Direktor der Kunsthalle: Christoph Martin Vogtherr verlässt die Hamburger Kunsthalle
Martin Vogtherr war seit Oktober 2016 Direktor der Kunsthalle in Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa

Zwei Jahre lang war Christoph Martin Vogtherr Direktor der Hamburger Kunsthalle. Jetzt wechselt er überraschend zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Christoph Martin Vogtherr, verlässt Hamburg für einen neuen Job. Der 53-Jährige wird Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Sein dortiger Vorgänger Hartmut Dorgerloh wurde im Sommer zum Generalintendanten des Humboldt Forums Berlin berufen. Seitdem ist das Amt offen. Vogtherr wird die Arbeit wahrscheinlich zum 1. Januar 2019 aufnehmen.

„Angesichts der Biografie von Christoph Martin Vogtherr ist das persönlich plausibel. Wir bedauern die Entscheidung, gratulieren Herrn Vogtherr aber dazu, für diese durchaus besondere Position im deutschen Kulturleben ausgewählt worden zu sein“, sagte der Sprecher der Hamburger Kulturbehörde, Enno Isermann, am Donnerstag. Gemeinsam mit dem Stiftungsrat und Vogtherr werde die Kulturbehörde nun die weiteren Schritte besprechen.

Vogtherr kehrt an frühere Wirkungsstätte zurück

Der Kunsthistoriker ist seit zwei Jahren Direktor der Hamburger Kunsthalle. Er hatte im Oktober 2016 Hubertus Gaßner abgelöst, der in den Ruhestand ging. Zuvor war Vogtherr Direktor der Wallace Collection in London. Für Vogtherr ist der neue Job quasi eine Rückkehr an die einstige Wirkungsstätte: Von 1998 bis 2007 war er bereits Gemäldekustos bei der Schlösserstiftung.

In Hamburg hatte Vogtherr angekündigt, die Sammlung der Kunsthalle stärker in den Vordergrund zu rücken. „Ich wünsche mir, dass wir die einzelnen Teile der Sammlung stärker in einen direkten Dialog versetzen“, sagte er Anfang 2017. Außerdem wollte er verstärkt neue Bevölkerungsschichten ins Museum locken. Im Mai 2017 hatte er beispielsweise für die Ausstellung „Open Access“ 15 Menschen, die ursprünglich nicht aus Hamburg stammen, eingeladen, die Sammlung zu kommentieren.

Im Frühjahr 2018 zeigte Vogtherr die erste große von ihm kuratierte Ausstellung des englischen Künstlers Thomas Gainsborough. Im ersten Jahr nach ihrer umfassenden Modernisierung 2016 hatte die Kunsthalle rund eine Million Euro Verlust gemacht. Statt der erwarteten 400.000 Besucher waren 2017 nur 340.000 Besucher gekommen. Daraufhin wurden die Eintrittspreise auf 14 Euro erhöht.

pal/dpa

Vorheriger ArtikelE-Sport: ESL One startet in Hamburg
Nächster ArtikelEin Gerichtsmediziner als Schriftsteller
Paula Loske-Burkhardt, Jahrgang 1995, dippt gerne italienische Pizza in Apfelmus. Bislang war PR ihr Spezialgebiet: Ihren Bachelor in Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation machte sie an der FH Kiel. Während des Studiums hat sie bei einer Fluggesellschaft und in der Pressestelle der Hochschule gearbeitet. Der höchste Berg, den sie je bestiegen hat, ist über 4000 Meter hoch und steht auf Borneo, jedes Jahr wandert und klettert sie in den Alpen. Sie hat ein Jahr in Brasilien gelebt und reist auch sonst gern durch Lateinamerika. Unterwegs übernachtet sie auf den Couches von Fremden. In Griechenland hat sie drei Tage bei einer 90-Jährigen und deren Sohn gewohnt, obwohl sie sich mit beiden rein gar nicht verständigen konnte. Immerhin musste sie so nicht am Strand schlafen. pal