Anwohner der Autobahn 7 in Hamburg-Schnelsen können sich auf mehr Ruhe freuen: Der Verkehr auf dem vielbefahrenen Streckenabschnitt verschwindet unter einem „Deckel“.

Über vier Jahrzehnte mussten die Anwohner der Autobahn 7 im Hamburger Stadtteil Schnelsen auf einen Sommer ohne Verkehrslärm warten. Nun ist endlich ein Ende in Sicht. Noch im Juni soll eine wichtige Etappe beim Ausbau der A7 erreicht werden und der 550 Meter lange westliche Abschnitt des neuen „Lärmschutzdeckels“ in Betrieb genommen werden. Auch die Lärmschutzwände am nördlichen und südlichen Ende des Tunnels sind bereits weitgehend fertiggestellt.

Inbetriebnahme schon kommendes Wochenende?

Aktuell werde noch die Tunneltechnik getestet, sagte Florian Zettel, Sprecher des Baukonsortiums „Via Solutions Nord“. Die Inbetriebnahme stehe jedoch kurz bevor. Für die Umlegung der vier in dieser Bauphase enthaltenen Fahrspuren brauchen die beteiligten Baufirmen ein ganzes Wochenende. Ob das bereits am kommenden Wochenende passieren wird, hänge noch vom Erfolg des Probebetriebs ab, so der Sprecher weiter.

Eigentlich sollte der Verkehr schon Ende letzten Jahres durch die neue Röhre fließen. Doch das Projekt verzögerte sich. Die Eröffnung des östlichen Tunnelabschnittes ist derzeit für Ende 2019 geplant. Dann werden in beide Richtungen jeweils drei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Und das über die gesamte Ausbaustrecke von Schnelsen bis zum Dreieck Bordesholm südwestlich von Kiel. Inklusive der Unterhaltungskosten für 26 Jahre schlägt der gesamte Ausbau des Autobahnabschnittes mit rund zwei Milliarden Euro zu Buche.

A7-Abschnitt: Deutschlandweit mit am stärksten belastet?

Die Autobahn 7 ist Deutschlands wichtigste überregionale Verbindung von Norden nach Süden. Sie ist mit fast 1.000 Kilometern die längste Autobahn des Landes und nimmt in der Verbindung zwischen Skandinavien und Österreich eine zentrale Rolle ein. Außerdem verbindet die A7 innerhalb der Stadtgrenzen den gesamten Hamburger Westen miteinander.

Diese Doppelfunktion für den Durchgangs- und Stadtverkehr führt dazu, dass der Streckenabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und der Anschlussstelle Hamburg-Stellingen überdurchschnittlich hoch belastet ist. Allein auf diesem Abschnitt verkehren täglich knapp 152.000 Fahrzeuge.

Damit gehört er zu den am stärksten belasteten Abschnitten des Landes. Der theoretische Grenzwert für sechsspurige Strecken wird hier um 26 Prozent überschritten. Und aktuelle Prognosen der „PTV Planung Transport Verkehr AG“, einem auf Verkehrsmodellierung spezialisierten Unternehmen, zeigen: In den nächsten sieben Jahren wird die Verkehrsauslastung noch weiter steigen – auf 165.000 Fahrzeuge pro Tag.

tob/dpa

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Für Tobias Bug, Jahrgang 1993, kann ein Fußballspiel nur dann ein Erfolg werden, wenn er den linken Schuh zuerst anzieht. Seinen eher unsportlichen Bachelorabschluss hat er an der TU München in Wirtschafsingenieurwesen gemacht. Nicht nur den ersten akademischen Erfolg verbindet er mit der bayerischen Hauptstadt: Beim Oktoberfest wurde er unschuldig für drei Stunden in Haft genommen. Journalistisch hat Tobias unter anderem bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ im Politik- und im Wirtschaftsressort gearbeitet. Beim Reisen lässt er sich gerne die Geschichten anderer Menschen erzählen, in Norwegen hat er eineinhalb Jahre gelebt. Am glücklichsten ist er, wenn er schreibt oder am DJ-Pult House auflegt. (tob)