Vom 31.10. bis zum 04.11. findet in Hamburg das neunte Kurdische Filmfestival statt. Es bietet Einblicke in die kurdisch besiedelten Gebiete in der Türkei, dem Irak, Iran und Syrien.

Zum neunten Mal kommt das kurdische Filmfest nach Hamburg. Im 3001 Kino in der Sternschanze und im Studio-Kino werden von Mittwoch bis Sonntag Filme aus den kurdisch besiedelten Gebieten gezeigt, die sich über die Türkei, Syrien, den Irak und Iran erstrecken. Ähnlich wie beim Filmfest Hamburg können Besucher einige der Regisseure und Schauspieler bei den Vorstellungen persönlich treffen oder an diversen Diskussionsrunden teilnehmen.

Starke Frauenrollen

Im Programm finden sich dieses Jahr zahlreiche Filme mit weiblicher Hauptrolle. Die Filme werden zum Großteil in kurdischer und türkischer Sprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Hauptveranstalter des Kurdischen Filmfestivals sind der Nujiyan Frauenzentrum e.V. in Hamburg, der sich insbesondere für Frauenrechte einsetzt sowie die Arbeitsgemeinschaft Interkultureller Jugendverbände Hamburg e.V.

Ein besonderer Film ist die Deutschlandpremiere „Girls of the Sun“, der zuvor auf dem 71. internationalen Filmfestival in Cannes gezeigt wurde. In diesem Film geht es um kurdische Frauen, die gegen den IS kämpfen. Inspiriert war die französische Regisseurin Eva Husson von jesidischen Frauen, die gegen Terror und Unterdrückung kämpfen. Die Hauptrolle der Widerstandskämpferin spielt die berühmte iranische Schauspielerin Golshifteh Farahani.

Eine Hommage an Mehmet Aksoy

In Hamburg finden seit 2005 die Kurdischen Filmtage statt, bei denen die kurdische Kultur in Kurz- und Dokumentarfilmen vermittelt wird. Regisseure mit kurdischen Wurzeln versuchen sich durch kulturelle Veranstaltungen, kritisch mit Themen aus der Heimat auseinanderzusetzen. Dazu gehören Vertreibung, Migration, Unterdrückung und Folter.

YPG
Die YPG Gruppe ist eine bewaffnete kurdische Miliz. Sie kontrolliert in Syrien die kurdisch besiedelten Gebiete. Die YPG kämpft zudem gegen den IS. Ihr Status ist unter Natoverbündeten umstritten.

Dieses Jahr wird das Filmfest dem kurdisch-stämmigen Filmemacher und Journalisten Mehmet Aksoy gewidmet. Der 32-jährige kam im September vergangenen Jahres in Raqqa, Syrien ums Leben. Aksoy engagierte sich für kurdische Gemeinden, gründete die englischsprachige Internetplattform Kurdish Question und war Mitglied der kurdischen YPG-Press. Die Türkei stuft die kurdische Miliz YPG als Terrororganisation ein, andere Nato-Mitglieder schließen sich dieser Einschätzung aber nicht an.

Während seiner Pressetätigkeit war Aksoy unter dem Namen Firaz Dag bekannt. Der Eröffnungsfilm des neunten Kurdischen Filmfestivals ist sein 22-minütiger Film „Panfilo“ im Studio-Kino.

Das Neunte Kurdische Filmfestival beginnt am Mittwoch, den 31.10., ab 16:00 Uhr im Studio-Kino.

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Shahrzad Rahbari, Jahrgang 1994, vermisst seit ihrem ersten Tag in Hamburg Spätzle. Sie hat Dolmetschen und Übersetzen in Germersheim studiert, in der Nähe von Karlsruhe. Shahrzad spricht sechs Sprachen fließend – neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch auch Arabisch und Farsi. Für eine Reportage reiste sie durch das Heimatland ihrer Eltern, den historischen Iran, und porträtierte Einwohner und Orte. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte Shahrzad in ihrer Zeit bei dem HipHop-Magazin Rapspot, für das sie Album-Rezensionen schrieb und Rapper wie Talib Kweli und Tua interviewte. Auch in ihrer Freizeit hört sie am liebsten Rap. Ihr Traum: mit Kendrick Lamar die Straßen von Compton, einem Vorort von L.A., unsicher zu machen. Kürzel: sha