Vor knapp 100 Jahren wurde der Tischfußball erfunden. Inzwischen gehört ein Kicker zur Bar wie das Bier. Wir haben elf Tische in Hamburg getestet und in verrauchten Kellern sowie perfekt ausgeleuchteten Leistungszentren Tore geschossen.

In Hamburg wird fleißig gekickert – angetrunken in Bars, zum Stressabbau in der Hochschule und mit sportlichem Anspruch in Vereinen. Vor fast 50 Jahren gründete sich der Deutsche Tischfußball Bund. In Hamburg gibt es vier verschiedene Ligen mit über 100 Mannschaften. Im vergangenen Jahr fand sogar die Kicker-Weltmeisterschaft in Hamburg statt. Ein guter Zeitpunkt also, in die Szene einzutauchen und einige Tische zu testen.

Ex-Sparr

Die Bars rund um die Reeperbahn sind ein Eldorado zum Kickern. Auf dem Hamburger Berg stehen dutzende Tische bereit. Im Ex-Sparr sind es vier, die sowohl vom Party-Publikum als auch von professionellen Liga-Spielern genutzt werden. Zwei Kicker stehen in einem separaten Raum. Die Bedingungen sind extrem gut, es ist geräumig und hell. Hier trägt unter anderem die Tischfußball-Abteilung des FC St. Pauli seine Heimspiele aus. Einer der Tische vorne an der Bar steht unter Schwarzlicht, die Spielfiguren leuchten in Neonfarben. Ein netter Party-Effekt, auf die Dauer aber anstrengend für die Augen.

Öffnungszeiten: Montag Sonntag, ab 20 Uhr
Adresse: Hamburger Berg 29, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Preis fürs Kickern: an allen vier Tischen ist das Spiel kostenlos
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,50 Euro.
Weitere Infos gibt’s auf der Website des Ex-Sparr.


Freundlich + Kompetent

Unter dem Backsteingewölbe stehen auf einer Empore zwei Tische des Herstellers Lehmacher. Ab 17 Uhr kann man zu Live-Musik oder DJ-Beschallung kickern. Das Licht ist nicht optimal und die Spielfiguren werfen lange Schatten. Wer für das nächste Bier nicht zur Bar hinabsteigen möchte, kann sich oben am Bierautomaten selbst bedienen. Je später der Abend, desto enger kann es rund um die Tische werden. Auch die Gegner werden im Laufe des Abends professioneller. Jeden letzten Montag im Monat findet ein Kickerturnier statt.

Öffnungszeiten: Montag Samstag, ab 17 Uhr
Adresse: Hamburger Straße 13, 22083 Hamburg (Barmbek-Süd)
Preis fürs Kickern: Elf Bälle kosten 0,50 Euro.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,50 Euro. Die Auswahl an Bieren aus der Flasche oder vom Fass ist groß.
Weitere Infos gibt’s auf der Website des Freundlich + Kompetent.


Grete-Margaretenkneipe

Im Keller sieht man vor Qualm die Hand vor Augen kaum, für Nichtraucher der falsche Ort. Auf alle, die sich davon nicht stören lassen, wartet ein Tornado-Kicker in charmanter und uriger Atmosphäre. Die Besonderheit bei dem Tisch, der vor allem in den USA sehr beliebt ist, sind die drei Torhüter. Bewegungsfreiheit und Lichtverhältnisse sind top, aber der Tisch ist extrem glatt. Die Bälle zu kontrollieren, fällt gerade Anfängern schwer.

Öffnungszeiten:
Montag Samstag, 16  2:30 Uhr
Sonntag, 16  22 Uhr
Adresse: Margaretenstraße 33, 20357 Hamburg (Eimsbüttel)
Preis fürs Kickern: Sechs Bälle kosten 0,10 Euro.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,40 Euro.
Weitere Infos gibt’s auf der Website der Margaretenkneipe.


Haus 73 // Galopper des Jahres

Café, Club, Kino? Dieser Ort ist so vielfältig wie Hamburg selbst. Hier ist immer was los und auch ein Leonhart-Kicker versteckt sich in dem Haus, das direkt neben der Roten Flora liegt. In einer kleinen Nische ist man von den anderen Gästen abgeschirmt und kann sich in aller Ruhe auf seine Stangenkünste konzentrieren. Spielen kann man hier vor dem Tatort oder nach dem Kneipenquiz. Der Tisch ist in gutem Zustand, die Stangen lassen sich schnell und geschmeidig bewegen.

Öffnungszeiten: Montag Sonntag, ab 17 Uhr
Adresse: Schulterblatt 73, 20357 Hamburg (Sternschanze)
Preis fürs Kickern: kostenlos
Preis für ein Bier: Ein kleines Pils kostet 3,10 Euro, ein Craft Beer bis zu 9,90 Euro.
Weitere Infos gibt’s es auf der Website des Haus 73.


Illohh Bar

Etwas versteckt zwischen Bahngleisen und Ausfahrtsstraßen, dennoch zentral nahe des Hauptbahnhofs, liegt diese Bar. Hier treffen sich Stammpublikum und Studierende auf ein Bier, genauso wie professionelle Kicker-Spieler zu Liga-Partien. Die Bedingungen sind ideal: Zwei gut beleuchtete Leonhart-Tische stehen in einem Raum, der genügend Bewegungsfreiheit bietet und in dem nicht geraucht werden darf.

Öffnungszeiten: Mittwoch Samstag, ab 18 Uhr
Adresse: Repsoldstraße 52, 20097 Hamburg (Hammerbrook)
Preis fürs Kickern: An einem Tisch ist das Spiel kostenlos, am zweiten kosten die Bälle 0,50 Euro.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2 Euro.


Kick & Company

Das Kick & Company in Altona ist Restaurant und Sportsbar in einem – im vorderen Bereich kann man Karten spielen und etwas essen. Hinten stehen und hängen Billard, Flipper und Dartscheibe bereit. Die Bar wirkt etwas in die Jahre gekommen und auch das Publikum ist etwas älter. An drei Tischen kickern typische Feierabendspieler. Die Stangen sind schwergängig, die Bewegungsfreiheit und das Licht aber optimal.

Öffnungszeiten: Montag – Sonntag von 16 – 00 Uhr.
Adresse: Klausstraße 1, 22765 Hamburg (Ottensen)
Preis fürs Kickern: Eine Partie kostet 0,50 Euro plus 10 Euro Pfand.
Preis für ein Bier: Ein Astra kostet 2,90 Euro.


Kixx

Hier trifft man auf die Hamburger Spitze des Kickersports und spielt Tisch an Tisch mit Bundesliga-Profis oder solchen, die es noch werden wollen. Auf zwei Etagen üben Vereinsmitglieder und Gäste an 16 perfekt ausgeleuchteten und gepflegten Tischen Slingshots, Jets und andere Schussvarianten. Oben kann man von einer Zuschauertribüne aus die Partien verfolgen. Die Luft erinnert an Schulsportstunden. Im Keller ist genügend Platz und Ruhe für ein ausgiebiges Schusstraining. Auf einer Leinwand an der Bar werden Partien aus dem Trainingsraum live übertragen.

Öffnungszeiten:
Montag Donnerstag, 18 – 00 Uhr
Freitag und Samstag, 18  2 Uhr
Adresse: Nobistor 38, 22767 Hamburg (Altona-Altstadt)
Preis fürs Kickern: Ein Tagespass kostet 3 Euro – eine Mitgliedschaft für endloses Kickern zwischen 15 und 22 Euro.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,20 Euro.
Weitere Infos gibt’s auf der Website des Kixx.


Kunst- und Mediencampus Finkenau

Der Kicker vor dem Café der HAW Hamburg wird rege von Studierenden genutzt. Die Bewegungsfreiheit rund um den Tisch ist perfekt, das Drumherum praktisch eingerichtet. Große Fenster sorgen für ausreichend Licht und einen guten Ausblick während der Spielpause. Gekickert wird vor dem Seminar in der Mittagspause oder am Abend. Das Bier im Café nebenan ist günstig und die große Terrasse  bei gutem Wetter ideal für einen Drink nach dem Spiel.

Öffnungszeiten: Montag – Freitag,  21 Uhr, abweichende Öffnungszeiten in den Semesterferien
Adresse: Finkenau 35, 22081 Hamburg, Neubau 1. OG vor dem Café (Uhlenhorst)
Preis fürs Kickern: kostenlos
Preis für ein Bier: Bier wird zwischen 15 und 18 Uhr verkauft. Ein Ratsherrn kostet 1,75 Euro für Studierende und 2,05 Euro für Gäste.


Pony Bar

Die bekannteste Studentenbar Hamburgs liegt direkt neben dem Uni-Campus. Mitten im Raum steht ein Leonhart-Tisch, zu späterer Stunde kann es daher mit der Bewegungsfreiheit kritisch werden. Die Lichtverhältnisse sind nicht optimal, die Qualität des Tisches jedoch für eine Runde nach der Vorlesung absolut ausreichend. Die bequemen Sofas und die großen Fenster schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Jeden Sonntag kann man hier zusammen Tatort schauen und sich wie im heimischen Wohnzimmer fühlen.

Öffnungszeiten: Montag – Freitag ab 9 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 10 Uhr.
Adresse: Allende Platz 1, 20146 Hamburg (Rotherbaum)
Preis fürs Kickern: Eine Partie kostet 0,50 Euro.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,40 Euro.
Weitere Informationen gibt’s auf der Website der Pony Bar.


Sommersalon

Gegenüber vom Ex-Sparr liegt diese Bar mit entspannter Atmosphäre und zwei Leonhart-Tischen: Einer befindet sich, leicht erhöht, im Hauptraum. Der andere ist nur an gut besuchten Abenden im Hinterzimmer zugänglich. Auch wenn hier kein Profi-Club seine Heimspiele austrägt, ist der Kicker auf Spitzenniveau und Möbelpolitur zum Schmieren der Stangen steht in Griffweite. Ein kleines Problem ist der eingeschränkte Platz: Man läuft Gefahr, vom Podest zu stolpern und wenn abends die Menschenmassen den Hamburger Berg stürmen, wird es richtig eng.

Öffnungszeiten: Dienstag Samstag, ab 21 Uhr
Adresse: Hamburger Berg 6, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Preis fürs Kickern: Für einen Ball zahlt man 5 € Pfand, das Kickern ist kostenlos.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,80 Euro. Studierende zahlen dienstags bis donnerstags nur 2 Euro für ein Bier.
Weitere Infos gibt’s auf der Website des Sommersalon.


The Pub formerly known as Froggys

Auf den ersten Blick ist es eine typisch irische Kneipe, eine Etage tiefer wartet aber ein Fußballtempel im Kleinformat. Damit ist dieser Ort – neben dem Kixx – eine Anlaufstelle für Profis. Das große Bild des Camp Nou an der Wand gibt einem das Gefühl, man würde direkt im Stadion des FC Barcelona spielen. An zwei gepflegten Leonhart-Tischen wird stilecht auf Kunstrasen-Teppich gekickert. Bereitstehende Möbelpolitur und Wasserwagen zeigen, dass hier auf hohem Niveau gespielt wird. Zuschauer können sich auf ausrangierten Kinosesseln ausruhen und an der Stereoanlage sogar eigene Musik anschließen.

Öffnungszeiten:
Montag Donnerstag, 17  2 Uhr
Freitag, 17  00 Uhr
Samstag, 15  2 Uhr
Sonntag, 13  2 Uhr
Adresse: Eimsbütteler Chaussee 29, 22769 Hamburg (Altona-Nord)
Preis fürs Kickern: Ein Ball kostet 5 Euro Pfand – das Kickern ist kostenlos.
Preis für ein Bier: Ein Astra aus der Flasche kostet 2,80 Euro.
Weitere Infos gibt’s auf der Website des Froggys.

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Lennart Albrecht, Jahrgang 1991, hat Olaf Scholz schon einmal drei Monate lang fast täglich auf Schritt und Tritt verfolgt – mit dessen Einverständnis, im Rahmen eines Praktikums beim Hamburger Senat. Auch Hamburgs Herz kennt er besser als die meisten: Im Nebenjob moderiert er Bustouren durch das Hafengelände, und sogar bei einem Praktikum in Hongkong warb er schon für die Vorzüge der Hansestadt. Bei der Reederei Hamburg Süd schrieb er für das Mitarbeitermagazin und half, Messen zu organisieren. Seinen Bachelor in Media Acting und Rhetorik machte er an der Hamburger Medienakademie. Für die Dokumentation „Die Norm“ begleitete Lennart Spitzensportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Er selbst fährt gern Rennrad – zum Mediencampus Finkenau aber kann er von zu Hause aus zu Fuß gehen. Kürzel: la
Björn Rohwer, Jahrgang 1993, liebt drei Dinge: Sport, Musik und Technik. Während er beim Sport lieber zuschaut, ist er bei der Musik mit vollem Einsatz dabei. Seit seinem sechsten Lebensjahr singt der studierte Musikwissenschaftler im Knabenchor, spielt Klavier, Saxophon und Klarinette. Zum Journalismus hat ihn seine dritte Leidenschaft gebracht: die Technik. Für verschiedene Gamingformate rezensiert er Videospiele, führt Interviews und verfasst Hintergrundberichte. In seinem 2014 erschienenen Buch „Unnützes Wissen für Gamer“ gibt er die Antwort darauf, warum Super Mario einen Schnauzbart trägt oder wieso Lara Croft eine große Oberweite hat. Das Buch hat er während eines Kreuzbandrisses geschrieben, den er sich beim Schulsport zuzog. Das Ende der Sportlerkarriere war der Anfang des Schreibens. Kürzel: bro
Tobias Zuttmann, Jahrgang 1995, ist als Kind so heftig in eine Glastür gelaufen, dass er darin steckengeblieben ist. Heute bewältigt er lieber einen Halbmarathon. Nach dem Ressortjournalismus-Studium im fränkischen Ansbach absolvierte er eine Reihe von Praktika, unter anderem beim WDR, ZDF und „Kicker“. Am längsten blieb er bei ProSiebenSat.1 in der Redaktion der Sportsendung „ran“, denn auf Sport liegt auch im Journalismus sein Fokus. Anschließend folgte die Übernahme als freier Mitarbeiter. Wenn Tobias nicht gerade auf Weltreise ist, kann man ihn während der Football-Saison im ICE auf der Strecke Hamburg-München antreffen, wenn „ran“ wieder mal nach einem kompetenten Sportbericht verlangt. Dafür zeigt er vollen Einsatz: Für acht Stunden Arbeit fährt er innerhalb eines Tages zwölf Stunden Zug. Kürzel: tz
Henrik "Harry" Bahlmann, Jahrgang 1994, ist seit zehn Jahren Praktikant im Installationsbetrieb seines Vaters. Mittlerweile kann er sogar gerade flexen. Wenn er irgendwo Fußball hört, ist er dabei. Als er aber ein halbes Jahr in Madrid studierte, schaffte er es nur zweimal ins Bernabéu-Stadion, obwohl er nur zehn Gehminuten entfernt wohnte. Für die Nordwest-Zeitung muss Henrik über Handball schreiben. Sportjournalismus hat er auch studiert, seinen Bachelor machte er an der Hochschule Macromedia in Hamburg. Möchte man ihn locken, gelingt das mit seiner liebsten Sonntagsbeschäftigung: Kaffee und Kuchen. Auch wenn er sich dabei etwas alt vorkommt. Sein größter Sieg: Einmal stand er in der Regionalliga im Tor – kassierte allerdings fünf Treffer. Kürzel: heb