen. Ein Fachgremium, das sich mit dem Lärm auseinandersetzt, fehle. 

Übung für den Ernstfall

Die Übung ist Teil der Vorbereitung, Europa im Ernstfall verteidigen zu können. Zivile Ressourcen und Strukturen sollen bereitstehen, wenn militärische Flughäfen zerstört oder angegriffen werden. Zudem können Streitkräfte flexibler agieren, wenn sie in der Lage sind, auch zivile Standorte zu nutzen, schreibt der Hamburger Flughafen. Zu der Übung gehören deshalb nicht nur Start- und Landemanöver, auch proben Soldat*innen und Arbeiter*innen vor Ort zu kooperieren.

ski

Vor Jelko Wronski, Jahrgang 2001, sollte man lieber nicht zu langsam gehen. Der gebürtige Oldenburger hat neben 40 Schuh-Paaren eine ausgeprägte Antipathie – und zwar gegen alle die auf dem Gehweg schleichen. Als Autor von Gedichten und Kurzgeschichten, ob über ein Alien auf einer Hausparty oder zwei verliebte Spielzeugfiguren, steht Jelko für Spannung und Tempo. Bei “Brigitte” (Gruner + Jahr) hat er ein Praxissemester gemacht und später als Werkstudent gearbeitet. Für sein Journalistik-Studium in Hannover führte er Interviews mit einer Sekte oder ging ans eigene Limit für einen 24-Stunden-Dreh beim Technokollektiv. Auch für seine Beiträge gilt: Jelko mag keinen Stillstand.
Kürzel: ski

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