St. Pauli Millerntor
Im Freitagsspiel ist der FC Erzgebirge Aue zu Gast am Millerntor. Foto: Malte Christians/dpa

Zwei Mannschaften, eine Stadt: Während es die Kiezkicker am Freitag mit ihrem Angstgegner aus Sachsen zu tun bekommen, muss der HSV am Wochenende in der Hauptstadt ran. Ein Überblick.

FC St. Pauli:

„Wir jammern nicht, sondern spielen einfach weiter“, sagte St. Pauli-Trainer Olaf Janßen im Anschluss an das enttäuschende 1:1-Unentschieden gegen den SV Sandhausen. Grund zum Jammern hätte der Coach sicherlich gehabt. Seine ersatzgeschwächte Rumpf-Elf hatte sich erst durch einen Last-Minute Treffer von Jan-Marc Schneider den Punkt erkämpft. In einer über weite Strecken chancenarmen Partie gelang es den auswärtsstarken Kiezkickern auch nicht, ein spielerisches Übergewicht zu erreichen. Immerhin bleibt der Kontakt zur Spitzentruppe erhalten – auf den Relegationsplatz sind es weiterhin nur vier Zähler.

Der Angstgegner aus Sachsen

Bernd Nehrig steht trotz leichter Blessur im Kader. Foto: Uwe Anspach/dpa

Im Freitagsspiel gegen den FC Erzgebirge Aue (18:30 Uhr, Millerntorstadion) erwartet den FC St. Pauli nun eine ganz spezielle Aufgabe: Gegen die Sachsen warten die Kiezkicker bereits seit neun Jahren auf einen Heimsieg. Der letzte Erfolg im eigenen Stadion datiert aus der Saison 2007/08. Damals gab es ein torreiches 4:2. Insgesamt konnten die Lila Veilchen zudem drei der sechs Heimpartien für sich entscheiden. Auch in der letzten Saison ginge beide Vergleiche zugunsten der Sachsen aus. Janßen will aber dennoch nicht von einem Angstgegner sprechen: „Sie werden uns fordern, aber wir wollen dem Spiel klar unseren Stempel aufdrücken.“

Personell sind die Braun-Weißen dabei weiterhin gebeutelt. Philipp Heerwagen, Philipp Ziereis, Richard Neudecker, Cenk Sahin, Aziz Bouhaddouz, Marc Hornschuh, Yiyoung Park, Ryo Miyaichi und Maurice Litka bilden das Langzeit-Lazarett und werden definitiv ausfallen. Auch Bernd Nehrig hatte im Sandhausen-Spiel einen Schlag auf die Wade bekommen und musste nach 58 Minuten runter. Hier gab Janßen jedoch Entwarnung: Der 31-jährige Mittelfeldmann steht im Kader.

Hamburger Sportverein:

HSV-Coach Markus Gisdol kann einem fast Leid tun. Er kann die Loblieder, die er regelmäßig von den anderen Trainerkollegen erhält, nicht mehr hören. Trotz mitunter überzeugender Auftritte seiner Elf trudelt der Hamburger Sportverein langsam aber sicher der Abstiegszone entgegen. Wie ernst die Lage mittlerweile ist, macht nicht zuletzt der Blick auf die Tabelle deutlich: Platz 16, nur ein Punkt aus den letzten sieben Spielen und seit über zwei Monaten ohne Sieg.

„Da wollen wir gerne REINSTOßEN“

Am Samstag (15:30 Uhr, Berliner Olympiastadion) geht es für den Linienchef und seine Mannschaft nun in die Hauptstadt. Bei der gegnerischen Hertha kriselt es mittlerweile auch gewaltig. Dem blutleeren 1:1-Unentschieden in der Liga gegen den SC Freiburg folgte am Mittwoch das 1:3-Pokalaus gegen den 1. FC Köln. Das ist auch Gisdol nicht entgangen: „In Berlin ging es drei, vier Jahre stetig bergauf. Aktuell haben sie nicht ihre beste Phase, sie wirken etwas verunsichert und sind nicht in ihrer besten Verfassung“, sagte der HSV-Trainer in der Pressekonferenz vor dem Spiel. „Da wollen wir gerne reinstoßen und diese vermeintliche Schwächephase ausnutzen.“

St. Pauli und HSV
Fiete Arp gilt als großes Talent beim HSV. Foto: dpa

Personell kann der Klub dabei beinahe aus den Vollen schöpfen. Nur Neuzugang Bjarne Thoelke erlitt einen Teilriss des Syndesmosebandes und wird dem HSV nun voraussichtlich einige Monate fehlen. Eine Option könnte dagegen U17-Nationalspieler Jann-Fiete Arp sein. Der Youngster spielte sich mit seinen Toren bei der Junioren-WM in Indien in den Vordergrund und gilt als großes Talent. Gisdol will sich jedoch bezüglich seiner Aufstellung noch nicht in die Karten schauen lassen: „Wir müssen hier abwarten, wie gut er die Doppelbelastung wirklich schon verkraftet.“

Gute Laune gegen schlechte Er­geb­nis­se

Immerhin scheint die Stimmung in der Truppe zu stimmen. Am Mittwoch trafen sich die HSV-Profis im „Tarantella“ am Stephansplatz. Der gemeinsame Abend sollte das zuletzt stark gescholtene Selbstbewusstsein der Spieler wieder in Schwung bringen. Denn klar ist auch: Ohne drei Punk­te am Sams­tag könnte die Stimmung schnell wieder kippen.