Während des G20-Gipfels rechnet die Polizei mit rund 8.000 gewaltbereiten Demonstranten. Foto: Lukas Schepers
Während des G20-Gipfels rechnet die Polizei mit rund 8.000 gewaltbereiten Demonstranten. Foto: Lukas Schepers

Gut zwei Wochen vor dem G20-Gipfel ist die Stimmung zwischen Polizei und gewaltbereiten Linken angespannt. FINK.HAMBURG hat mit beiden Seiten gesprochen. Erstaunlich: In einem Punkt herrscht Einigkeit.

Michael* hat zum Thema Sicherheitskräfte eine sehr klare Meinung, von der er auch nicht abzubringen ist: „Viele Polizisten sind generell Arschlöcher. Sie verteidigen das Falsche und sollten lieber selber bei der Randale mitmachen.“ FINK.HAMBURG hat mit dem Mann gesprochen, der sich für G20 Gewalt vorgenommen hat – und mit einem Polizisten, der zu den Beamten gehört, die Krawallmacher beim Gipfel stoppen sollen**.

100.000 Demonstranten werden erwartet, die meisten friedfertig. Doch bei den Demonstrationen werden – nach Schätzungen der Polizei – auch bis zu 10.000 gewaltbereite Linke vermutlich etwa 15.000 Polizeibeamten gegenüberstehen.

„Ich kann es kaum erwarten, den Bullen auf die Fresse zu geben.“

Ein Polizist, der beim Gipfel im Einsatz sein wird, gibt sich im anonymen Interview gelassen: „Es ist ein Einsatz wie jeder andere auch, und den werden wir abarbeiten wie jeden anderen auch.“ Die Polizei rechnet aber fest mit einem „erhöhten Aggressionspotenzial“ bei manchen Demonstranten. Michael kann das nur bestätigen: „Ich bin Punk und werfe mit Mülltonnen. Ich kann es kaum erwarten, den Bullen auf die Fresse zu geben.“

„Den Job mal richtig ausführen können“

Der Beamte, der schon andere Großeinsätze hinter sich hat, sagt: „Angst davor haben die wenigsten.“ Solche Auseinandersetzungen gehörten eben zum Job. „Sicherlich werden einige Kollegen mit Bauchschmerzen zu dem Einsatz fahren.“  Aber die Beamten seien ja gut ausgebildet. Aus „einsatztaktischer Sicht“ gebe es durchaus Kollegen, „die gespannt darauf sind, ihren Job mal richtig ausführen zu können“.

Für Michael klingt so etwas wie eine Drohung: „Die geben damit an, dass sie Leuten auf Demos auf die Backen hauen. Das macht mich wütend.“

Während des G20-Gipfels rechnet die Polizei mit rund 8.000 gewaltbereiten Demonstranten. Foto: Pixabay
Während des G20-Gipfels rechnet die Polizei mit rund 8.000 gewaltbereiten Demonstranten. Foto: Pixabay

Die Polizei betrachtet sich als gut gerüstet. Während des Wochenendes im Juli wird ein Großteil der Bereitschaftspolizei aus allen Bundesländern abgezogen und in Hamburg eingesetzt. Schon durch die Vorbereitung auf den Gipfel haben viele Polizisten bereits jetzt über 100 Überstunden gesammelt. „Die Leute fehlen halt irgendwo“, sagt der anonyme Polizist. Das werde aber keine Probleme verursachen, der Fokus liege nun einmal auf Hamburg.

In einem Punkt sind sich beide Seiten überraschend einig: Dass der G20-Gipfel im Zentrum der Hansestadt stattfindet, halten der Polizist und der Punk gleichermaßen für unsinnig. „Es ist unnötig, den Gipfel in Hamburg zu veranstalten. Wenn man die alle auf einen Flugzeugträger packen würde, wäre die Lage entzerrter“, sagt der Beamte. Der anonyme Linksradikale sieht das genauso: „Ganz ehrlich: Lasst doch einfach die Leute in Ruhe. Die wollen das nicht. Trefft euch in Dschibuti oder sonst wo.“

*Name geändert

** Beide Gesprächspartner sind der Redaktion von FINK.HAMBURG namentlich bekannt

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Der perfekte Platz für einen Sonnenaufgang? Das ist für Sarah Kneipp, Jahrgang 1995, eine 140 Meter hohe Windkraftanlage, die sie natürlich selbst hinaufgeklettert ist. Auf Berge steigt sie aber auch gern. Außerdem könnte sie einem - als Unternehmen, aber bestimmt auch privat - selbst mitten in der Nacht ohne Probleme aus der Patsche helfen. Denn schnelle und richtige Entscheidungen treffen, das hat Sarah in der professionellen Beschäftigung mit Krisenkommunikation in den PR-Abteilungen mehrerer Unternehmen gelernt – darunter ein Hersteller von Windkraftanlagen. Wegen Benni, ihrem griechischen Straßenhund, ist sie seit einiger Zeit überdurchschnittlich viel vor der Tür und testet nebenbei das ein oder andere Sushi-Restaurant in Hamburg.