Regisseurin Katja Benrath
Die deutsche Regisseurin Katja Benrath vor der Hamburg Media School. Foto: Christophe Gateau/dpa.

Nach dem Studenten-Oscar könnte für die Hamburger Regisseurin Katja Benrath nun der „richtige“ Academy Award folgen: Die Academy hat ihren Kurzfilm „Watu Wote – All Of Us“ auf die Liste der Kandidaten gesetzt.

Die Academy in Los Angeles gab diese Woche die Liste der zehn Oscar-Kandidaten in der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ bekannt. Auch der Kurzfilm der Hamburger Filmemacherin Katja Benrath, „Watu Wote- All Of Us“ ist unter den Anwärtern. Im September diesen Jahres wurde der Beitrag, der zugleich ihre Abschlussarbeit an der Hamburg Media School war, bereits für den Studenten-Oscar ausgezeichnet. Dieser ist der begehrteste Nachwuchspreise der US-Filmindustrie.

Benrath zeigt sich sehr erfreut: „Ich bin vollkommen platt und gerührt und begeistert und sprachlos“, so die Nachwuchsregisseurin zu ihrer Nominierung bei den Academy Awards. „Ich freue mich sooooo sehr fürs ganze Team! Es ist sehr aufregend.“

„Watu Wote- All Of Us“ beruht auf einer wahren Geschichte

Der in Kenia gedrehte, knapp halbstündige Film „Watu Wote- All Of Us“ beruht auf einer wahren Geschichte: Bei einem Angriff der radikal-islamischen Terrormiliz Al-Shabaab im Jahr 2015 auf einen Bus an der Grenze zwischen Kenia und Somalia hatten sich Muslime schützend vor Christen gestellt. Manche von ihnen riskierten dabei ihr Leben. Die Regisseurin spürte die Akteure an der kenianisch-somalischen Grenze aufgespürt. Über den Drehverlauf berichtete Benrath auf ihrem Film-Blog.

„Wir sind tatsächlich in die Region Mandera, an die somalische Grenze gereist, obwohl diese Gegend hier fast als Kriegsgebiet gilt. Ständig sind wir mit hochbewaffneten Sicherheitsleuten unterwegs“, beschreibt Benrath die Dreherfahrung. Besonder wichtig sei es ihr gewesen, bei den Dreharbeiten authentisch zu bleiben und die Geschichte nicht zu kolonialisieren. „Mein wichtigster Wunsch ist, einfach nur ein Helfer zu sein, der dieser Geschichte auf die Welt hilft – gemeinsam mit den Menschen, die sie erlebt haben“, so die Regisseurin.

Preisvergabe am 4. März 2018

Die Oscar-Academy wählte aus einem Pool von insgesamt 165 internationalen Kandidaten zehn Live-Action-Kurzfilme für die weitere Abstimmung aus. Nun wählt ein Komitee fünf Filme für die Endrunde aus. Die Auswahl wird am 23. Januar bekanntgeben. Die Preisvergabe findet schließlich am 4. März im Rahmen der 90. Academy Awards in Hollywood statt.

Auf einen Oscar darf auch der Hamburger Star-Regisseur Fatih Akin hoffen. Sein Film „Aus dem Nichts“, mit Diane Krüger in der Hauptrolle, ist ein Oscar-Kandidat für den besten fremdsprachigen Film.

ags/dpa

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Agata Strausa, Jahrgang 1989, ist gebürtige Lettin, Spitzensportlerin und denkt dreisprachig: Deutsch, Englisch und Lettisch. Täglich läuft sie im Stadtpark oder um die Alster und kommt schnell mal auf 100 Kilometer in der Woche. Sie ist über die 5000 Meter die schnellste aller Lettinnen und hat schon in diversen Disziplinen an Europameisterschaften teilgenommen. In Florida hat Agata ihren Bachelor in Kunstgeschichte und BWL gemacht. Zurück in Hamburg entdeckte sie als Social-Media-Managerin in der Sportbranche die Freude an der Kommunikation. Außerdem gefällt ihr minimalistisches Design. Visuelle Ästhetik spielt selbst dann eine große Rolle, wenn sie To-do-Listen schreibt.