Flughafen Hamburg, Emirates Airbus A380
Seit Ende Oktober fliegt die Gesellschaft Emirates täglich mit dem Airbus A380 zwischen Hamburg und Dubai. Die BAW Bürgerinitative für Fluglärmschutz spricht dadurch von "einer spür- und hörbaren Belastungssteigerung". Foto: Bodo Marks/dpa

Am Hamburger Flughafen soll es weniger Flugbewegungen nach 23 Uhr geben. Dazu verkündet der Hamburg Airport mehrere Maßnahmen, um die Flugverspätungen zu reduzieren.

Im aktuellen Monatsbericht verkündet der Flughafen mehrere Maßnahmen, um die Verspätungen und damit die Lärmbelastung nach 23 Uhr zur reduzieren. Dafür hat der Hamburg Airport mehr als 50 Gespräche mit Fluggesellschaften geführt, um verspätungsanfällige Verbindungen vorzuverlegen und Zeitpuffer einzuplanen. So startet zum Beispiel eine täglicher Flug nach Stuttgart nun bereits um 21:30 Uhr. Der bisherige Start um 22:15 Uhr hatte sich häufig auf nach 23 Uhr verschoben.

Außerdem hat der Flughafen die Task-Force Verspätungen mit drei Vollzeitstellen geschaffen, um die Gründe für die Verspätungen genauer zu analysieren. Flüge, die im Laufe des Tages verspätet ankommen, sollen künftig bevorzugt abgefertigt werden, damit sich im Laufe des Tages nicht weitere Verspätungen ansammeln.

Initiative fordert Sanktionen

Die BAW Bürgerinitiative für Fluglärmschutz hält die Maßnahmen für nicht nachhaltig genug. Sie fordert sanktionelle Maßnahmen wie Geldstrafen gegenüber den Flugbetreibern, um den Regelbruch einzudämmen. Diese müsse man vor allen Dingen auch konsequent umsetzen. Außerdem sollen Starts und Landungen ab 23 Uhr, bis auf schriftlich genehmigte Ausnahmefälle, künftig nicht mehr möglich sein. Dazu sagt Martin Mosel, Sprecher der Initiative: „Die Nachtflüge außerhalb der offiziellen Betriebszeit sind eine ernsthafte Dauerbelastung für die Bevölkerung.“

Flughafen: Mehr Verspätungen als 2017

Bislang gilt: Wenn unvermeidbare Gründe vorliegen, dürfen Linien- und Touristikflüge von einer Verspätungsregelung Gebrauch machen und auch bis Mitternacht landen. Diese Ausnahme wurde dieses Jahr, bis Ende Oktober, bereits 1.097 Mal genutzt. Ein neuer Negativwert: 2017 waren insgesamt 1.038 Flüge verspätet. Die BAW Bürgerinitiative hat im Zeitraum von Januar bis Oktober 2018 1.112 Flüge zwischen 23 und 6 Uhr gezählt.

Dazu gehören alle Starts und Landungen in diesem Zeitraum, auch von Maschinen, die offiziell von der strikten Nachtflugbeschränkung befreit sind, weil sie zum Beispiel im Hilfs- oder Rettungseinsatz eingesetzt sind.

la