Trotz sinkender Corona-Infektionszahlen plant Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) keine schnellen Lockerungen des Lockdowns. Und: Zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ist ein Impfstoffausgleich im Gespräch.

Die Zahl an Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist im Wochenvergleich deutlich gesunken. Vergangenen Mittwoch meldete die Gesundheitsbehörde 203 neu nachgewiesene Fälle, der Inzidenzwert sank auf 75,3 – eine Woche zuvor hatte dieser Wert noch bei 101,3 gelegen.

Auch wenn diese Werte im ersten Moment vielversprechend sind, geht Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nicht davon aus, dass es in naher Zukunft zu schnellen Lockerungen des Lockdowns kommen wird. „Wir gehören als Stadt Hamburg mit zu den Ländern, bei denen die Infektionszahlen mit am weitesten zurückgegangen sind“ erklärte Tschentscher am Mittwochabend im „Hamburg Journal„. Dennoch glaube er nicht, „dass wir jetzt am 14. Februar schon Lockerungen beschließen können“.

Sorge vor Corona-Mutationen

Wichtig im Kampf gegen die Pandemie ist außerdem die Eindämmung der Ausbreitung von Mutationen des Coronavirus. Corona-Mutationen wie etwa die britische oder südafrikanische Variante könnten ansteckender sein als der bisher in Deutschland verbreitete Erreger. Beide Mutationen wurden bereits in Hamburg nachgewiesen.

Deshalb will Tschentscher auch noch keine Entwarnung geben: Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz in knapp einer Woche müsse unbedingt geklärt werden, wie problematisch die Mutationen Expert*innen zufolge in Deutschland sein könnten.

Impfstoffausgleich im Gespräch

Einen essenziellen Anteil an der Bekämpfung der Corona-Pandemie haben die Impfungen, die Ende vergangenen Jahres auch in Hamburg gestartet sind. Diese gehen allerdings nur schleppend voran.

Hamburger*innen und Schleswig-Holsteiner*innen können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch im jeweils anderen Bundesland gegen Covid-19 impfen lassen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel teilte am vergangenen Mittwoch mit, dass zwischen den beiden Bundesländern notfalls auch ein Impfstoffausgleich möglich wäre. „Ein möglicher Austausch von Impfdosen, falls es hier erhebliche Unterschiede geben sollte, ist vorgesehen“, sagte der Sprecher.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Tschentscher auf Twitter öffentlich beklagt, dass es bei der Lieferung von Impfstoffen immer wieder zu Engpässen komme. Das mache die Planung der Impfungen unmöglich.

aba/dpa

Titelbild: Unsplash

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