Fast 15 Wochen waren die Häuser wegen Corona geschlossen. Nun starten die meisten Hamburger Programmkinos in das Sommerprogramm. Die Betreiber dürfen allerdings aufgrund der Abstandsregeln nur einen Teil der Plätze belegen.

Leere Kinosessel und dunkle Leinwände dominierten die letzten Monate die Hamburger Programmkinos. Mitte März mussten sie wegen der Corona-Pandemie schließen. Ab Morgen öffnen die meisten Häuser wieder ihre Türen. Das Studio-Kino in der Schanze eröffnet mit einer Sneak Preview am 01. Juli, das Alabama Kino auf dem Kampnagel-Gelände ab dem 02. Juli mit einem kleinen Programm.

Einige größere Kinos wie das Zeise-Kino oder das Abaton starteten schon Ende Juni in das Sommerprogramm. Im Zeise-Kino eröffnete die Premiere des neuen Films „Undine“ von Christian Petzhold in Anwesenheit des Regisseurs den Kinosommer.

Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), freut sich, dass die Kinos im Norden ihre Säle wieder öffnen. „Es gibt keinen Ort, an dem ein Film besser wirkt, ganz egal ob Blockbuster oder Arthouse. Als Cineast bekommt man ein Stück Lebensqualität zurück.“

Aktuelle Corona-Regeln dämpfen die Freude

Die Freude über das Ende der Zwangspause ist bei vielen Kinobetreiber*innen jedoch gedämpft: Auch in den Kinos muss aufgrund von bestehenden Hygienevorschriften 1,5 Meter Abstand gehalten werden. „Damit können wir in einem Kino mit 370 Plätzen 80 Leute sitzen lassen. Das ist natürlich wirtschaftlich grausam“, sagt Matthias Elwardt, Geschäftsführer des Zeise-Kinos.

Er wünscht sich, dass die Politik einlenkt und einen Abstand von einem Meter zwischen den Gästen im Saal zulässt. Mit einem Meter Abstand würde das Kino auf eine Auslastung von 50 Prozent kommen, so sind es nur gut 20 Prozent, so Elwardt. Kostendeckend kann damit kein Kino arbeiten. „Wenn wir bei der 1,50-Meter-Regelung bleiben, ist ein bundesweites Kinosterben nicht zu verhindern.“

Wegen verschobenen Filmstarts: Geringere Programmauswahl

Die Kinos dürfen theoretisch bereits seit einigen Wochen unter Einhaltung der Corona-Regeln wieder öffnen. Dass sich die meisten Programmkinos bundesweit für eine Wiedereröffnung erst am 2. Juli entschieden haben, hat auch mit den Filmstarts zu tun. Weil in Amerika alle Spielstätten geschlossen sind, haben viele Verleiher den Start vieler Filme verschoben. Dass das Filmfest in Cannes ausgefallen ist, hat das Angebot weiter ausgedünnt.

Eine Lücke füllen Autokino-Angebote, die auch in Hamburg eröffnet wurden. So bleibt das Kino immerhin im Bewusstsein der Menschen. Es werde aber wohl ein coronabedingte Alternative bleiben, die es nach der Pandemie nicht mehr geben wird, so Elbwardt. „Dafür ist das zu aufwendig und zu teuer.“ Das Zeise-Kino hatte das Autokino auf dem Heiligengeistfeld mitorganisiert.

jos/dpa

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