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Bund plant Elbschlickverwertung: höhere Deiche sollen entstehen. Foto: unsplash/Moritz Kindler

Die Elbschlickentsorgung ist nun Chef:innensache: Mit einem neuen Konzept will der Bund den Elbschlick für den Deichbau einsetzen. Von Umweltverbänden gibt es dafür jedoch Kritik.

Der Bund hat ein neues Konzept zur Elbschlickentsorgung vorgelegt. Es sieht vor, den Elbschlick zu Klei weiterzuverarbeiten. Dann könnte er als Baustoff für Deiche eingesetzt werden. Bisher muss der Schlick mit hohem Kostenaufwand um den Hamburger Hafen ausgebaggert werden, um die Leistungsfähigkeit des Hafens zu gewährleisten. Das Schlickproblem ist unter anderem auf die Elbvertiefungen zurückzuführen.

Entsorgung: Kompliziert und teuer

Die mehrere Millionen Tonnen Schlick werden meist gleich hinter der Hamburger Landesgrenze entsorgt. Nach wenigen Wochen würde der Schlick jedoch wieder zurückgespült werden. Diese „Kreislaufbaggerei“ ist für „Bund und Länder eine sehr teure Angelegenheit, die eigentlich keinen Sinn macht“, sagte Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. Für den Deichbau könne man allerdings nur Elbschlick aus der Unterelbe, die wenig schadstoffbelastet ist, einsetzten.

Der schadstoffbelastete Schlick direkt aus dem Hamburger Hafen muss hingegen weiterhin deponiert werden. Hamburg wollte dafür zunächst eine Deponie vor der Insel Scharhörn einrichten. Diesen Vorschlag sagte der Bund wegen Umweltbedenken ab. Stattdessen sieht er laut Ferlemann eine Deponie weit weg von der norddeutschen Küste vor. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) unterstützt dieses Vorhaben und plädierte für eine nationale Hafenkooperation.

Kritik von Umweltverbänden

Die Umweltverbände Bund, Nabu und WWF kritisieren die Hintergründe des Konzepts: Es ginge nicht darum, den Naturraum der Tideelbe zu schützen, sondern die Wirtschaftlichkeit des Hafens zu sichern. Die Elbe sei am Ende, der Fluss mit Flora und Fauna größtenteils kaputt.

dpa/mal

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Mit dem Abwasch von Tellern starten spannende Karrieren, so auch die von Michelle Albert, geboren 1996. In der „Krone“ zwischen Würzburg und ihrer Geburtsstadt Schweinfurt spülte sie vor dem Abitur regelmäßig Geschirr. Danach machte sie einen Bachelor in Medienkommunikation, Schwerpunkt Medienpsychologie, an der Uni Würzburg, mit einem Gastaufenthalt in Kolumbien. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte Michelle als Werbetexterin. Vor allem aber ist sie viel unterwegs: Sie schlief in einer Hängematte in Ruanda, sprang von der höchsten Bungeebrücke der Welt in Südafrika und beobachtete in Guatemala einen Vulkanausbruch. Auch ehrenamtlich fliegt sie viel, aber mit Kühlkoffer statt Backpack: Als Kurierin liefert sie weltweit Stammzellen für Krebspatienten aus. (Kürzel: mal)

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