Gleichstellung: Spitze in Politik, wirtschaftlich aber mau

Vierte Erhebung in Hamburg

Ungleiche Waage. Auf der linken Seite das männliche Geschlechtsszeichen was schwerer ist als das weibliche Zeichen auf der rechten Seite.
Ungleichheit zwischen Männer und Frauen. Foto: Emely Dirks

Während immer mehr Frauen politische Spitzenämter besetzen, ist die untere Einkommensgrenze zu weiblich geprägt – das ist ein Ergebnis des Hamburger Gleichstellungsmonitors. Frauen und Männer leben unterschiedliche Realitäten.

Hamburg nimmt bei der politischen Gleichstellung eine Spitzenposition ein: Nach der Bürgerschaftswahl 2025 liegt der Frauenanteil im Landesparlament bei rund 49 Prozent und damit so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Das ist ein Ergebnis des Hamburger Gleichstellungsmonitor. Wirtschaftlich wiederum sind Frauen den Männern noch lange nicht gleichgestellt. Das betrifft vor allem das Einkommen und den Aufbau von Vermögen.

An manchen Stellen sind bereits Fortschritte gemacht worden, an anderen besteht weiterhin Ungleichheit, kommentiert die Gleichstellungssenatorin Maryam Blumental von den Grünen die Ergebnisse. Außerdem zeige die vierte Aktualisierung des Monitors, dass Diskriminierung oft nicht eine, sondern mehrere Ursachen habe.

Fortschritte in Politik und Wissenschaft

In der Hamburger Landesregierung wurde die Geschlechterparität bereits erreicht, da politische Spitzenämter gleichermaßen von Frauen und Männern besetzt werden. In der Hochschullandschaft sieht es in Sachen Gleichstellung ebenso besser aus: Frauen seien unter den Studierenden mittlerweile mit 54 Prozent in der Mehrheit. Unter den Promovierenden sei ihr Anteil konstant 49 Prozent geblieben, ebenso bei den Professuren mit 34 Prozent.

Weniger Einkommen – mehr Carearbeit

Frauen sind wirtschaftlich weiterhin schlechter gestellt als Männer. Aufgrund niedrigerer Einkommen müssten Frauen im Durchschnitt rund neun Wochen länger arbeiten, um auf das gleiche Jahreseinkommen zu kommen. Besonders groß sind die Unterschiede beim Vermögensaufbau und bei Frauen mit Migrationserfahrung – diese sind etwa doppelt so häufig im unteren Einkommensbereich vertreten und deutlich seltener in höheren Einkommensgruppen als Frauen ohne Migrationshintergrund.
Außerdem übernehmen Frauen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. In Paarhaushalten leisten sie mehr als 60 Prozent der Haus-, Betreuungs- und Pflegearbeit. Gleichzeitig sind Mütter mit kleinen Kindern im Schnitt über 20 Stunden pro Woche weniger erwerbstätig als Väter.
Das zeigt sich auch an den Fahrtwegen: Frauen legen mehr Wege zum Einkaufen und für Erledigungen zurück, während der Anteil an Berufswegen bei Männern deutlich höher ist. Zusätzlich bestehen bei der Elternzeit deutliche Unterschiede: Mütter beziehen Elterngeld durchschnittlich 13,7 Monate, Väter lediglich 4,4 Monate lang.

Verschiedene Lebensrealitäten

Auch in der Lebensrealität machen sich geschlechtsspezifische Unterschiede bemerkbar. Frauen sind häufiger von sexueller Gewalt betroffen und im Sport weiterhin unterrepräsentiert. Gleichzeitig leben sie länger und nehmen Gesundheitsangebote häufiger in Anspruch als Männer.
ems/dpa

Emely Sophie Dirks, geboren 2001 in Paderborn, aufgewachsen in Lippstadt, wollte schon als Kind ein Publikum erreichen. Auch wenn es beim Casting für Schloss Einstein nicht klappte, blieb sie ihrem Traum treu und ging, inspiriert von Carrie Bradshaw, in den Journalismus. Während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaft und Ökonomik machte sie Beiträge fürs Uniradio in Münster und sammelte Erfahrungen bei Caren Miosga und bigFM. Am liebsten würde sie irgendetwas tun, das in der Mitte zwischen diesen beiden Stationen liegt: Weder Söder und Gabriel, noch Fragen über Matratzen. Eine eigene Kolumne kann sich Emely immer noch vorstellen, vielleicht sogar über Sex in der Stadt. Nur statt mit einem Cosmopolitan lieber mit einem Espresso aus der eigenen Siebträgermaschine. Kürzel: ems

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