An Hamburgs Schulen gibt es am Donnerstag Zwischenzeugnisse – allerdings nicht für alle Schüler*innen. Die beschäftigt auch, wie es weitergeht. Findet das Abitur später statt? Und wird das Schuljahr verlängert?

Hamburgs Schüler*innen bekommen Zwischenzeugnisse, zwar nicht alle, aber das hat nicht unbedingt mit dem Lockdown zu tun. Nicht in allen Jahrgängen sind Zeugnisse am Ende des ersten Halbjahres vorgesehen. Verpflichtend sind die Zwischenzeugnisse nur in der vierten Klasse der Grundschulen, den Jahrgangsstufen sechs und zehn bis zwölf an den Gymnasien sowie neun bis 13 an den Stadtteilschulen.

Im Lockdown ist die Zeugnisübergabe allerdings keine ganz einfache Angelegenheit. Wie sie abläuft, entscheiden die Schulen selbst. Manche planen eine persönliche Übgergabe der Zeugnisse an die Schüler*innen. Die soll dann über einen Tag verteilt passieren, sodass nicht zu viele Personen gleichzeitig auf dem Gelände sind.

Die Schulbehörde empfiehlt jedoch, die Zeugnisse per Post oder digital zu versenden. Die erforderlichen Unterschriften der Erziehungsberechtigten auf den Zeugnissen können auch nachträglich geleistet werden.

Elternkammer stellt Lerndefizite fest

Auf einen Corona-Hinweis wird in den Zeugnissen verzichtet, da der Unterricht im ersten Halbjahr bis kurz vor Weihnachten relativ normal verlief. Der Lockdown fällt für die Leistungen des ersten Halbjahres nicht sonderlich ins Gewicht. Sollte die Schulen auch über den 14. Februar hinaus geschlossen bleiben, könnte das für das Jahreszeugnis jedoch anders aussehen.

Als Auswirkungen der Pandemie und des Lockdowns hat Hamburgs Elternkammer bereits Lerndefizite festgestellt. Ihr Vorschlag: Das Schuljahr verlängern. Das würde auch den Studien- und Ausbildungsstart nach hinten verschieben. Die Lehrergewerkschaft GEW sieht diesen Vorschlag skeptisch. „Ich stelle mir das schwierig vor. Wann soll das mit welchen Lehrkräften passieren“, sagt Hamburgs GEW-Chefin Anja Bensinger-Stolze.

Wie soll es weitergehen im zweiten Halbjahr?

Das hängt von den Corona-Fallzahlen ab. Während des noch mindestens bis Mitte Februar dauernden Lockdowns gibt es in Hamburg nur Distanzunterricht, alle Schüler werden also online zu Hause unterrichtet. In den Schulgebäuden selbst gibt es nur eine Notbetreuung.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) strebt jedoch an, möglichst rasch wieder Präsenzunterricht anbieten zu können. Die dritte Variante ist der Hybrid- beziehungsweise Wechselunterricht, bei dem die Kinder und Jugendlichen teils zu Hause, teils in der Schule lernen. Für die Lehrergewerkschaft GEW ist das die beste Variante – allerdings erst, wenn die Zahl der Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche auf unter 50 gesunken ist.

Verschiebung des Abiturs möglich

Und wie steht es um das Abitur? Die Länder verhandeln derzeit in der Kultusministerkonferenz über ein mögliches Vorgehen. Die Schulbehörde prüft momentan nach eigenen Angaben alle Optionen, auch eine Verschiebung des bislang für den 16. April vorgesehenen Starts der schriftlichen Prüfungen. Der Spielraum sei dabei jedoch sehr eng, sagt ein Behördensprecher.

Anders als in vielen anderen Bundesländern sei eine Verschiebung kaum möglich, „weil wir zusätzlich zu den sehr frühen Frühjahrsferien auch noch Maiferien mitten in der Prüfungszeit haben und die Möglichkeiten dadurch sehr eingeschränkt sind“. Das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hat den Start seiner schriftlichen Abiturprüfungen bereits vom 13. auf den 23. April verlegt.

jos/dpa

Titelbild: Ina Fassbender/dpa