Eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft Hamburg soll mit Drogen gehandelt und vertrauliche Informationen weitergegeben haben. Sie wurde vergangenen Montag vorläufig festgenommen. Offenbar handelte sie nicht alleine.

Eine 29-jährige Mitarbeiterin der Hamburger Staatsanwaltschaft ist am gestrigen Montag vorläufig festgenommen worden. Die Angestellte der Betäubungsmittelabteilung soll mit Drogen gehandelt und interne Informationen weitergegeben haben. Sie habe interne Informationen genutzt haben, um ihren eigenen Drogenhandel abzusichern, so die Staatsanwaltschaft.

Vertrauliche Informationen weitergegeben

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sei die 29-jährige Servicemitarbeiterin vorläufig festgenommen worden: „Ihr Zugang zu sämtlichen elektronischen Systemen wurde gesperrt, Schlüssel und Dienstausweis musste sie abgeben.“

Im Zuge der Ermittlungen wurden drei weitere Männer vorläufig festgenommen. Offenbar profitierten sie von den exklusiven Einblicken der Mitarbeiterin. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, leitete die 29-Jährige „Informationen, die sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit erlangt hatte, an die übrigen Beschuldigten weiter.“ Einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ zufolge handelte die beschuldigte Servicemitarbeiterin aus Liebe – einer der vorläufig festgenommenen Männer sei wohl ihr Freund.

Drogen bequem nach Hause per Auto

Die Beschuldigten sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft gemeinsam mit Marihuana und Kokain gehandelt haben. Demnach wurden die Drogen nach vorheriger telefonischer Bestellung mit dem Auto direkt zu den Endabnehmer*innen gebracht.

Bereits Ende Oktober des vergangenen Jahres hatte Hamburgs Generalstaatsanwalt Jörg Fröhlich die Ermittlungen an sich gezogen – am vergangenen Mittwoch wurden dann sieben Objekte untersucht, darunter auch der Arbeitsplatz der 29-jährigen Mitarbeiterin. Bei den Durchsuchungen seien unter anderem knapp 40 Gramm Kokain und über 100 Gramm Marihuana gesichert worden.

Auf die Spur des Quartetts seien die Ermittler durch den Hinweis eines Informanten gekommen. Zusätzlich habe die Auswertung aus entschlüsselten „Encrochat-Dateien“ den Ermittler*innen weitere Erkenntnisse gebracht. Bereits vergangenes Jahr ist es französischen Sicherheitsbehörden gelungen, mehr als 20 Millionen dieser verschlüsselten Nachrichten zu knacken; in diesem Zuge wertete auch das Bundeskriminalamt (BKA) zahlreiche Daten aus.

aba/dpa

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