
Hamburgs bekannteste Hafenbrücke bekommt eine Nachfolgerin: Am Mittwoch wurde der Entwurf für die neue Köhlbrandbrücke vorgestellt. Die ersten Autos könnten Ende der 2030er-Jahre über den Neubau fahren.
Deutlich höher, aber ähnliches Design: Die Köhlbrandbrücke soll neu gebaut werden. Aus einem Wettbewerb mit zwei Runden geht der Siegerentwurf hervor. Im Rathaus stellten nun Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, Oberbaudirektor Franz-Josef Höing, Chef der Hamburg Port Authority (HPA) Jens Meier und Doktoringenieurin Maren Wolff den Look der neuen Köhlbrandbrücke vor.
Der Neubau ersetzt die alte und laut Stadt Hamburg marode Brücke aus den 1970er-Jahren. Die neue Brücke stellt sicher, dass größere Schiffe durch den Hamburger Hafen gelangen können. 2024 wurde entschieden, dass eine neue Köhlbrandbrücke gebaut werden soll.
Alte Brücke bleibt vorerst in Betrieb
Bis die neue Brücke betriebsbereit ist, soll die bestehende Konstruktion weiter genutzt werden. Laut HPA wird sie überwacht und instandgehalten. Die alte Brücke müsse wohl noch rund 14 Jahre halten, daneben wird die neue gebaut. Der Rückbau der alten Köhlbrandbrücke findet erst statt, wenn die neue Überqueerung fertiggestellt ist.
Für den Hafen ist sie zentral: Ein großer Teil des Güterverkehrs führt über oder durch den Bereich rund um den Köhlbrand. HPA-Chef Jens Meier sagte bei der Vorstellung im Rathaus, der Neubau sei keine Option sondern Zukunftssicherung.
Höher, länger, größer
Die neue Brücke soll deutlich höher werden als die bisherige Köhlbrandbrücke: Geplant ist eine Durchfahrtshöhe von rund 73 Metern, 20 Meter höher als zuvor. Damit sollen künftig auch größere Containerschiffe den Köhlbrand ohne Einschränkungen passieren können.
Insgesamt soll die neue Brücke knapp fünf Kilometer lang werden. Das liegt auch an den längeren Rampen, die für die größere Höhe nötig sind. Gestalterisch soll der Neubau an die alte Brücke erinnern. Maren Wolff sprach bei der Vorstellung von einer „Hommage an die alte Brücke“.
Fertigstellung Ende der 2030er-Jahre geplant
Bis die neue Köhlbrandbrücke bereit für Autos und Lkws ist, wird es noch dauern: Der offizielle Genehmigungsantrag soll nach aktuellem Stand 2030 gestellt werden. Danach könnte die neue Brücke Ende der 2030er-Jahre für den Verkehr freigegeben werden. Damit wäre sie früher fertig als angenommen: Ursprünglich war von einer Fertigstellung im Jahr 2042 die Rede.
Die beteiligten Akteur*innen gehen derzeit davon aus, dass der Neubau 5,3 Milliarden Euro kostet. Der Bund hat sich verpflichtet, die Hälfte der Nettobaukosten zu übernehmen, die Planungskosten trägt derzeit die Stadt.
Mit dem Rad über die Köhlbrandbrücke
Wer die bestehende Köhlbrandbrücke auf andere Art erleben will, bekommt am 21. Juni Gelegenheit dazu. Dann findet die Hamburger Fahrradsternfahrt statt – eine Großdemonstration für bessere Radwege in Hamburg und anderen Städten. Auf der grünen Route ist nach Angaben der Veranstalter auch wieder eine Fahrt über die Köhlbrandbrücke geplant. Im Alltag ist das Radfahren dort nicht erlaubt.
pal
Patricia Schnoor, geboren 2002 in Hamburg, war als Kind entweder beim Karate oder Reiten, liebt Horrorfilme und hat als Teenie alle Wände ihres Zimmers bemalt. Ursprünglich wollte sie Ärztin werden, doch dann kam BookTok dazwischen. Nach dem Abi begann sie dort Illustrationen und Buch-Reviews zu veröffentlichen. Keine zwei Jahre später bekam sie Illustrations-Aufträge von den Big Five der Publishing-Häuser sowie aus neun Ländern, darunter Malaysia und die USA. Parallel hat sie Medienwissenschaft mit dem Nebenfach Kommunikation und Journalistik an der Universität Hamburg studiert. In ihrer Bachelorarbeit widmete Patricia sich ihrer Leidenschaft BookTok auch wissenschaftlich. Karate macht sie heute nicht mehr, dafür haut jetzt ihre Berichterstattung um.
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