Zum zweiten Mal in einer Woche sind Beschäftigte im Hamburger Hafen in einen Streik getreten. Sie wollen nicht mehr verpflichtend an den Wochenenden arbeiten und kritisieren die Auszahlung von Boni an Führungspersonal.

Erneut sind Beschäftigte der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in einen Warnstreik getreten. Zum einen wollen die Beschäftigten nicht mehr zwingend am Wochenende arbeiten, zum anderen zeigen sie sich verärgert über die Auszahlung von Corona-Prämien für leitende Angestellte der HHLA.

Streit im Hamburger Hafen wegen Corona-Prämien

„Die HHLA ist sich anscheinend nicht zu schade, ihrem Führungspersonal Corona-Boni zu zahlen, während sie eine familienfreundliche Tarifangleichung als zu teuer ablehnt“, sagte Natale Fontana, Verdi-Landesfachbereichsleiter für Verkehr. In der Tarifauseinandersetzung mit der HHLA möchte Verdi erreichen, dass es keine Pflicht mehr zur Arbeit an den Wochenenden gibt.

Ein Sprecher der HHLA verteidigte hingegen die Corona-Prämien für leitende Angestellte. Sie hätten im Vergleich zu den Tarifbeschäftigten keine prozentuale Lohnerhöhung bekommen, sondern eine Einmalzahlung in Höhe von 1.500 Euro erhalten. „Wir reden hier in der Summe von einem Gesamtbetrag in Höhe von einmalig 60.000 Euro“, erklärte der HHLA-Sprecher. „Den seitens von Verdi erweckten Eindruck, es habe eine Ungleichbehandlung gegeben, weisen wir strikt zurück.“

Fronten im Warnstreik verhärtet

„Die Kollegen wollen […] eine planbare Freizeit, um auch Zeit für ihre Familien zu haben“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stephan Gastmeier. Weil die HHLA-Führung in den Verhandlungen aber nicht weit genug auf die Forderungen eingegangen sei, gibt es nun einen erneuten Warnstreik. Er soll diesmal bis Donnerstag, 23.45 Uhr, dauern.

Schicht- und Arbeitszeitmodelle mit sieben Tagen Regelarbeit und entsprechendem Freizeitausgleich seien am Großteil der Containerterminals durch Verdi in Haustarifverträgen verankert, betonte die HHLA-Führung. Die Geschäftsführung warf einzelnen Verdi-Funktionären ferner ein aggressives Auftreten vor: „Dass Mitarbeiter, die nicht streiken wollen, verbal bedroht wurden, ist ein ernstzunehmender Vorgang, den die HHLA nicht toleriert“, sagte die Geschäftsführung.

aba/dpa

Titelbild: HHLA / Thies Rätzke

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