Mann fährt auf einem E-Scooter.
Ein Mann fährt auf einem E-Scooter. In Hamburg haben am Wochenende die ersten Sharing-Unternehmen ihr Angebot gestartet. Foto: Christophe Gateau/dpa

Die ersten drei E-Scooter-Anbieter haben am Wochenende ihre Tretroller in Hamburg platziert. Die Hamburger Verkehrsbehörde will mit freiwilligen Vereinbarungen ein Verkehrschaos verhindern. 

Knapp eine Woche nach der Zulassung von E-Tretrollern in Deutschland haben Sharing-Anbieter in mehreren großen Städten wie Berlin oder Frankfurt ihr Angebot gestartet, seit dem Wochenende auch in Hamburg. Das Berliner Start-Up Tier Mobility hat laut „Welt“ rund 600 der elektrisch betriebenen Fahrzeuge in der Hansestadt platziert.

Das amerikanische Unternehmen Lime hatte am Freitag als erstes eine freiwillige Vereinbarung mit der Hamburger Verkehrsbehörde unterzeichnet. Laut einer Sprecherin seien zunächst 80 bis 100 E-Scooter geplant. Auch der Anbieter Circ gab auf Nachfrage von FINK.HAMBURG an, seit vergangenem Freitag E-Scooter in Hamburg zu vermieten. Eine Zahl nannte das Unternehmen nicht.

Um ein Verkehrschaos und verwaiste E-Scooter überall in der Stadt zu verhindern, hatte die Verkehrsbehörde vor eineinhalb Wochen ein Konzept vorgestellt. Dieses sieht eine Beschränkung von 1000 E-Tretrollern pro Anbieter innerhalb des Ringes 2 sowie Parkverbotszonen an Gewässern, in Parks und belebten Plätzen wie etwa dem Jungfernstieg vor. Zudem will die Verkehrsbehörde mittels einer Software die Nutzung der Sharing-Angebote überwachen und verwaiste Scooter auch einsammeln.

Verordnung erlaubt Fahren bis maximal 20 km/h

Eine entsprechende Vereinbarung ist für die Anbieter jedoch freiwillig. Der Pressesprecher der Hamburger Verkehrsbehörde, Christian Füldner, gab am Montag jedoch an, dass eine solche mit allen drei aktiven Leihanbietern unterzeichnet worden sei. Er schätzt die aktuelle Zahl der Leih-Scooter in der Stadt auf 500 Stück. Darüber hinaus ist die Verkehrsbehörde mit weiteren Sharing-Anbietern im Gespräch.

Die am 15. Juni in Kraft getretene Verordnung verlangt, dass eine Betriebserlaubnis sowie ein Versicherungsschutz vorhanden sein müssen. Demnach dürfen E-Tretroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde und einem Maximalgewicht von 55 Kilogramm vorrangig auf Radwegen fahren. Erlaubt ist das Fahren ab 14 Jahren.

Buchbar sind die Leih-Scooter über die Apps der Anbieter, darin sind auch die Verbotszonen markiert. Tier Mobility kooperiert zudem mit dem Autovermieter Sixt. Kunden können auch über dessen App die Tretroller ausleihen. Pro Minute zahlen Nutzer*innen je nach Anbieter 15 bis 20 Cent.

Erste Unfälle mit E-Scootern

Derweil sind erste Unfälle mit E-Scootern bekannt geworden: Nachdem bereits in Schweden und Frankreich jeweils ein Mann auf einem E-Tretroller bei Kollisionen mit Autos getötet worden ist, meldete die Polizei am vergangenen Wochenende auch in Deutschland mehrere Vorfälle. In Bad Lippspringe verletzte sich ein Mann bei einem Sturz lebensgefährlich am Kopf. In Bad Kreuznach erfasste eine Autofahrerin einen 33-Jährigen auf einem Tretroller. Bereits Anfang Juni wurde ein Zwölfjähriger in Hamburg-Harburg bei einem Zusammenstoß mit einem E-Scooter leicht verletzt.

Verkehrsexperten und etliche Politiker hatten bereits im Vorfeld der Zulassung das Sicherheitsrisiko durch die elektrischen Flitzer kritisiert.

Update am 10.07.2019: Zum 6. Juli ist auch der E-Tretroller-Verleiher Voi in Hamburg gestartet und lockte die Nutzer gleich mit kostenlosen Fahrten am vergangenen Samstag und Sonntag. Neben E-Scootern in der Innenstadt hat das schwedische Unternehmen, das mit der Hochbahn kooperiert, auch einige Fahrzeuge in Poppenbüttel und Berne platziert. Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblattes“ stehen nun mehr als 2100 E-Tretroller in der Stadt zur Verfügung. Die Verkehrsbehörde verhandelt zudem mit dem amerikanischen Großanbieter Bird und mit dem Hamburger Start-Up Floatility.

Wie sich die E-Scooter fahren, erfahrt ihr in unserem Testvideo.

sju/dpa