Rund 120 Menschen haben am Sonntag gegen die Sanierung des Bismarck-Denkmals demonstriert. Für sie war der erste deutsche Reichskanzler Wegbereiter des deutschen Kolonialismus.

Die 34 Meter hohe Statue ist aus Sicht der Organisator*innen eine Projektionsfläche rassistischer deutscher Großmachtfantasien. Der erste deutsche Reichskanzler sei Antidemokrat und Wegbereiter des deutschen Kolonialismus gewesen. Durch eine Sanierung würde das Denkmal aufgewertet. Aufgerufen zur Kundgebung hatten die Initiativen „Intervention Bismarck-Denkmal Hamburg“ und „Decolonize Bismarck“.

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, äußerte sich am Montagmorgen per Twitter zur Demonstration. Ihm zufolge sei es von Anfang an Teil des Sanierungskonzeptes gewesen, die Bismarck-Statue in ihrem Kontext einzuordnen.

Weltweit Vandalismus an Denkmälern aus der Kolonialzeit

Seit dem Erstarken der antirassistischen Protestbewegung „Black Lives Matter“ gibt es bei Demonstrationen rund um die Welt Vandalismus an Denkmälern und Statuen aus der Kolonialzeit. Auch in Altona wurde bereits einige Wochen zuvor ein anderes Bismarck-Denkmal mit roten Farbbeuteln beworfen, die Staatsschutzabteilung der Polizei ermittelte.

Ulrich Lappenküper, Historiker und Vorstand der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh bei Hamburg, verteidigte angesichts des Farbangriffs auf das Denkmal in Altona Bismarck. Der konservative Politiker habe zwar Polen, Dänen, Elsässer und Lothringer nicht so gemocht, die nationalen Minderheiten aber als eine Gefahr für das Kaiserreich gesehen. Dies sei kein Rassismus gewesen, sondern politisches Kalkül.

aba/dpa

Foto: Markus Scholz/dpa

1 KOMMENTAR

  1. Denen ist offensichtlich nicht klar, dass es gerade Bismarck war, der keine Kolonien wollte, um nicht mit anderen europäischen Großmächten in Konflikt zu kommen. Er konnte sich damit aber nicht gegen den damaligen Zeitgeist durchsetzen. Das Einzige, was diese Leute also mit ihrer Aktion zeigen, ist, dass wir wieder mehr Geschichtsunterricht brauchen.

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