Türchen auf: In diesem Jahr erzählen Hamburger*innen im FINK.HAMBURG-Adventskalender von ihrem Leben in der Weihnachtszeit. In Gunnar Maudrichs Geschäft in St. Georg stapeln sich Schleifen und Bänder in allen Größen, Farben und Stoffen.

Nach dem Klingeln surrt der Türöffner und ein paar Treppenstufen später steht man im Geschäft Maudrich R. 1900 gegründet, betreibt Gunnar Maudrich den Bänderladen bereits in vierter Generation. In der etwa 250 Quadratmeter großen Altbauwohnung sind bunte Schleifen und zahlreiche Bänder in meterhohen Regalen bis unter die Decke einsortiert.

Woran denken Sie als Erstes, wenn Sie an Weihnachten denken?

Gunnar Maudrich: An Tannenbäume. Jedes Jahr schlage ich einen kleinen Tannenbaum in dem Garten von meinem Häuschen in der Heide. Da geht manchmal ein Enkel mit und der darf sich dann den Tannenbaum aussuchen. Aber wenn der Kleine dann da ist, dann will er immer viel lieber spielen. Er setzt sich dann an das Fenster, zeigt in den Garten und sagt: “Opa, was suchst du denn so lange? Ich guck dir von hier drinnen zu und dann kannst du den da hinten nehmen.”

Wie sieht ein typischer Alltag in Ihrem Geschäft aus?

Gunnar Maudrich: Die Weihnachtszeit ist schon etwas nervig. Man muss sich für vier Wochen fürchterlich privat zurücknehmen und nichts als Rabatz machen, aber da gewöhnt man sich dran. Man steht morgens um 3.00 Uhr auf, dann geht man zum Großmarkt und kommt abends um 19.00 wieder nach Hause. Der Tag zieht sich hin, aber im Schlaf erholt man sich einfach wieder.

Was verbinden Sie persönlich mit Weihnachten?

Gunnar Maudrich: Zuerst natürlich ein Fest der Erinnerungen, aber eigentlich ist es mehr eine Volksversammlung. Alle aus der Familie sehen sich wieder und schnacken ordentlich viel und dann haben sie sich alle mal beisammen. Ich arbeite zwar regelmäßig an Weihnachten bis zum Nachmittag, aber da komme ich dann sehr gern nach Hause.

Foto: Luise Reichenbach

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Luise Reichenbach, Jahrgang 1994, hat vier Vornamen, nutzt aber keinen davon. Die Hamburgerin legt sich nicht gerne fest: Sie zog von Hamburg nach Bayern, wechselte von Wirtschaft zur Kommunikationswissenschaft und redet mal über Schrotträder, mal über moderne Malerei. Im Zweitfach studierte Lissy Kunstgeschichte und lernte beim deutschen Cocktailmeister den perfekten Whiskey Sour zu mixen. Bei Scholz & Friends in Berlin arbeitete sie unter anderem für Amnesty International, Mercedes und Vodafone. Für Montblanc organisierte sie Messen für die neuen Kollektionen in ihrer Heimatstadt Hamburg. Am Wochenende steht sie im Schanzenviertel am Kickertisch oder klappert mit ihrem Rad die Flohmärkte ab, immer auf der Suche nach seltenen Bildern oder neuem Lesestoff. Kürzel: lr