Frank Spieker von der Band Die Sterne spielt für die Erhaltung des Otzenbunkers.
Frank Spieker von der Band Die Sterne spielte bei einem Solidaritätskonzert für die Erhaltung des Otzenbunkers. Foto: Fynn Freund

Schimmel, keine Notausgänge, Wasserschäden: Schon lange steht fest, dass der Otzenbunker saniert werden muss. SPD und Grüne stellen nun 200.000 Euro in Aussicht, um den Bunker zu retten. Die Proberäume sollen erhalten bleiben.

Seit November 2018 sind die Türen des Otzenbunkers geschlossen. Mangelhafte Belüftungsmöglichkeiten, Schimmelbefall und schlechte Isolierung werden als Gründe angeführt. Nun soll der Musikbunker auf St. Pauli renoviert werden. Die notwendigen Investitionen belaufen sich auf mindestens 917.000 Euro, die rot-grüne Koalition will das Projekt mit 200.000 Euro unterstützen. Ein entsprechender Antrag soll der Bürgerschaft nach der Sommerpause vorgelegt werden. Einen Großteil der aufzubringenden Summe wird der Eigentümer selbst übernehmen.

„Der Otzenbunker wurde nie professionell gedämmt. Wir haben versucht, die akustischen Lecks mit Sandsäcken abzudecken“, sagte Niels Boeing, der bis zuletzt im Otzenbunker geprobt hat, im März gegenüber FINK.HAMBURG. Rund 120 Bands und Künstler*innen verloren mit der Schließung des Gebäudes ihre Proberäume.

Ehemalige Mieter*innen können bleiben

Alle bisherigen Mieter*innen sollen die Möglichkeit bekommen, neue Mietverträge für den Otzenbunker zu erhalten. Mit dem Eigentümer ist eine Nutzung der Proberäume für mindestens fünfzehn Jahre verabredet.

„Der Zuschuss der Stadt ist gekoppelt an niedrigere Bruttomieten als bisher, einer langen Laufzeit sowie der Zusicherung, dass alle bisherigen Bands mit Mietvertrag auch zukünftig dabei sein können“, sagt Farid Müller, haushaltspolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen Bürgerschaftsfraktion. „So gehen private und öffentliche Investitionen Hand in Hand für den Erhalt dieser Bandräume im Herzen St. Paulis.“

Otzenbunker: „Es geht ums Überleben“

isu/lis

Titelfoto: Fynn Freund

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Isabel Surges, Jahrgang 1994, ist bilingual aufgewachsen. Von ihrem Vater hat sie nicht nur die spanische Sprache gelernt, sondern auch ihren venezolanischen Zweitnamen bekommen: Yahaira. In Venezuela war sie zwar noch nicht, dafür allerdings mit dem Rucksack in Australien und für ein Semester in Málaga. Einen Kulturschock erlebte die gebürtige Düsseldorferin aber erst durch ihren Umzug nach Köln. Dort studierte sie Medienkulturwissenschaften sowie Germanistik und experimentierte mit neuen Formatideen im Innovationslabor der Filmproduktionsfirma Ufa. Auf deren Partys spielte sie unter anderem mit Joe Gerner Tischtennis. Als Community Managerin in den Kommentarspalten des WDR lernte sie auch die raueren Seiten des digitalen Diskurses kennen. Zuletzt schrieb sie für die Kulturredaktion der Deutschen Welle – oder wie Yahaira sagen würde: La ola alemana. Kürzel: isu