Teilnehmer einer Kundgebung von Verdi am 03.04.2017 auf dem Rathausmarkt in Hamburg. Bild: dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte im Hamburger Groß- und Außenhandel zu Warnstreiks aufgerufen. Verdi will mehr Geld für die Beschäftigten, befürchtet aktuell aber eher Einbußen.

Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einer Warnstreikwelle im Hamburger Groß- und Außenhandel auf. Der ersten Arbeitsniederlegung sollen sich am Dienstag Kraftfahrer des Lebensmittel-Großhändlers Chefs Culinar anschließen. In den nächsten Tagen wollen die Arbeitnehmervertreter zu weiteren Aktionen aufrufen.

Verhandlungen verschärfen sich

Der Gewerkschaft zufolge sollen sich die Verhandlungen in der zweiten Runde zugespitzt haben, weil es nicht mehr nur um mehr Gehalt gehen soll. „Gleichzeitig sollen auf Wunsch der Arbeitgeber auch die Eingruppierungen im Tarifvertrag überarbeitet werden“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. Sie befürchtet Einkommenseinbußen für die Beschäftigten.

Auch über eine Reform des Flächentarifvertrags sei seit Jahren verhandelt worden. Es gebe aber nach wie vor inhaltliche Differenzen: „Es ist zu befürchten, dass Tätigkeiten aufgesplittet werden und Abgruppierungen erfolgen. Das machen wir nicht mit“, so Lattekamp. Der Entwurf der Arbeitgeber ziele auf Einsparungen von Personalkosten ab.

„Wir alle spüren täglich, dass die Kosten steigen“

Die Arbeitgeber bieten Gehaltssteigerungen von 1,2 Prozent im ersten und 1,4 Prozent im zweiten Jahr – bei einer Laufzeit des neuen Tarifvertrags von 24 Monaten. „Damit haben wir ein substanzielles Angebot vorgelegt, das den anspruchsvollen wirtschaftlichen Bedingungen im Groß- und Außenhandel Rechnung trägt“, teilte Wolfram Konertz mit, der Leiter der Tarifkommission des Arbeitgeberverbandes des Groß- und Außenhandels (AGA).

Die Arbeitnehmervertreter fordern 5,9 Prozent mehr Gehalt. „Wir alle spüren täglich, dass die Lebenshaltungskosten steigen, angefangen bei den Mieten über die HVV-Karten bis hin zu den Energie- und Lebensmittelkosten“, heißt es von Verdi.

Nach Angaben des AGA sind im Hamburger Groß- und Außenhandel rund 52.000 Menschen tätig. Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 13. Juni anberaumt.

joh/dpa

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Johanna Röhr, Jahrgang 1991, sagt gerne etwas, kann aber auch zuhören - am liebsten wenn's um Sport geht. Und das immer brandaktuell auf Twitter. Sie liebt ihre Heimat München, Nilpferdbabys und gute Satire. Noch fühlt sie sich in Hamburg wie im Ausland, aber das wird sich bestimmt noch ändern. Sie ist Social-Media-Redakteurin bei Spiegel Online und Kommunikationstrainerin, hat aber auch schon als Stadionmoderatorin der Frauenmannschaft des FC Bayern gearbeitet. Sie ist Autorin eines Münchner Stadtführers. Modetrends findet sie cool, merkt das aber immer erst, wenn sie vorbei sind.