Von bekannten Personen aus Film und Politik bis hin zu gruseligen Gestalten: Hinter Hamburger Straßennamen stecken interessante Persönlichkeiten! Finde in unserem Quiz heraus, wie viele Namensgeber*innen hinter den Schildern du schon kennst. Und lerne Neues über berühmte und berüchtigte Hamburger*innen!

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1. Die Simon-von-Utrecht-Straße ist eine bekannte Parallelstraße zur Reeperbahn. Aber wer war eigentlich ihr Namensgeber?

Simon-von-Utrecht-Straße in St.Pauli
Correct! Wrong!

Simon von Utrecht kommt aus den Niederlanden und lebte von ca. 1370 bis 1437. Er war ein Hamburger Schiffshauptmann und nahm 1401 als Kommandant eines hamburgischen Friedenschiffs an dem letzten Kampf gegen Klaus Störtebeker bei Helgoland teil. Er bezwang viele weitere Piraten und war zudem ab 1425 im Hamburger Stadtrat. Für seine Taten wurde er 1433 zum bislang einzigen Hamburger Ehrenbürgermeister ernannt.

2. Das ist die Domenica-Niehoff-Twiete in Altona. Ihre Namensgeberin war überzeugte Aktivistin. Wofür setzte sie sich ein?

Domenica Niehoff-Twiete
Correct! Wrong!

Domenica Niehoff lebte von 1945 bis 2009. Sie galt als „Deutschlands bekannteste Prostituierte“. Die gebürtige Kölnerin stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Sie schaffte es, sich in Hamburg mit Prostitution selbstständig zu machen. Zunächst arbeitete sie im Großbordell "Palais d’Amour" und in der Herbertstraße, bis sie ihr eigenes Studio betrieb. In den 80er trat sie häufig in Talkshows auf und setzte sich für die Legalisierung von Prostitution ein. Sie war außerdem unter anderem auf einem Plattencover der Band Trio zu sehen, schrieb ihre Autobiographie und widmete sich nach ihrer Karriere als Prostituierte sozialen Projekten.

3. Eine Seitenstraße weiter befindet sich in Altona die Helga-Feddersen-Twiete. Unter welchem Spitznamen war die Hamburgerin deutschlandweit bekannt?

Helga Feddersen-Twiete
Correct! Wrong!

Helge Feddersen lebte von 1930 bis 1990 und war erfolgreiche Schauspielerin, Sängerin und Komödiantin. Sie arbeitete unter anderem mit Dieter Hallervorden zusammen und wurde zur „Ulknudel der Nation“. 1983 erfüllte sie sich einen Traum mit der Gründung des „Theaters am Holstenwall“. Einige Jahre zuvor erlitt Feddersen nach einer Tumor-OP eine halbseitige Gesichtslähmung. 1987 erkrankte sie erneut an Krebs und starb 1990 in Hamburg.

4. In Hamm befindet sich die Döhnerstraße. Woher hat sie ihren Namen?

Die Döhnerstraße in Hamm
Correct! Wrong!

Um türkisches Essen geht es hier nicht: Benannt wurde die Straße 1904 nach dem Kaufmann August Friedrich Gustav Adolph Döhner, der auf dem Gelände ansässig war. 2017 wurde seine Frau Sophie Döhner ergänzt, die das Seniorenheim "Sophie-Döhner-Hube-Stift" gegründet hat.

5. Die Schimmelmannallee in Jenfeld trägt einen kontroversen Namen. Wieso gab es Protest gegen den Namensgeber?

Schimmelmannallee
Correct! Wrong!

Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782) zählte damals zu den reichsten Unternehmer Europas. Einen Großteil seines Vermögens machte er beim atlantischen Dreieckshandel und trug damit maßgeblich zum Sklavenhandel bei. Trotz seiner grausamen Kolonialvergangenheit sind drei Straßen in Wandsbek nach ihm benannt. Eine 2006 eingeweihte Büste zu seinen Ehren am Wandsbeker Markt wurde nach Protest der Black Community zwei Jahre später wieder abgebaut.

6. Die Troplowitzstraße ist nach einem Unternehmer und Erfinder benannt. Welche Hamburger Firma brachte er zum Erfolg?

Troplowitzstraße
Correct! Wrong!

Mit seinen Erfindungen hat Oscar Troplowitz (1863-1918) noch heute bekannte Markenprodukte eingeführt. Als 27-Jähriger kaufte er die Fabrik von Paul Carl Beiersdorf, die Wundpflaster herstellte, und die Troplowitz in einigen Jahren von einem kleinen Unternehmen mit zu einer großen Firma (1925 hatte er bereits 500 Angestellte) umbaute. Dort erfand der Apotheker Produkte wie Nivea, Labello und Klebeband, das später Tesa-Film benannt wurde. Mit seinem Vermögen setzte er sich für seine Angestellten ein und baute eine bedeutende Kunstsammlung auf. Die erbte übrigens später die Hamburger Kunsthalle.

7. Flora Neumann gilt in Hamburg als großes Vorbild. Weißt du wieso?

Flora Neumann Straße
Correct! Wrong!

Flora Neumann (1911-2005) nahm in Hamburg eine bedeutende Rolle im Kampf gegen Ungerechtigkeit ein. Die jüdische Näherin mussten im Dritten Reich mit ihrem Mann Rudolf vor den Nazis fliehen und kehrten später nach Hamburg zurück. Neben der Arbeit in ihrer Wäscherei im Karoviertel war Flora Neumann Aktivistin und Schriftstellerin. Sie hielt Vorträge an Schulen und veröffentlichte mit "Erinnern, um zu Leben" ihre Autobiografie.

8. Die grüne Heymannstraße führt vom Isebekkanal Richtung Grindelviertel. Wem verdankt sie ihren Namen?

Heymannstraße
Correct! Wrong!

Lida Heymanns (1868-1943) Engagement begann als Lehrerin an einer Armenschule. Als die Hamburgerin dort nicht mehr unterrichten durfte, eröffnete sie ein Frauenzentrum mit Mittagessen, Kinderbetreuung, Badeanstalt und Beratungsangeboten. Lida Heymann wurde zur bedeutenden Aktivistin und Sponsorin der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung. Sie setze sich für das Frauenwahlrecht und ein Verbot der Prostitution in Hamburg ein und engagierte sich gegen die Nationalsozialisten.

Quiz: Kannst du auf Hamburgs Straßen punkten?
Da geht noch was!
Gar nicht schlecht!
Du kennst Hamburgs Straßen!

Hier erfährst du mehr:
Simon von Utrecht 
Domenica Niehoff
Helga Feddersen
Friedrich Gustav Adolph Döhner
Heinrich Carl von Schimmelmann
Oscar Troplowitz‘ Erbe
Flora Neumann
Lida Heymann

Fotos: Kim Sichert & Lorenz Jeric

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Zwei Dinge hat Kim Juliana Sichert, Jahrgang 1995, immer in ihrer Tasche, wenn sie unterwegs ist: Tic Tacs und Salz. Neben ihrer Vorliebe für die kleinen Bonbons und salziges Essen hat sie ein Faible für Pferde und Fußball. Lange war sie leidenschaftliche Reiterin, jahrelang hatte sie sogar ein eigenes Pferd. Heute jubelt Kim ihrem Heimatverein Hannover 96 von der Tribüne aus zu – in Hamburg darf es auch St. Pauli sein. Nach dem Abi hospitierte sie beim Bürgerradio „Leinehertz“, produzierte etliche Beiträge und Live-Schalten und berichtete auch über Fußball. Im Anschluss studierte sie Journalismus in Magdeburg. Für ihr Auslandspraktikum verschlug es Kim drei Monate nach Afrika, wo sie eine Radiostimme von Hitradio Namibia wurde. Zum Radio würde sie gerne zurück: Das darf dann auch eine Station im regnerischen Hamburg sein. Kürzel: kis
Freudenstadt behauptet von sich, den größten Marktplatz Deutschlands zu haben, genau wie Stade. Was Stade definitiv fehlt: Es war nicht seit 1997 das Zuhause von Lorenz Jeric. Er liebt die Ćevapčići seines slowenischen Großvaters, kocht selbst aber am liebsten Käsespätzle. Nach 13 Jahren Waldorfschule zog er nach Hamburg, um einen Bachelor in Medien- und Kommunikationswissenschaft zu machen. Dabei lernte er, dass er es nicht leiden kann, Filme wissenschaftlich zu betrachten, obwohl er sie liebt. Wenn er nicht grade für eine kleine Kommunikationsagentur textet, spielt er gerne am Grindelhof Tischtennis oder fährt mit seinem Campervan Richtung Norden, möglichst ans Wasser. Zusammen mit Freunden produziert er schon seit 2017 den Podcast „Unfertig“, in dem wenig über Gott und viel über die Welt gesprochen wird. Kürzel: loc

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