Ein Mann soll am Mittwochmorgen in Altona seine Ehefrau bei einer Messerattacke getötet haben. Dabei war erst vor zwei Wochen Anklage gegen den 49-Jährigen erhoben worden. Er hatte seine Frau bereits vor einem Jahr angegriffen – und unter anderem mit einem Elektroschocker beschossen.

Nach einer tödlichen Messerattacke in Altona ist Haftbefehl erlassen worden. Ein 49-Jähriger soll seine von ihm getrennt lebende Ehefrau am Mittwochmorgen mit einem Messer angegriffen und getötet haben. Die 42-jährige Mutter von vier Kindern verstarb noch am Tatort. Neben Verletzungen am Kopf soll der Körper des Opfers mehrere Schnittverletzungen aufgewiesen haben.

Der leblose Körper der Frau war von ihrem elfjährigen Sohn im Wohnzimmer der Wohnung aufgefunden worden. Die Kinder wurden vom Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes und des Kinder- und Jugendnotdienstes betreut. Noch am Mittwochabend wurde der mutmaßliche Täter im Stadtteil Dulsberg festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Mann war nicht das erste Mal auffällig

Zum Motiv des Deutschen ist noch nichts bekannt. Die Frau wurde bereits vor einem Jahr von ihrem in Trennung lebenden Ehemann angegriffen. Wie die Staatsanwaltschaft der FINK.HAMBURG-Redaktion bestätigte, habe der Mann die 42-Jährige im September des vergangenen Jahres mit der Faust zu Boden geschlagen. Dazu soll er sie gewürgt und anschließend mit einem Elektroschocker beschossen haben.

Eine einstweilige Verfügung verbot dem 49-Jährigen daraufhin, Kontakt mit seiner Ehefrau aufzunehmen und sich ihr näher als 50 Meter zu nähern. Diese einstweilige Verfügung lief jedoch im März dieses Jahr aus.

Kein Kontaktverbot

Nach der Tat im September 2017 trafen sich die Beteiligten im Folgemonat vor Gericht. Anlass war jedoch nicht der Angriff, sondern das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder. Vor Gericht hätten sich die Parteien friedlich geeinigt, heißt es aus Gerichtskreisen. Auch das Auftreten des Mannes soll vor Gericht ruhig gewesen sein.

Als im Dezember 2017 das Verfahren um den Angriff verhandelt werden sollte, verweigerte die Frau vor Gericht die Aussage. Das Kontaktverbot, ein sogenanntes Gewaltschutzverfahren, wurde im März daraufhin nicht verlängert. Die Frau hätte eine Ausweitung beantragen müssen, was sie aber nicht tat.

Ermittlungen gingen ohne Aussage der Frau weiter

Um die Tat dennoch zur Anklage bringen zu können, musste die Staatsanwaltschaft neue Beweise beschaffen. Vor zwei Wochen wurde nach über 13 Monaten schließlich Anklage erhoben. Bevor diese dem 49-Jährigen zugestellt werden konnte, kam es an diesem Mittwoch zur Eskalation. Der Mann tötete die Frau mutmaßlich in ihrer Wohnung in Altona.

Auf telefonische Nachfrage konnte sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft bis Freitagmittag keine weiteren Angaben zur Tat machen. Die Ermittlungen zum Tatablauf dauern an. Zunächst müsse eine Befragung des mutmaßlichen Täters stattfinden.

heb/dpa

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