Telekommunikationskonzerne bauen das 5G-Netz aus. Für viele ist das ein Grund zur Freude. Einige Anhänger*innen von Verschwörungstheorien vermuten jedoch eine tödliche Gefahr hinter dem neuen Mobilfunkstandard. 

Das deutsche Mobilfunknetz ist lückenhaft und langsam. Doch Hilfe naht: 5G kommt. Der neue Mobilfunkstandard ist so stabil und schnell, dass die Funkstrahlen SARS-CoV-2 übertragen können – meinen einige selbst ernannte Virolog*innen.

Manche Menschen vermuten, dass Coronaviren nicht nur krank machen sondern auch Funkwellen reiten können. Diese Erreger scheinen talentierte kleine Teufelskerle zu sein.

Von surfenden Viren bis zur Pandemie-Lüge

Seit Wochen grassieren auf Social Media Verschwörungstheorien, die einen Zusammenhang zwischen Corona und 5G herstellen. Einigen der Posts liegt die Surfer-These zugrunde. In anderen wird vermutet, 5G schwäche unser Immunsystem und befeuere damit die Pandemie. Eine noch aufregendere Theorie: 5G-Strahlen seien per se tödlich und die Krise lediglich eine Kampagne, um die steigende Zahl der Technologie-Toten zu vertuschen.

5G Verschwörungstheorie Corona Strahlen gefährlich tödlich
Ein Mobilfunkmast – Feind der 5G-Verschwörungstheoretiker*innen. Foto: Unsplash

Funklöcher retten vor 5G – und Verschwörungstheorien

Die Lösung scheint klar: 5G muss weg. In England, Irland, Zypern und den Niederlanden häufen sich die Anschläge auf Funkmasten. Kriminelle zünden Masten an und schneiden dadurch Haushalte, Krankenhäuser und Landkreise vom Telekommunikationsnetz ab. Sie schrecken vor nichts zurück, unsere Held*innen im Kampf gegen das schnelle Internet … pardon: das Virus! Dass ein Großteil der beschädigten Antennen 3G- und 4G-Standard senden – geschenkt.

Der (Web-)Welt wäre zu wünschen, dass sich die 5G-Verschwörungtheoretiker*innen in bereits bestehende Funklöcher zurückziehen, statt neue zu schaffen. Das ergäbe eine Win-Win-Situation: Die 5G-Gegner*innen würden sich vor den Strahlen schützen und die sozialen Medien vor dem Schwachsinn, den sie von sich geben.

Beitragsbild (Montage): Unsplash

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Mali Paede, Jahrgang 1993, streitet oft mit ihrem Vater über Feminismus-Themen. Zum Beispiel bei der gendergerechten Sprache sind die beiden völlig unterschiedlicher Meinung. Ansonsten hat sie von ihm aber auch durchaus wertvolle Dinge gelernt – etwa das Licht nicht unnötig lange brennen zu lassen und den Kühlschrank schnell wieder zu schließen. Die gebürtige Hamburgerin studierte Nachhaltigkeitshumanwissenschaften und Kulturwissenschaften in Lüneburg. Zurück in ihrer Heimatstadt interviewt sie für die Hamburg Kreativ Gesellschaft gerade am liebsten bildende Künstler, Theaterbetreiber und neulich auch den Inhaber eines Indieverlags. Ausgleich findet sie beim Vinyasa Yoga. Das hilft ihr auch, ihre Tollpatschigkeit in den Griff zu kriegen: Mali fällt oft etwas aus der Hand. Ihre Teetasse fängt sie mittlerweile schon wieder auf. Kürzel: maj