Neue Ideen für die digitale Hochschullehre: Darum ging es beim bundesweiten Hackathon „#SemesterHack“. 36 Stunden lang beschäftigten sich knapp 1000 Teilnehmer*innen mit mehr als 80 verschiedenen Aufgaben. FINK.HAMBURG hat mit Hamburger*innen gesprochen und stellt ihre Projekte vor.

Ein virtuelles Pausenzimmer, digitale Prüfungen oder kreative Vorstellungsrunden für den digitalen Raum: Im Mai fand bundesweit der sogenannte #SemesterHack statt. Das Event war offen für alle, egal ob Student*innen, Lehrende oder Hochschulmitarbeiter*innen, ob mit oder ohne Kompetenzen im Bereich des Hackens oder Programmierens – jeder konnte sich anmelden.

Knapp 1000 Studierende, Lehrende, Hochschulmitarbeitende und weitere Akteur*innen nahmen teil. Insgesamt wurden 76 Projekte eingereicht.

Das Ziel eines Hackathons ganz generell: sich gemeinsam in interdisziplinären Teams mit aktuellen Herausforderungen beschäftigen und versuchen, Lösungen zu entwickeln. Die Aufgabe beim #SemesterHack: eine hochschulinterne oder hochschulübergreifende Challenge zu bearbeiten und zu lösen und das in nur 36 Stunden.

Die Challenges wurden vorab durch Challenge-Pat*innen erstellt. Dabei ging es beispielsweise um digitales Campusleben, digitale Lehre in der Umsetzung oder digitale Tools und Datenschutz. Je nach Interesse bildeten sich zu Beginn des Hackathons unterschiedliche Teams und schon ging es los: vernetzen, organisieren und entwickeln. Bei Fragen unterstützten Mentor*innen mit ihrer fachlichen Expertise. Am Ende beurteilte eine Jury die Projekte.

Doch was kam heraus? FINK.HAMBURG hat mit einigen Teilnehmer*innen gesprochen.

connect IN – eine Campus App

Sich trotz Social Distancing miteinander verbinden und den Barbesuch ins Digitale übertragen – dieser Herausforderung stellte sich Mehul Khoont mit seinem Team. Der 29-Jährige studiert im letzten Jahr des Masterstudiengangs Recource Efficiency in Architecture and Planning an der Hafencity Universität. 

Mit seinem Team entwickelte Mehul eine Campus-App, die an die jeweilige Universität oder Hochschule angepasst wird. Die App soll das Vernetzen der Studierenden untereinander, aber auch mit der Hochschulverwaltung vereinfachen und es jedem ermöglichen, Events zu organisieren. Dazu richten sich die Student*innen zunächst ein Profil mit ihren Kontaktdaten ein dazu gehören etwa Angaben zum Studiengang, Semester und Engagement rund um das Campusleben. Das besondere Feature: Die Student*innen geben an, über welche Kommunikations- und Social-Media-Kanäle sie erreicht werden möchten.

Auch wenn Mehuls Projekt nicht zu den ausgewählten Gewinnerprojekten zählte, bekam er von der Jury positives Feedback. Sie sucht nach Universitäten oder Hochschulen, die Interesse an seinem Projekt connect IN haben.

Smarte Seminarplanung mit einem virtuellen Assistenten

Janina Büscher, 32 Jahre, ist Mediendidaktikerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg am Departement Public Management und war beim Projekt click and Teach – Smarte Seminarplanung mit Hilfe eines virtuellen Assistenten dabei.

Es bietet Lehrenden ein Lernszenario für ein Videoseminar, das an ihren Bedarf angepasst ist. Die Lehrenden beantworten vorab Fragen, zum Beispiel zu ihren Veranstaltungsinhalten und ihren Teilnehmer*innen, und erhalten darauf aufbauend Tipps für Methoden und Tools, die sie in ihrer Online-Vorlesung einsetzen können. Diese soll für mehr Interaktion sorgen und die Studierenden motivieren.

Der Hackathon geht, die Ideen bleiben

Innerhalb der 36 Stunden ist auch eine Arbeitsgruppe beim Hochschulforum für Digitalisierung (HFD) entstanden. Das HFD ist ein Projekt des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und setzt sich mit der Hochschulbildung im digitalen Zeitalter auseinander. In dieser Gruppe wollen sich die Akteur*innen austauschen, welche Ideen nach dem Sommersemester nachhaltig in die Lehre an den Hochschulen integriert werden können.

Teil dieses gegründeten Teams ist Tina Ladwig. Die 37-Jährige ist Referentin für die strategische Weiterentwicklung von Lehre und Lernen in digitalen Zeiten an der Technischen Universität Hamburg und Teamleiterin der Hamburg Open Online University. Beim Hackathon beschäftigte sie sich mit der Frage ‚Wie können ad hoc Maßnahmen aus der Corona-Krise nachhaltig verankert werden?‘ und erarbeitete mit ihrem Team beispielhaft einen Prozess und wichtige Fragestellungen, die auf dem Weg vom Corona-Semester zur Post-Corona-Zeit unterstützen. 

Veranstaltet wurde der #SemesterHack vom Hochschulforum Digitalisierung, dem KI-Campus, einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Lernplattform für Künstliche Intelligenz, und dem Deutsche Akademische Austauschdienst. Alle eingereichten Projekte, die ihr auch weiterhin kommentieren könnt, findet ihr hier.

Titelfoto: Unsplash

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Obwohl Chiara Schenk, Jahrgang 1995, einen italienischen Vornamen hat, italienische Küche liebt und jedes Jahr mindestens einmal nach Italien reist, zog es sie nach dem Abitur aus ihrer Heimatstadt Reutlingen nach Down Under. In Australien versuchte sich Chiara zunächst als Au Pair, bewachte als „traffic controller“ dann aber nach kurzer Zeit schon lieber Verkehrsbaustellen als Kinder. Die Zusage für ihren Bachelor an der Filmuniversität Babelsberg ging auf dem Postweg verloren, und so erfuhr die angehende Rettungsschwimmerin erst drei Tage vor Semesterbeginn von ihrem Umzug nach Berlin. Die ersten Wochen verbrachte sie dann auf der Couch einer freundlichen älteren Dame. Später gab sie in Berlin Kindern Schwimmunterricht – sie hofft auf ähnlichen Bedarf in Hamburg. Kürzel: cis