Mit einjähriger Verspätung ist die neue S-Bahn-Station Elbbrücken eröffnet worden. Das Bundesverkehrsministerium schlug dabei überraschend einen S-Bahn-Tunnel unter dem Hamburger Hauptbahnhof vor.

Pünktlich fährt der Sonderzug am Samstagmittag in die neue S-Bahn-Station „Elbbrücken“ ein. Mit ziemlich genau einem Jahr Bauverzögerung hat die Stadt die Station symbolisch eröffnet. Zwischen den Haltestellen Hammerbrook und Veddel können hier seit vergangenem Sonntag Fahrgäste in Hamburg eine weitere Station zum Ein-, Aus- und Umsteigen nutzen.

Ein überraschender Vorschlag kam von Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums: Neben der zu bauenden S4 nach Bad Oldesloe brauche es auch einen S-Bahn-Tunnel unter dem Hauptbahnhof, um den zentralen Verkehrspunkt zu entlasten. „Wir werden die Zukunft des Nahverkehrs in Hamburg auf der S-Bahn nicht bestehen, wenn wir nicht den Mut haben, dieses gemeinsam zu stemmen“, so Ferlemann. Die frei werdenden S-Bahn-Gleise könnten dann vom Regional- und Fernverkehr genutzt werden. Eine Machbarkeitsstudie solle die Realisierbarkeit des Tunnels überprüfen.

Idee soll „geprüft werden“

Ronald Pofalla, Vorstand der Deutschen Bahn, hält die Idee für richtig, visionär zu denken, um den zunehmenden Verkehr vernünftig zu organisieren. „Wir werden den Vorschlag vernünftig prüfen“, sagte er. Die Hamburger Grünen stehen den Überlegungen ebenfalls positiv gegenüber: „Die Gleise in Hamburg werden für einen massiven Ausbau des Schienenverkehrs in Hamburg nicht reichen“, so Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion. Eine zusätzliche Stammstrecke sei deshalb eine gute Idee.

Hamburgs Erster Bürgermeister, Peter Tschentscher, ist sehr dafür, den Vorschlag „ernsthaft zu prüfen“, wenn es die Bereitschaft der Bahn dazu gebe. Er begrüße solche Vorschläge und das Zutrauen, große Investitionsprojekte umzusetzen.

Der Hamburger Hauptbahnhof ist mit bis zu 500.000 Reisenden pro Tag einer der meist frequentierten Personenbahnhöfe Deutschlands. An Hamburgs Haupt-Verkehrsknotenpunkt machen täglich rund 720 Züge des Nah- und Fernverkehrs Halt. In den kommenden Jahren sollen kurz- und langfristige Maßnahmen die Kapazitäten des Bahnhofes erhöhen.

isu/dpa

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

Vorheriger ArtikelUKE: Weniger Tierversuche dank neuer Professur?
Nächster Artikel„In Russland kommt der Weihnachtsmann an Silvester“
Isabel Surges, Jahrgang 1994, ist bilingual aufgewachsen. Von ihrem Vater hat sie nicht nur die spanische Sprache gelernt, sondern auch ihren venezolanischen Zweitnamen bekommen: Yahaira. In Venezuela war sie zwar noch nicht, dafür allerdings mit dem Rucksack in Australien und für ein Semester in Málaga. Einen Kulturschock erlebte die gebürtige Düsseldorferin aber erst durch ihren Umzug nach Köln. Dort studierte sie Medienkulturwissenschaften sowie Germanistik und experimentierte mit neuen Formatideen im Innovationslabor der Filmproduktionsfirma Ufa. Auf deren Partys spielte sie unter anderem mit Joe Gerner Tischtennis. Als Community Managerin in den Kommentarspalten des WDR lernte sie auch die raueren Seiten des digitalen Diskurses kennen. Zuletzt schrieb sie für die Kulturredaktion der Deutschen Welle – oder wie Yahaira sagen würde: La ola alemana. Kürzel: isu