Wer in den vergangenen Wochen in den Öffis unterwegs war, ist dort auf viele Gruppen von Schulkindern getroffen. Was machen die da so kurz vor den Ferien? Und müssten sie nicht in der Schule sein?
Wer morgens in Hamburg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, sieht die unterschiedlichsten Menschen: Leute, die zur Arbeit fahren, Studierende auf dem Weg zur Uni, Kinder, die zur Schule müssen. Was auffällt: Letztere sind besonders in den vergangenen Wochen häufig auch dann in der U-Bahn, wenn eigentlich schon Unterrichtszeit sein sollte. Was ist da los? Woher kommen die Schüler*innen-Gruppen, die mit Fahrplan, Klemmbrett und Laufzettel aufgeregt am Bahnsteig stehen?
How to Öffi
Ortskundige Hamburger*innen wissen: Die Racker machen die HVV-Rallye. Die gibt es schon seit den 90er-Jahren. Je nach Klassenstufe können die Teilnehmenden auf vier unterschiedlichen Touren Hamburg per U-, S-Bahn und Bus erkunden. Ziel der Rallye sei es, „Kindern und Schüler*innen zu befähigen, eigenständig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und sich im Hamburger Verkehrsverbund zurechtzufinden“, schreibt Florian Kapel, Bildungsreferent des HVV auf die Anfrage von FINK.HAMBURG.

Manche kommen von der Route ab
Der Hamburger Verkehrsverbund, kurz HVV, stellt den Schulen dafür begleitendes Unterrichtsmaterial sowie gratis Fahrkarten zur Verfügung. In drei bis vier Stunden düsen die Kinder und Schüler*innen dann in Gruppen quer durch Hamburg. Einige stellen sogar Vlogs von ihren Abenteuern bei der Rallye ins Netz. So zeigt beispielsweise ein Video aus 2025 auf YouTube, dass sich nicht immer ganz an die Route gehalten wird. Ein Abstecher bei McDonalds muss drin sein, wenn man schon mal ohne Lehrkraft unterwegs ist.
Die HVV-Rallye kann zwar das ganze Jahr über gemacht werden, aber zum Ende des Schuljahres gibt es einen Höchststand in den Teilnahmen. In diesem Jahr haben schon fast 29.000 Kinder und Schüler*innen an einer der vier HVV-Rallye-Touren teilgenommen. Vergangenes Jahr waren es insgesamt rund 38.700.
Kurz vor den Sommerferien
Ab Donnerstag geht es für Hamburgs Schüler*innen dann in die Ferien. Die meisten werden sie vermutlich kaum erwarten können. Auch in Berlin und Brandenburg gehen die Sommerferien los. Hier ein Überblick, wann die Sommerferien in welchem Bundesland starten.
Auf dem Trittbrett eines Müllwagens zu stehen: Das ist ein Traum von Moritz Kracht, Jahrgang 2002. Aufgewachsen ist er zwischen Hannover und Braunschweig, für sein Journalismusstudium zog er nach Magdeburg. Dort arbeitete Moritz beim MDR und nahm Anrufe für „Flirteinander“ entgegen – wie viele Ehen er gestiftet hat, weiß er aber nicht. Irgendwann hatte er keine Lust mehr, in den frühen Morgenstunden Anrufe entgegenzunehmen und wechselte ins TV-Sportressort. Er berichtete unter anderem über Tischfußball, später bei Hitradio Namibia dann übers Surfen (ohne Segel). In Hamburg fährt er jetzt gelegentlich über die Alster (mit Segel). Trittbrettfahrer? Höchstens bei der Müllabfuhr.
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