Donald Trump oder Joe Biden? Eine Frage, die sich die US-Bürger*innen stellen mussten. Nach vier Jahren gibt es einen neuen Präsidenten. FINK.HAMBURG hat nachgefragt: Worauf achten junge Amerikaner*innen bei ihrer Wahl?

Die einen sind Fans, die anderen Pragmaten: Warum haben US-Bürger*innen bei der US-Wahl 2020 für Trump oder Biden gestimmt? FINK.HAMBURG hat bei drei jungen Amerikaner*innen nachgefragt.

Ein Präsident, der sich nicht für unfehlbar hält

Der 21-jährige Student Julen Idoate ist in einer Kleinstadt in Montana aufgewachsen. Die ungefähr 400 Einwohner*innen sind, wie Idoate sagt, hauptsächlich konservativ und stimmen für die Seite der Republikaner. Er hat aber bei den Demokraten sein Kreuz gemacht.

„Ich möchte, dass der neue Präsident auf die Bedenken hinsichtlich des Corona-Virus eingeht. Ich möchte, dass die Gesundheitsversorgung allgemein verfügbar ist und ich möchte, dass die Menschen einen angemessenen Lohn bekommen. Amerika spaltet sich immer mehr. Wir sind am Wendepunkt und wir brauchen einige Änderungen. Ich bin kein Fan von Biden, aber ich hoffe, er wird das Land besser führen. Ich suche einen Präsidenten, der nicht immer behauptet, er sei perfekt.“

Trump, um sich nicht abgehängt zu fühlen

Der 26-jährige Robbie Narducci ist Landwirt aus Stockten, Kalifornien. Der Staat gilt als einer der liberaleren Bundesstaaten in den USA. Narducci hingegen sieht sich als Republikaner und hält daran fest – auch unter Trump. Für Narducci steht Trump für Landwirt*innen ein, die sich von den Menschen in den Großsstädten abgehängt fühlen.
„Einige Dinge, die er sagt, sind nicht in Ordnung. Aber ich kenne Hundert Leute in meinem Umfeld, die wesentlich schlimmere Dinge gesagt haben. Es ist also nicht so schlimm, wie es immer dargestellt wird. Durch die demokratisch dominierten Nachrichtensender werden wir oft als Verschwörungstheoretiker*innen angesehen und nicht wirklich ernst genommen. Während der nächsten Präsidentschaft erwarte ich ehrliche Berichterstattung, Transparenz und Gleichheit für alle. Unsere Zahlen an Arbeitslosen sind hoch, zu hoch. Viele Leute in meinem Ort betrieben Landwirtschaft. Auch meine Familie. Doch die Situation verschlechtert sich wegen der Menschen, die aus den Städten in die Provinz ziehen. Das Land wurde uns irgendwann weggenommen und wir mussten uns einen anderen landwirtschaftlichen Zweig suchen.“

Biden wird den Wissenschaftler*innen zuhören

Die 24-jährige Studentin Mia Lupo hat mexikanische Wurzeln und ist im zentralen Tal von Kalifornien aufgewachsen, in einer großen Latinx-Nachbarschaft. Sie habe besonders darunter gelitten, als Trump begann, Latinos zu diskiminieren.

„Ich bin moralisch verpflichtet, für Joe Biden zu stimmen. Denn eine Stimme für Trump wäre eine Stimme für im Grunde alle Formen der Diskriminierung von Personen, die keine weißen, heterosexuellen, christlichen Männer mit Cis-Geschlecht sind. Biden ist nicht meine erste Wahl, aber er gibt zu, dass es in den USA ein Problem des systematischen Rassismus gibt. Das überzeugt mich. Auch sein Umgang mit dem Corona-Virus spricht mich an. Biden wird den Wissenschaftler*innen zuhören und sicherstellen dass alle Amerikaner kostenlosen Zugang bekommen, wenn ein Impfstoff verfügbar ist. Trump und seine Mitarbeiter*innen haben uns gezeigt hat, wie zerbrechlich unser System wirklich ist. Ich hoffe Joe Biden und Kamala Harris finden Wege, um unsere Demokratie zu sichern.“

Beitragsbild: Unsplash

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