Hambuger Hafen, CSCL Venus
Das Containerschiff CSCL Venus hat eine Kapazität von 14.000 TEU und ist voll beladen 15,5 Meter tief. Nach der Fahrrinnenanpassung soll das Schiff mit diesem Tiefgang - unter Ausnutzung der Flutwelle - in den Hamburger Hafen einlaufen können. Foto: HHM / Ingo Bölter

Im Hamburger Hafen wurden zwischen Januar und Oktober weniger Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum. Die Firmen hoffen auf eine Trendwende durch die Elbvertiefung. Gestiegen ist die Zahl der Schienentransporte.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 wurden insgesamt 100,8 Millionen Tonnen an Gütern über die Kaikanten des Hamburger Hafens geladen. Das entspricht 3,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2017. Der für den Hafen besonders wichtige Containerumschlag ging um 2,4 Prozent zurück und betrug 6,6 Millionen TEU*.

*TEU steht für Twenty-foot Equivalent Unit und ist eine Einheit, um den Umschlag von Containern oder die Kapazität von Schiffen zu messen. Ein 20-Fuß-Standardcontainer wird als ein TEU gezählt, ein 40-Fuß-Container wird dementsprechend doppelt als zwei TEU gezählt.

Der Verein Hafen Hamburg Marketing veröffentliche die Zahlen am Montagvormittag und nennt einen marktbedingten Umschlagsrückgang bestimmter Güter sowie weniger leere Container, die transportiert wurden, als Ursachen. In 2019 solle der Containerumschlag wieder steigen. „Wir erwarten im Zusammenhang mit den im nächsten Jahr nach Hamburg kommenden vier neuen Transatlantik-Liniendiensten positive Impulse für den Containerumschlag. Häfen an der US-Ostküste sowie in Mexiko sind durch diese in Hamburg neuen Liniendienste hervorragend angebunden“, sagt Vorstandsmitglied Axel Mattern.

Containertransport auf Schiene steigt

Neben dem gesunkenen Umschlag an der Kaikante vermeldet die Marketing-Gesellschaft mehr Container, die auf der Schiene transportiert werden. 1,8 Millionen TEU sollen in den ersten neun Monaten mit dem Zug zwischen dem Hamburger Hafen und den Terminals im Hinterland (plus 4,3 Prozent) gefahren worden sein. Die Bahn transportiert damit fast 45 Prozent aller Güter. Vor allem die Direktverbindung nach China boome: Inzwischen verbinden 235 Containerzugdienste pro Woche Hamburg mit 27 Orten in China.

Hoffen auf die Elbvertiefung

Die Hafenfirmen hoffen auf steigende Zahlen durch Millioneninvestionen in die Vertiefung und Verbreiterung der Elbe. „Wir glauben, dass mit der jetzt begonnenen Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe bald auch eine bessere nautische Erreichbarkeit hergestellt und mehr Ladung in Hamburg umgeschlagen werden kann“, sagt Ingo Egloff, der ebenfalls als Vorstand für Hafen Hamburg Marketing tätig ist.

Durch eine tiefere und breitere Fahrrinne sollen die größten Containerschiffe der Welt mit mehr Ladung und in einem größeren Zeitfenster in den Hamburger Hafen einlaufen können. Die Maßnahme ist umstritten.

la

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