Einer der ersten obdachlosen Mensch erfror im Schanzenpark. Das angrenzende Kulturzentrum „Schroedingers“ öffnete am 8. Februar genau dort seine Pforten für Menschen ohne Obdach. FINK.HAMBURG war vor Ort.

Das Kulturhaus „Schroedingers“ reagierte schnell auf die eisigen Wintertemperaturen in Hamburg. Am 8. Februar hatten Claudia Mohr und ihr Mann John Schierhorn, Inhaber*innen des Kulturhauses, via Social Media dazu aufgerufen, unter anderem warme Kleidung, Matratzen, Isomatten oder Schlafsäcke zu spenden. Jetzt platzt das Materiallager schon aus allen Nähten. Unterstützen kann man die Einrichtung weiterhin mit einer Geldspende.

Im November 2019 übernahmen Claudia Mohr und John Schierhorn das Kulturhaus Sternchance. Im März vergangen Jahres wollten die Beiden und ihr Team das „Schroedingers“ feierlich eröffnen. Dann kam Corona. Als neue Betreiber*innen nehmen sie weiter die gesellschaftliche Verantwortung als gemeinnütziger Verein im Stadtteil wahr: Im „Schroedingers“ finden regelmäßig Kultur- und Musikveranstaltungen, Bildungskurse sowie soziale Projekte für alle Altersklassen statt.

Mohr arbeitet im Vorstand des Clubkombinats, ihr Mann ist bei der Clubstiftung tätig. Sie sind auch Betreiber*innen des Waagenbaus an der Sternbrücke und kennen sich bestens aus mit schneller und kreativer Planung: Schon Anfang März 2020 reagierte das „Schroedingers“ rasant auf die Covid-19-Pandemie. Seitdem gibt es in Kooperation mit der Hamburger Tafel und dem Arbeiter-Samariter-Bund drei Mal wöchentlich eine Essensausgabe für Bedürftige.

„Alle, die hierher kommen, freuen sich extrem, dass sie eine Anlaufstelle haben“

Seit dem 8. Februar gibt es im „Schroedingers“ auch ein Winternotprogramm. Im Außenbereich, wo im Sommer eigentlich Musikbegeisterte tanzen, stehen 18 Zelte für Menschen ohne Obdach. Das Kulturhaus bietet im Schanzenpark Bedürftigen warme Mahlzeiten, eine Unterkunft, ein Feuer – und bald auch ein Waschhaus. Das Besondere: Im Gegensatz zu vielen anderen Unterkünften dürfen die Gäste ihre Hunde mitbringen. Auch für das tierische Wohl ist gesorgt. Denn: Auch Leckerli, Hundeleinen und Pullover für die Vierbeiner wurden gespendet.

Du möchtest helfen?
Viele Menschen ohne Obdach haben keinen Internetzugang und werden nicht auf das Winternotprogramm im „Schroedingers“ aufmerksam. Sprich Menschen auf der Straße direkt an und erzähle ihnen davon. Unter der Nummer 0176 570 43 233 können Platzanfragen direkt beim „Schroedingers“ gestellt werden. Auf dem Instagram-Profil vom „Schroedingers“ wird immer aktuell nach benötigten Sachspenden gefragt.

Titelbild: Jonathan Schanz

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Marie Filine Abel, geboren 1992 in Hamburg, diskutiert leidenschaftlich gern: Mit einem Verschwörungstheoretiker im Flugzeug über Aliens, mit Margarete Stokowski via Instagram über die feministischen Implikationen jungfräulicher Cocktails, oder beim Kartenspiel am Küchentisch. Zwischen den Zeilen zu lesen hat sie während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Lüneburg gelernt. Sie hospitierte am Hamburger Schauspielhaus in der Regie und interviewte für das Stadtmagazin „Szene Hamburg“ Künstler, Krippensammler und Klimaaktivisten. Da war klar: Marie will als Journalistin Anderen Raum für ihre Geschichten geben. Eine sein, die den Mund aufmacht und auf Missstände hinweist - ganz so, wie sie es in ihrer Kindheit aus Musikkassetten von Hannes Wader oder Fredrik Vahle gelernt hat. Kürzel: mfa
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Jonathan Schanz, Jahrgang 1993, macht fast alles mit dem Fahrrad – er transportiert sogar Kleiderschrankteile und fährt in den Urlaub bis nach Madrid. Generell hinterlässt der gebürtige Darmstädter im Alltag einen kleinen ökologischen Fußabdruck, da war das Studium der Umweltwissenschaften in Lüneburg nur die logische Konsequenz. Auch sonst liebt er es, seine Umwelt zu erkunden – ob beim Bouldern oder mit einer seiner fünf Analogkameras. Beruflich spielt die Kamera ebenfalls für Jonathan eine wichtige Rolle: Für den NDR und das junge Onlineformat Funk hat er Videobeiträge darüber produziert, wie man safen Sex hat und wie ungesund es ist, Shisha zu rauchen. Im Newsroom ist er als Ordnungsfreak bekannt, sein aufgeräumter Desktop ist der beste Beweis. Kürzel: jos

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