Am Klosterwall geht der Abbruch des umstrittenen City-Hofs in die nächste Runde. Seit Freitag kommt ein Spezialbagger zum Einsatz, der den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes beschleunigt – nicht zum ersten Mal.

Derzeit bleiben viele Fußgänger*innen am Kloster- und Johanniswall stehen und zücken ihre Handys für Erinnerungsfotos: Seit dem 1. November wird der erste Block des historischen City-Hofs mit einem speziellen Großbagger abgebrochen.

Im April diesen Jahres ließ das zuständige Bauunternehmen Aug. Prien die vier historischen Hochhaustürme nach und nach einrüsten. „Die oberen Etagen wurden bei den ersten Häusern bereits mittels elektrischer Kleingeräte im Schutze des Gerüsts abgetragen“, erklärte Aug. Prien auf Anfrage von FINK.HAMBURG. Nun folgt der Abbruch mit einem sogenannten Longfront-Bagger. Die Abrissarbeiten werden vermutlich bis Frühjahr 2020 andauern.

Verfügbarkeit des Baggers beschleunigte Genehmigung

Bei dem Großgerät handelt es sich um einen Spezialbagger des Typs Liebherr R 960, der mit seinem Arm in bis zu 33 Metern Höhe an der Ruine des City-Hofs arbeiten kann. Der Bagger sorgt nicht nur aktuell für ein zügiges Abtragen der Betonstruktur, sondern beschleunigte schon im Frühjahr das Genehmigungsverfahren für den Abriss.

Die Genehmigung zum Abbruch des City-Hofs vom 19. März dieses Jahres, ausgestellt durch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, schließt auch eine „Anordnung der sofortigen Vollziehung“ ein. Beantragt hatte dies das Baunternehmen Aug. Prien aufgrund von „erheblichen wirtschaftlichen Folgen einer Verzögerung“. Von dem Bagger gebe es nur zwei in Norddeutschland und etwa zehn in ganz Deutschland. „Verzögert sich der Beginn der Abbrucharbeiten, so steht das bei einem Nachunternehmer gebuchte Gerät nicht mehr zur Verfügung, sondern muss erst erneut für einen späteren Termin gebucht werden“, heißt es in der Abbruchgenehmigung.

Dem Abriss des City-Hofs waren langjährige Diskussionen vorausgegangen, unter anderem wegen seines bestehenden Denkmalschutzes und dem Umfang des Neubaus. Das geplante Johann Kontor gefährde aus Sicht seiner Kritiker das benachbarte Weltkulturerbe: Speicherstadt mit Kontorhausviertel und Chilehaus. Der Hamburger Senat hatte entschieden, dass öffentliche Interessen überwiegen und den Abriss des City-Hofs genehmigt. Dieses Interesse ergebe sich aus der exponierten städtebaulichen Lage und der Bedeutung des geplanten Neubaus für die Stadt.

ben

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