Thalia Theater Jubiläum
Das Thalia Theater am Alstertor. Foto: Andreas Praefcke (CC BY-SA 3.0)

Das Thalia Theater wird 175 Jahre alt und feiert das mit einer Festwoche. Im Jubiläumsprogramm laufen vom 2. bis zum 11. November auch viele Stücke, die eigentlich gar nicht mehr zu sehen waren.

Mit einer Jubiläumsfestwoche feiert das Hamburger Thalia Theater sein 175-jähriges Bestehen. Zum Start am 02. November wird das Gegenwartsstück „Dritte Republik“ von Thomas Köck uraufgeführt. Das Jubiläum schließt mit dem „Theater als Raum der Freiheit“ am 11. November. Zudem zeigt das Thalia eine Auswahl preisgekrönter und beliebter Produktionen aus dem eigenen Repertoire, die teilweise gar nicht mehr zu sehen waren, wie „Faust I“, „Panikherz“, „Das achte Leben (Für Brilka)“ und „Don Giovanni. Letzte Party“.

„Theater darf sich nicht aus der Gegenwart stehlen“

Joachim Lux, Intendant des Thalia Theaters, sagt: „Theater muss das eigene kulturelle Erbe schützen, bewahren und aus dem Geist der eigenen Gegenwart befragen.“ Dies sei wichtig, weil der Verlust des kulturellen Gedächtnisses zur Geschichtslosigkeit führe. Gleichzeitig, so Lux, darf sich das Theater nicht aus der Gegenwart davonstehlen, sondern müsse sich zu ihr bekennen. „Beides zusammen schützt gegen den Geist politischer Einfalt, der nicht nur in Deutschland, sondern leider in der gesamten westlichen Welt in Mode ist.“

Welche Aufgabe hat dabei das Thalia Theater konkret? „Für die Zukunft muss dieses Theater deutlich mehr als bisher auch die zunehmende Internationalität unserer Stadtgesellschaften widerspiegeln“, sagt Lux. Nach innen, nach außen, auf der Bühne und im Parkett. Das sei eine Aufgabe für mehrere Generationen.

Sohn eines Schnapsbrenners gründete Thalia Theater

Als Chérie Maurice, der Sohn eines Schnapsbrenners, 1843 das Thalia Theater in Hamburg eröffnete, wurde ihm dies unter einer Bedingung erlaubt: Er durfte nur Komödien spielen. Dramatische Stücke waren dem Stadttheater an der Dammtorstraße vorbehalten, das sich neben Opern auch dem Schauspiel widmete. Deshalb benannte er sein Haus nach der griechischen Muse der komischen Dichtung: Thalia.

Seinen Ruf als Unterhaltungstheater hat das Thalia Theater lange hinter sich gelassen. Heute ist es gemeinsam mit dem Deutschen Schauspielhaus die wichtigste Sprechbühne Hamburgs.

Wegen des Erfolgs ist 1912 ein größeres Theater am Gerhart-Hauptmann-Platz gebaut worden. Zum Jubiläum wurde das Theater in der Sommerpause umfangreich saniert. Die Foyers wurden nach den Plänen des Architekten Georg Kallmorgen wiederhergestellt. Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus zerstört und erst 1960 wieder eröffnet.

pal/dpa

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Paula Loske-Burkhardt, Jahrgang 1995, dippt gerne italienische Pizza in Apfelmus. Bislang war PR ihr Spezialgebiet: Ihren Bachelor in Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation machte sie an der FH Kiel. Während des Studiums hat sie bei einer Fluggesellschaft und in der Pressestelle der Hochschule gearbeitet. Der höchste Berg, den sie je bestiegen hat, ist über 4000 Meter hoch und steht auf Borneo, jedes Jahr wandert und klettert sie in den Alpen. Sie hat ein Jahr in Brasilien gelebt und reist auch sonst gern durch Lateinamerika. Unterwegs übernachtet sie auf den Couches von Fremden. In Griechenland hat sie drei Tage bei einer 90-Jährigen und deren Sohn gewohnt, obwohl sie sich mit beiden rein gar nicht verständigen konnte. Immerhin musste sie so nicht am Strand schlafen. pal