In Hamburg wird das Winternotprogramm für Obdachlose ausgeweitet: Ab Montag stehen zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Etwa 80 obdachlose Menschen kommen mittlerweile spendenfinanziert in Hotels unter.

Neben dem regulären Winternotprogramm stehen ab Montag weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Obdachlose bereit: Bis zu 35 Personen mit starken psychischen und körperlichen Einschränkungen können am neuen Standort einzeln untergebracht werden und soziale Beratung erhalten. Dies teilte die Sozialbehörde am Sonntag mit. Das Angebot soll insbesondere denen helfen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen trotz der Kälte weiter auf der Straße leben.

Obdachlose in leerstehenden Hotels unterzubringen, wie es CDU, Linke und Wohlfahrtverbände bereits seit Anfang Januar fordern, lehnt die Sozialbehörde weiterhin ab. Spendenfinanziert konnten bisher jedoch fast 80 Menschen in Hotels untergebracht werden: Nach der Spende des Hamburger Unternehmens Reemtsma sind mithilfe der Hilfseinrichtung Alimaus, dem Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“, der Diakonie Hamburg und der Caritas bereits im Dezember rund 60 Obdachlose in Hotels untergekommen. Der Verein Straßenblues hat nun nachgezogen und kann mithilfe von über Weihnachten gesammelten Spenden 20 weitere Hotelzimmer für Obdachlose finanzieren.

Elf tote Obdachlose in Hamburg

Mindestens elf Obdachlose sind seit Dezember auf Hamburger Straßen gestorben, wie das Straßenmagazin Hinz&Kunzt berichtet. Viele auf der Straße Lebende meiden die Obdachloseunterkünfte aus verschiedenen Gründen. In diesem Winter kommt die Ansteckungsgefahr vor dem Corona-Virus in den Mehrbettzimmern hinzu.

Wiederholt hatten CDU und Linke deshalb gefordert, Obdachlose in leeren Hotelzimmern unterzubringen. Diese Forderung hatte die rot-grüne Regierung immer wieder abgelehnt, da eine Sozialberatung unter diesen Umständen nicht möglich sei.

esk/dpa

Titelbild: Pixabay

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Wenn Eva Seuken, Jahrgang 1993, Stress abbauen will, dreht sie die Musik laut und singt drauf los. Regelmäßig trainiert sie dafür in einem Frauen-Pop-Chor. Aufgewachsen ist Eva am Niederrhein, und noch immer versucht sie regelmäßig dort vorbeizuschauen, zum Beispiel zum Doppelkopfspiel mit Oma Maria. Zum Studium ging es nach Düsseldorf. Deutsch als Nebenfach war ihr schnell zu langweilig, sie blieb bei Englisch und ergänzte es mit Musikwissenschaft. Auf dem Klavier kann Eva zur Not immer noch „My heart will go on“ spielen. Nach dem Bachelor erstellte sie Marketingpläne für Zahnärzte in einer Werbeagentur, zuerst als Volontärin, später als Redakteurin. Im Büro war sie auch für die Musikauswahl zuständig – und sang gelegentlich laut mit. Kürzel: esk