dpa/Jörg Carstensen
dpa/Jörg Carstensen

Am 12. Mai findet in Lissabon zum 63. Mal der Eurovision Song Contest statt. FINK.HAMBURG-Redakteurin Nadine von Piechowski findet: Das einzig Spannende daran ist nur noch die Party auf dem Spielbudenplatz.

Am Samstag fliegt mal wieder reichlich Glitzerkonfetti beim Finale des Eurovision Song Contestes (ESC) in Lissabon. Von den 43 mehr oder weniger erfolgreichen Musikern singen, performen und tanzen jetzt die angeblich besten um den Sieg.

Mit kitschigen Balladen und überzogenen Popsongs sollen die Menschen vor dem Fernseher davon überzeugt werden, dass sie das absolut beste Lied Europas zu hören bekommen. Damit auch wirklich jeder versteht, dass die nächste Pop-Sensationen auf der Bühne stehen, werden die Musiker in knallbunte, hautenge Kostüme geschossen.

Unter all dem Zuckerguss wird standhaft ignoriert: Der ESC ist veraltet, hat keine richtige Zielgruppe und ebenso keine Relevanz für die Musikbranche.

Wieso gibt es den ESC noch?

Da fragt man sich doch: Warum gibt es den ESC überhaupt noch? Um zu hören wie sich die Musik in anderen Ländern anhört? Um in ganz Europa mit stolz geschwellter Brust sagen zu können „Aus meinem Land stammt Europas bester Musiker“? Weil die Musik, die vorgestellt wird, qualitativ hochwertig ist? Sicherlich nicht!

Money makes the world go round

Wahrscheinlicher ist doch, dass die Veranstalter damit viel Geld verdienen. Die Zuschauer, die zum Großteil so alt sind wie der ESC selbst, greifen nämlich immer noch gerne zum Telefonhörer und geben damit nicht nur ihr Voting, sondern auch ihr Geld ab. Ernsthaftes Interesse an den Platzierungen ist bei jüngeren Leuten ziemlich gering. Wenn sie tatsächlich zuhause einschalten, dann nur, weil die Show eine gute Vorlage für ein Trinkspiel abliefert: Man trinkt immer einen Schnaps, wenn „Europe“ oder „the best“ gesagt wird.

Eines muss man dem ESC – zumindest, wenn man an Hamburg denkt – lassen: Die Party auf dem Spielbudenplatz ist immer ein Highlight. Man bekommt Barbara Schöneberger zu Gesicht (die manchmal sogar witzig ist) und kann sich an den Buden den Bauch vollschlagen. Will man zur Abwechslung an diesem Abend doch gute Musik hören, kann man nach wenigen Schritten in der Bar oder der Diskothek seiner Wahl verschwinden.

Da ist auch keine Telefonabstimmung mehr nötig. Das Ergebnis lautet:  12 Points go to Spielbudenplatz!

2 KOMMENTARE

  1. Dieser Artikel ist eine Frechheit.
    1. Der ESC hat ein sehr junges Publikum. Gerade in den sozialen Medien finden sich viele, die die gesamte ESC-Saison von Januar bis Mai mit jedem noch so kleinen Detail verfolgen.
    2. Die Telefonkosten, zumindest in Deutschland, werden nur aus technischen Gründen erhoben, da die ARD meines Wissens nach als ÖR Sender diese nicht als Einnahmequelle nehmen dürfte. Verglichen mit anderen Ländern sind die Kosten mit 14 Cent pro Anruf und 20 Cent pro SMS sehr gering, in anderen Ländern kosten diese jeweils bis zu einem Euro oder sogar mehr.
    3. Die Party auf dem Spielbudenplatz mag zwar ein sehr nettes Ambiente haben, aber dort regnet es so ziemlich jedes Jahr, wenn die ESC-Party dort läuft, dieses Jahr war dort ausnahmsweise kein Regen zu sehen, außerdem ergibt es für mich keinen Sinn, sich dort die Beine in den Bauch zu stehen, wenn man es am Fernseher in der ersten Reihe verfolgen kann.
    4. Der ESC ist ein Event für die ganze Familie und der Hochpunkt der Einschaltquoten der ARD. Lügen 200 Millionen Menschen auf der ganzen Welt, wenn diese unterhalten werden wollen, stolz auf ihr Land sein dürfen und für einen Abend die politischen Konflikte in der Welt und sogar in Europa verdrängen können? Den hohen Alterschnitt durch die Platzierung in der ARD zu rechtfertigen, die ansonsten vielleicht einen höheren Altersschnitt aufweist, finde ich erbärmlich. In den letzten 20 Jahren hat sich der generelle Musikstil des ESC sehr gewandelt, ich denke kaum, dass ein Event mit überwiegend Popmusik vorrangig für ältere Menschen attraktiv wäre.

    Diesem Artikel fehlt es an Logik und er ist zudem zusammengeschustert aus falschen „Fakten“ die als Realität verkauft werden. Ihnen als Autor stehen 200 Millionen Menschen gegenüber, die es einfach besser wissen. Sie sollten sich einfach hinsetzten und ein paar Stunden auf Youtube mit den Contests der vergangenen Jahre verbringen.

    • Lieber Felix, vielen Dank für deinen Beitrag. FINK.HAMBURG besteht aus 26 Redakteurinnen und Redakteuren mit unterschiedlichen Meinungen. In der Textform eines Kommentars ist es üblich, diese individuelle Meinung frei zu äußern und mit gut recherchierten Fakten zu stützen. Das hat auch unsere Autorin gewissenhaft getan. Dass es zu einem solchen Thema unterschiedlichste Ansichten gibt, wissen wir 😊

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