Die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank steht hinter einem Mikrofon und hält gestikulierend eine Rede.
Trotz negativer Zahlen bleibt die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) optimistisch. Foto: Georg Wendt/dpa

Die CO2-Emissionen in Hamburg sind 2025 laut einem Bericht der Hamburger Umweltbehörde wieder gestiegen. Der Weg zur angestrebten Klimaneutralität 2040 wird wieder länger. Sind die Ziele noch erreichbar?

Hamburg wird beim Klimaschutz zurückgeworfen: Die CO2-Emissionen in der Hansestadt sind im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Die Umweltbehörde teilte in einer Schätzbilanz mit, dass im Jahr 2025 rund 12,04 Millionen Tonnen ausgestoßen worden seien – etwa 2,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2024 lag der Wert bei etwa 11,73 Millionen Tonnen.

Kalte Winter sind Grund für hohe Werte der Emissionen

Den Angaben der Umweltbehörde zufolge sei es aufgrund der niedrigen Temperaturen im vergangenen Winter zu einem Anstieg des Energieverbrauchs bei Fernwärme und Erdgas gekommen. Dies hätte zu einem Anstieg bei den CO2-Emissionen geführt. Auch der Stromverbrauch hat sich durch die zunehmende Elektrifizierung des Straßenverkehrs sowie der leichten Erholung der Wirtschaft und dem damit verbundenen Anstieg der Produktionsleistung erhöht. 

Umweltsenatorin und Zweite Bürgermeisterin Hamburgs Katharina Fegebank (Grüne) sagte: „Dass die Emissionen wieder steigen, ist ein Warnsignal – aber für uns kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“ Eine große Wende im Hamburger Klimaschutz liegt mit dem Ausstieg aus der Kohle bis 2030 und der Dekarbonisierung der Energieversorgung sowieso noch in der Zukunft.

Zukunftsentscheid nicht zukunftsträchtig?

Hintergrund der nun viel diskutierten Klimaneutralität Hamburgs ist ein Zukunftsentscheid aus dem vergangenen Oktober. Über 53,2 Prozent der Hamburger*innen stimmten damals dafür, dass die Stadt schon bis 2040 klimaneutral sein muss. Fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Damit entschied man sich den CO2-Ausstoß bis 2040 um 98 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 zu senken. 

Seit 1990 sanken die CO2-Emissionen, die in Privathaushalten, im Gewerbe und Handel, in der Industrie sowie im Verkehr erzeugt wurden, stetig. Den bisher größten Rückgang gab es 2023, als die Emissionen innerhalb eines Jahres um rund zehn Prozent gesunken sind. Seither stagnieren die Werte und laut der Umweltbehörde liege der kumulierte CO2-Rückgang bei nur 41,3 Prozent.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität 2040 hat sich laut „Hamburger Abendblatt“ die Stadt das Zwischenziel gesetzt, bis 2030 eine Reduktion von 70 Prozent zu erreichen. Um das Zwischenziel zu erreichen, muss Hamburg in den kommenden dreieinhalb Jahren also weitere 27,2 Prozent des klimaschädlichen Gases einsparen.

Bei den von der Umweltbehörde veröfffenlichten CO2-Werten aus dem vergangenen Jahr handelt es sich lediglich um eine Schätzbilanz. Die offiziellen Zahlen legt das Statistikamt erst mit zwei Jahren Verzögerung vor – also Anfang 2027 für CO2-Emissionen aus dem Jahr 2025.

Grafik, die anzeigt wie viele Co2-Emissionen Hamburg von 1990 bis 2024 ausgestoßen hat.
Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

„Wir brauchen für unsere Klimaziele endlich wieder verlässlichen Rückenwind aus Berlin“, sagt Senatorin Fegebank. Dass die Bundesregierung die Menschen in zentralen Klimafragen verunsichere und mühsam Erreichtes wieder zurückdrehe, bremse alle aus. „Es braucht im Bund jetzt dringend ein Umdenken und wirksame klimapolitische Maßnahmen anstatt Blockaden für die Bundesländer.“

Klimaschützer*innen mit Maßnahmenkatalog

Dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge habe Zukunftsentscheid-Sprecherin Lou Töllner und ihre Mitstreiter*innen einen Katalog möglicher Maßnahmen erstellt, um die Klimaziele doch noch zu erreichen. Die Liste umfasst unter anderem Maßnahmen im Bereich der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz sowie der Verkehrs- und Mobilitätswende.

Hamburgs BUND-Vorsitzende Sabine Sommer betonte in Bezug auf Maßnahmen im Verkehrssektor: „Wer die Emissionen im Verkehr wirksam senken will, muss bereit sein, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.“ Der Neubau von Autobahnen wie der A26 Ost fördere dagegen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und vernichte gleichzeitig natürliche Senken in Form von Torfböden.

CDU, Linke und AfD reihen sich in Kritik ein

Auch aus der Opposition werden kritische Stimmen laut. Sowohl CDU als auch Linke äußern sich zu den neuen Zahlen. CDU-Klimaexperte Sandro Kappe sagt, dass Hamburg einen Klimaschutz brauche, der in Einklang mit dem Bund und der EU funktioniere. Nur so könne man Wohlstand, Arbeitsplätze und sozialen Zusammenhalt fördern.

Die Linke spricht von einer klimapolitischen Bankrotterklärung des rot-grünen Senats. Ihr klimapolitischer Sprecher Stephan Jersch kritisiert die fehlenden Lösungen des Senats und fordert eine Regierung, die Klimaschutz als öffentliche Investitionsaufgabe sieht. Die AfD-Fraktion forderte eine Korrektur des verheerenden Klimaentscheids.

Klimaziele auch an anderen Stellen verfehlt

Hamburg ist bundesweit jedoch nicht die einzige Stadt, die auf dem Weg zur Klimaneutralität hinter den geplanten CO2–Einsparungen zurückbleibt. Am Bodensee möchte Konstanz bereits bis 2035 so gut wie klimaneutral werden – ein Ziel, das jetzt schon unerreichbar scheint. Im Jahr 2024 verfehlte die Stadt ihre CO2–Einsparung um rund 120.000 Tonnen. Bis zur angestrebten Klimaneutralität 2035 wird Konstanz nach einer Prognose nur 50 Prozent von den angestrebten 95 Prozent der Emissionen eingespart haben.

Auch Gesamt-Deutschland wird laut der Deutschen Umwelthilfe seine Klimaziele bis 2030 beziehungsweise 2040 deutlich verfehlen. Ein Projektionsbericht der Bundesregierung aus dem Frühjahr weist auf eine Verfehlung von 30 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030 und sogar rund 100 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2040, wenn die Bundesregierung keine zusätzlichen Maßnahmen ergreift.

Laut dem „Hamburger Abendblatt“ heißt es in dem Bericht der Umweltbehörde: „Wenn die Schätzbilanz eine Überschreitung der Jahresemissionsmenge aufweist, muss – soweit möglich – ein Sofortprogramm aufgesetzt werden.“ Wann ein solches Programm aufgesetzt wird, um CO2-Einsparungen zu erhöhen, sei noch nicht geklärt.

mim/lea/dpa

Wer Leif Erik Ahlhorn, 2001 geboren, beim Kneipenquiz gegenübersteht, sollte das Weite suchen. Der Oldenburger darf sich stolz „NDR Quizshow Sieger” nennen. Dass Enchiladas immaterielles Weltkulturerbe sind, lernte Erik bereits bei seinen Auslandssemestern in Mexiko. In Münster hat er seinen Bachelor in Deutsch-Lateinamerikanische Studien erfolgreich absolviert. Weniger aussichtsreich klingen die Chancen seines Uniliga-Fußballteams: „RSC Anders Schlecht". Gut, dass Erik ohnehin Radfahren bevorzugt. Sportjournalismus ist allerdings nichts für ihn. Lieber möchte er als Auslandskorrespondent arbeiten. Letztlich gilt im Job, auf dem Rad und im Quiz: Erik verfolgt große Ziele.
Kürzel: lea

Wer wissen will, wo es den besten Kuchen Hamburgs gibt, fragt am besten Mara Mennekes, geboren 2001 in Moers: Ein Jahr lang war sie als Social-Media-Redakteurin für das Stadtmagazin „Mit Vergnügen“ in der Gastroszene unterwegs. Ihren Bachelor in Modejournalismus machte sie in Düsseldorf, parallel gab sie geflüchteten Kindern Deutschunterricht. Mara fotografiert professionell, derzeit vor allem die „Rabauken“ vom Kids Club des FC St. Pauli, wo sie zuvor ein Social-Media-Praktikum gemacht hat. Mit den „Rabauken“ verbindet sie noch etwas anderes: Mara ist schon seit ihrer Kindheit St.-Pauli-Fan. Jetzt ist sie mit ihrer Kamera bei jedem Heimspiel dabei. Kürzel: mim

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