HSV Dauerkarten-Probleme Volksparkstadion
Einlauf der HSV-Spieler im Volksparkstadion. Foto: Christian Charisius/dpa

Miese Stimmung beim HSV. Sportlich gelang dem Bundesliga-Dino zwar die Rettung, im Hintergrund knirscht es jedoch gewaltig. Neben Verbindlichkeiten in Millionenhöhe hat der Klub auch ein Problem mit seinen Dauerkarten.

Den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV sollen nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ im Geschäftsjahr 2016 Verbindlichkeiten in Höhe von 115 Millionen Euro belastet haben. Genaue Zahlen will der Sportverein nicht kommentieren. Die Lizenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die nächste Saison hat der HSV zwar erhalten – muss aber weitere finanzielle Sicherheiten nachweisen.

Dementsprechend hofft man wohl einmal mehr auf die Hilfe von Klaus-Michael Kühne. Der Milliardär investierte bereits in der vergangenen Spielzeit rund 40 Mio. Euro in den aktuellen Kader und hält inzwischen 17 Prozent der Anteile der HSV AG. Sportdirektor Jens Todt wird bald mit dem Mäzen sprechen. Ohne das Geld von Kühne könnte der HSV in der nächsten Transferperiode nur drei Millionen Euro für neue Spieler ausgeben – eventuelle Abgänge noch nicht berücksichtigt.

Verein bestraft 600 Dauerkarten-Inhaber

Doch auch an anderer Stelle kämpft der Hamburger Sportverein mit Problemen. Im letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (2:1) blieben rund 950 Dauerkarteninhaber dem Spiel fern. Nicht zum ersten Mal war das Volksparkstadion in dieser Saison deshalb nicht voll ausgelastet. Jetzt zieht der Klub die Konsequenzen und entzieht 600 Inhabern ihre Dauerkarte aufgrund der nicht eingehaltenen Mindestnutzung.

Bereits vor der Saison einigte sich der HSV mit dem Ständigen Arbeitskreis Fandialog (SAF) über eine Besuchspflicht von zwölf der 17 Heimspiele. Wer sich nicht daran hält, verliert seinen Anspruch für die Folgesaison. Es gibt jedoch eine Ausnahmeregelung. Bei Härtefällen werde eine genaue Einzelfallprüfung vorgenommen. „Wir sind das Thema sehr kulant angegangen“, betont Kai Voerste, der Leiter des HSV-Ticketings gegenüber dem Hamburger Abendblatt. So habe der Verein nicht automatisch jedem, der weniger als zwölf Spiele der Rautenträger besucht habe, sein Vorverkaufsrecht entzogen.

Mit der eingeführten Mindestnutzung für Dauerkarten steht der Hamburger Sportverein übrigens keineswegs alleine da. Auch beim FC Bayern München und beim VfL Wolfsburg droht bei Nichtbesuch der Heimspiele ein Verlust der Saisonkarte. Beim Rekordmeister, der eine Mindestnutzung von zehn der 17 Heimspiele vorschreibt, wurden deshalb vor der Saison 20 Dauerkarten neu vergeben.

rob/dpa