Lime, Tier, Voi, Circ – so fahren sich die E-Scooter

E-Mobilität

Das Leih-Geschäft mit den E-Scootern boomt: Wenige Wochen nach der deutschlandweiten Zulassung stehen in Hamburg bereits mehr als 2100 Elektro-Tretroller. Wir haben die vier Anbieter getestet. 

Lime, Tier, Voi, Circ – diese vier Namen begegnen aktuell jedem, der durch Hamburgs Straßen spaziert. Sie prangen an grün-weißen, hellblauen, orange- oder korallfarbenen E-Scootern. Mehr als 2100 Stück haben die vier oben genannten Sharing-Anbieter insgesamt in der Stadt verteilt. Das Angebot konzentriert sich vor allem auf die Kernstadt, wo die Scooter in den ersten zwei Wochen auch am meisten genutzt wurden. Der schwedische Verleiher Voi hat aber auch einige Exemplare in Poppenbüttel und Berne aufgestellt.

Verkehrsexperten und Versicherer wie die Allianz rechnen mit steigenden Unfallzahlen – vor allem wegen der fehlenden Helmpflicht. Doch sind die E-Scooter trotz Drosselung auf eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde wirklich so gefährlich? Wie gut lassen sie sich lenken und wie lang ist der Bremsweg? Das haben wir für euch getestet. Mehr dazu im Video.

Ausleihe kann schnell teuer werden

Gedacht sind die elektrischen Tretroller als Ergänzung im öffentlichen Nahverkehr für die sogenannte letzte Meile: etwa für den Weg von der S-Bahn-Station zur Haustür. Bei Preisen zwischen 15 und 20 Cent pro Minute – der Anbieter Tier erhöhte erst kürzlich den Minutenpreis auf 19 Cent – plus einem Euro Ausleihgebühr summieren sich die Fahrtkosten so aber schnell. Damit liegen die Ausleih-Preise nur knapp unter dem Niveau von Sharing-Angeboten wie Emmy, Drive Now oder Car2go.

Grafik: E-Scooter-Anbieter Lime, Tier, Circ und Voi in Hamburg im Vergleich über Preis pro Minute. Bei allen gibt es eine Ausleihgebühr von 1 Euro.
Die E-Scooter-Anbieter unterscheiden sich in Hamburg nur minimal im Preis. Grafik: Simon Schröder, erstellt mit Piktochart

Wer die wuchtigen E-Tretroller entleihen will, braucht dafür zunächst die App des Anbieters auf seinem Smartphone. Diese zeigt den nächstgelegenen E-Scooter sowie die mit der Verkehrsbehörde ausgehandelten Parkverbotszonen an. Per QR-Code oder Identifikationsnummer lässt sich das gewünschte Exemplar ausleihen und schon tickt die Uhr auf dem Display. Für die Rückgabe reicht dann das Tippen auf einen Button, die Software von Voi und Lime verlangt noch ein Foto.

Mit E-Scooter auf Fußwegen erwischt

Während der Fahrt müssen sich die Nutzer*innen an die Verkehrsregeln halten. Für E-Scooter gelten ähnliche Vorschriften wie für das Radfahren. Die Tretroller dürfen nur auf Radwegen oder auf der Straße genutzt werden, wenn kein Radweg vorhanden ist. Daran halten sich jedoch nicht alle, wie die Polizei bereits bei ersten Kontrollen feststellte. Tipps zur Verkehrssicherheit gab jüngst auch die „Tagesschau“ auf ihrem Instagram-Kanal.