FINK.HAMBURG-Redakteure haben auf dem Weg zum Campus einige Car- und Ridesharing-Dienste getestet. In der wöchentlichen Serie teilen sie ihre Erfahrungen.

Eine neue Kampagne fürs Fahrradfahren, die Erlaubnis zur Benutzung von E-Tretrollern auf Hamburgs Fahrradwegen und Elektrobusse als Sammeltaxis: Hamburg setzt vermehrt auf nachhaltige Mobilität. Lohnt es sich bis zur nächsten Stadtrad-Station zu laufen, wenn mal alle Fahrräder ausgeliehen sind und fahren die Elektrobusse von Moia wirklich immer leer durch die Gegend? Los geht es mit Stadtrad Hamburg.

Zwei Statdträder an einer Leihstation.
Stadträder an der Leihstation Lerchenfeld/Uferstraße. Foto: Benjamin Eckert

Stadtrad Hamburg: Mit dem Rad von Station zu Station

Rund acht Kilometer sind es vom Amtsgericht Altona in der Max-Brauer-Allee bis zum FINK.HAMBURG-Newsroom in Eilbek. Die Stadtrad-App meldet am Startpunkt vier Stationen im Umkreis von 500 Metern. Eines der rund 2.600 Fahrräder in Hamburg ist an der nächstgelegenen Station noch verfügbar. Das Entleihen und Entsperren gelingt problemlos und ist unkompliziert. Das Stadtrad mit der Kennung 32018 wird kurz inspiziert: das rote, massive Fahrrad ist in einem tadellosen Zustand.

Nicht die schönste, aber dafür die schnellste Route: Die Strecke führt auf gut ausgebauten Fahrradwegen aus Altona direkt bis zum Schlump, am Messegelände vorbei und dann ein ganzes Stück entlang der Alster. Nach 15 Minuten Fahrt setzt das Hamburger Schietwetter ein. Also abgestiegen, Regenjacke angezogen und in die Stadtrad-App geschaut.

Will man den Service kostenlos nutzen, sollte man sich im Vorfeld, spätestens aber nach 20 Minuten, nach einer weiteren Leihstation auf der geplanten Route umschauen. Denn die ersten 30 Minuten der Entleihe eines Rades sind kostenfrei. Innerhalb dieser Zeit kann man sein Stadtrad an einer Station theoretisch gegen ein neues tauschen und für weitere 30 Minuten kostenfrei nutzen. Danach kostet das Leihrad im HVV-Tarif acht Cent pro Minute. 

Es hakt bei der App

Die Kartenansicht in der App lädt diesmal nur leider keine der Stationen – trotz stabiler Internetverbindung. Das kostet Zeit und am Ende 20 Cent. Denn erst nach 33 Minuten, etwa zwei Kilometer vor dem Ziel, findet sich durch Zufall eine der über 220 Leihstationen. Das erste Stadtrad wird abgeschlossen, ein zweites für die Reststrecke entliehen – so der Plan. Leider spielt die App wieder nicht mit: „Anmietung aktuell nicht möglich.“ Nach fünf Minuten des Wartens im Regen und einigen missglückten Versuchen ist die Funktion dann doch verfügbar.

Ein Smartphone mit der Stadtrad-App zeigt die Fehlermeldung an: "Anmietung aktuell nicht möglich."
Die Stadtrad-App auf einem Smartphone. Foto: Benjamin Eckert

Eine Stunde nach dem Start ist die finale Stadtrad-Station am Lerchenfeld endlich erreicht. Zum Vergleich: Mit Bus und Bahn benötigt man für die Strecke etwa 45 Minuten, vorausgesetzt alle Verkehrsmittel fahren pünktlich.

Die Benutzung von Stadtrad erklärt in sieben Schritten.
Infografik: Carlotta Schaffner und Benjamin Eckert, erstellt mit Piktochart.

Fazit

Schwachstelle des Systems Stadtrad ist die zugehörige App, die in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Fehler aufwies. Auch ist nicht immer gesichert, dass ein Rad an den Leihstationen verfügbar ist und das Wetter mitspielt. Wenn man aber nicht unter Zeitdruck steht und das Wetter keine Rolle spielt, ist die Nutzung des Stadtrad-Netzes eine günstige Alternative zum öffentlichen Nahverkehr.

Erstellt mit Piktochart von Luise Reichenbach.

Titelillustration: Sarah J. Ejim

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