Als Teil einer bundesweiten Aktion stellt die IG Metall 2.000 Stühle vor dem Airbuswerk in Finkenwerder auf. Der Protest richtet sich gegen den geplanten massiven Stellenabbau beim Flugzeughersteller.

Am Mittwoch versammelten sich etwa 100 Mitarbeiter*innen des Flugzeugbauers Airbus Hamburg vor den Werkstoren in Finkenwerder. Dort stellte die Gewerkschaft IG Metall im Rahmen einer bundesweiten Aktion 2.000 leere Stühle auf. Die Stühle standen symbolisch für die etwa 2.300 Stellen, die Airbus in Hamburg abbauen will. An den Stuhllehnen klebten Fotos der Angestellten und selbstgemalte Bilder ihrer Kinder.

Grund für die geplanten Entlassungen ist die Corona-Krise. Guillaume Faury, Vorstandschef von Airbus, hatte sie als die schwerste Krise, die die Luftfahrt je erlebt habe, bezeichnet. Die IG Metall teilte schon Ende Juni mit, man wolle den Stellenabbau nicht hinnehmen. „Das Virus darf nicht als Vorwand für Einschnitte dienen, um auf Kosten der Beschäftigten die geplanten Renditeziele zu erreichen“, so Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall. „Reflexartig mit Arbeitsplatzabbau zu reagieren, ist kurzsichtig und gefährdet die Zukunft von Airbus.“

Besser Kurzarbeit statt Stellenabbau

Statt Stellenabbau fordert die Gewerkschaft beispielsweise weitere Kurzarbeit, Ausstiegsmöglichkeiten für rentennahe Angestellte oder eine tarifliche Absenkung der Arbeitszeit. Das sei auch im Interesse des Unternehmens, denn ohne die tausenden Fachkräfte könne Airbus langfristig nicht im internationalen Wettbewerb bestehen.

Das Werk in Hamburg ist laut Airbus mit über 12.000 Mitarbeiter*innen der weltweit drittgrößte Luftfahrtstandort des Flugzeugherstellers. Airbus sei damit „der größte industrielle Arbeitgeber Hamburgs“ und gehöre auch zu den Touristenattraktionen der Stadt.

pia/dpa

Titelbild: Christian Charisius/dpa

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Am liebsten genießt Pia Röpke, geboren 1993 in Hamburg, die Ruhe und meditiert. Nach der Ausbildung zur Medienkauffrau beim Spiegel schlug sie ein Jobangebot dort aus und entschied sich stattdessen für die Universität. Beim Thema blieb sie aber: In Lüneburg studierte sie Digital Media, in Hongkong Creative Media. Dort entdeckte sie Achtsamkeit, Yoga und Spiritualität für sich. Das half ihr dabei, sich zu entspannen, wenn die gierige Millionenstadt zu stressig wurde. Seitdem ist sie überzeugt, dass Selbstreflexion nicht nur für sie heilsam ist, sondern auch für den Rest der Welt wichtig wäre, um die Digitalisierung sinnvoll zu gestalten. Um Digitales und Fundraising kümmert Pia sich für die Organisation Kanduyi Children e.V., die Kindern in Kenia Bildung ermöglicht.