Juhu, der 11. Juni ist ein Feiertag. Allerdings nicht in Hamburg. Nicht jede*r hat an Fronleichnam frei, denn Feiertage sind Ländersache. Im Süden wird häufiger gefeiert, der gesamte Norden feiert seltener. Doch was feiern wir überhaupt wann und warum?

Die meisten Feiertage haben einen christlichen Hintergrund. Trotz des religiösen Ursprungs sind die Feierrituale dabei oft weit von der christlichen Tradition entfernt. Von einer Bollerwagentour an Himmelfahrt etwa steht nichts in der Bibel. FINK.HAMBURG erklärt: Welche Feiertage gibt es, wer feiert sie und zwar wie?

Neujahr, Weltkindertag, Tag der Arbeit:

Und was passiert heute wirklich?

01. Januar – Neujahr: Sehr motivierte Menschen gehen am ersten Januar bereits ihren guten Vorsätzen nach. Schlechter trifft es jene, die ihre Küche nach der Silvesterparty aufräumen müssen. Und überhaupt ist der Neujahrstag oft ein eher ruhiger Tag, an dem man vor allem eines macht: Verkatert auf dem Sofa die Vierschanzentournee schauen. Oder spazieren gehen.

08. März – Internationaler Frauentag: Der Tag ist von Protesten gegen Ungerechtigkeiten geprägt. Menschen versammeln sich, um gegen Frauen- und Menschenrechtsverletzungen zu demonstrieren. Bisherige Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung werden aber auch gefeiert. Ziel der Demonstrant*innen ist es, sich selbst für eine Gleichstellung von Mann und Frau einzusetzen. In Hamburg organisiert der Landesfrauenrat sogar eine ganze Frauenwoche. Das Programm von 2019 findet ihr exemplarisch hier.

01. Mai – Tag der Arbeit: Der Tag der Arbeit wird als Anlass genommen, um gegen Ungerechtigkeiten in den Beschäftigungsverhältnissen zu protestieren und sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Das passiert vor allem bei den Mai-Kundgebungen. In Hamburg kommt es bei Demonstrationen regelmäßig zu Ausschreitungen. Am Abend zuvor wird der Mai tanzend begrüßt. Die Feierlichkeiten vom 30. April auf den 1. Mai gelten dem Ende des Winters. In Teilen von Deutschland werden außerdem Maibäume aufgestellt.

08. Mai – Tag der Befreiung in Deutschland: Bereits zum 75. Mal jährte sich der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus in 2020. Parteien und Organisationen haben mit Kranzniederlegungen und kleineren Kundgebungen der Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg gedacht. Aufgrund der Corona-Beschränkungen sind größere Veranstaltungen ausgefallen.

20. September – Weltkindertag: Der Weltkindertag wird mit Straßenfesten und Aktionen gefeiert. Häufig veranstalten öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken, Museen und Sportanlagen besondere Programme für den Tag. Weiterhin gibt es auch politische Aktionen, die auf Kinderarbeit oder -armut aufmerksam machen.

03. Oktober – Tag der Deutschen Einheit: Eine offizielle Feier findet jeweils in der Hauptstadt des Bundeslandes statt, das aktuell den Vorsitz im Bundesrat inne hat. Abseits davon haben sich nach 30 Jahren Deutscher Einheit keine festen Rituale oder Traditionen ergeben.


Himmelfahrt, Fronleichnam und Co.:

Und was passiert heute wirklich?

06. Januar – Heilige Drei Könige: Der Dreikönigstag wird in katholischer Tradition mit Sternsingern gefeiert. Dabei verkleiden sich Kinder als die heiligen drei Könige und ziehen singend von Tür zu Tür, um das Haus zu segnen und Spenden einzusammeln.

Karfreitag: In der römisch-katholischen Kirche ist der Karfreitag ein strenger Fast- und Abstinenztag. Insbesondere der Verzicht auf Fleisch ist weit verbreitet. In der Kirche findet keine Messe statt und der Altar ist nicht geschmückt: Der Tag steht im Zeichen des Leidens Jesu Christi und der Besinnlichkeit.

Ostersonntag/Ostermontag: Angelehnt an die Jünger, die die frohe Botschaft Jesu Christi in Jerusalem verbreiteten, findet in vielen Familien ein traditioneller Osterspaziergang statt. Familien mit jüngeren Kindern gehen außerdem bemalte Ostereier und kleine Geschenke suchen.

Christi Himmelfahrt: An Christi Himmelfahrt wird nicht nur die die Rückkehr Jesu Christi, sondern auch Vatertag gefeiert. Vorwiegend Männer laufen mit dem Bollerwagen durch die Landschaft und werden dabei immer betrunkener.

Junge im Bett mit Bibel
Die meisten Feiertage haben einen christlichen Ursprung. Bild: Pixabay

Pfingstmontag: Pfingsten wird regional sehr unterschiedlich gefeiert. In vielen Regionen gilt aber im Zuge des Pfingstfests auch ein Frühlingsbrauchtum mit der Würdigung von Pflanzen und Bäumen. In der Lüneburger Heide werden beispielsweise traditionell Pfingstbäume gepflanzt.

Fronleichnam: Neben den kirchlichen Messen ziehen einige Gläubige singend und betend durch die Gemeinden. In weniger katholisch geprägten Regionen wird derweil ganz normal gearbeitet.

15. August – Mariä Himmelfahrt: Weit verbreitet in vielen Regionen ist das Ritual der Kräuterweihe. Hierbei werden verschiedene Kräuter zu Sträußen zusammengebunden, die anschließend im Gottesdienst gesegnet werden.

31. Oktober – Reformationstag: Neben Gottesdiensten gibt es in diversen evangelisch geprägten Städten und Gemeinden Feste und Konzerte zum Reformationstag.

01. November – Allerheiligen: Allerheiligen ist in vielen Bundesländern ein stiller Feiertag; laute Musik und Feiern sind verboten. Ein weit verbreiteter Brauch ist es außerdem, Gräber mit Lichtern zu schmücken.

Buß- und Bettag: Der evangelische Feiertag steht im Zeichen der Besinnung und kommt dabei ohne spezielle Bräuche aus. Im Gottesdienst steht die Beichte im Vordergrund.

25. + 26. Dezember – Erster und zweiter Weihnachtsfeiertag: Viele verbringen Weihnachten mit ihrer Familie und sehr viel Essen. Erst geht es zu Tante Trude zum Gänseessen und dann sofort weiter zu Opa Werner zum Racelette. Wenn es doch mal eine Pause vom Essen gibt, geht man spazieren, oder spielt ein Brettspiel.

Titelbild: Luisa Werntges

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Bennet Möller, Jahrgang 1995, stand schon mal im Finale einer Deutschen Meisterschaft – im Futsal, einer besonders schnellen Form des Hallenfußballs. Das war 2019, als Bennet noch mit dem Studium der Politikwissenschaft an der Universität Hamburg beschäftigt war. Beim Unternehmen Jungheinrich, berühmt für seine Lagertechnik, arbeitete er in der Kommunikationsabteilung – er saß auch schon mal selbst auf einem Gabelstapler. Für das politische Bildungsforum der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte er Veranstaltungen mit Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsleuten. Yuval Noah Hararis „Kurze Geschichte der Menschheit“ ist sein Lieblingssachbuch, und überhaupt liest er lieber, als Fernzusehen. Auch Fußball spielt er lieber selbst, als es auf einem Bildschirm zu verfolgen. Kürzel: bem