Content gegen Geld posten: Auf der Plattform Onlyfans ist das möglich. FINK.HAMBURG hat mit Maria Hennig über ihren Onlyfans-Account gesprochen, auf dem sie Aktfotografien von sich zeigt. Kann man davon leben?

Ein Interview von Michelle Albert und Lukas Barth

Auch schon von Onlyfans gehört? Ähnlich zu Instagram oder Facebook können auf der Plattform Bilder oder Videos geteilt werden. Die Nutzer:innen entscheiden jedoch selbst, ob ihre Inhalte gegen eine monatliche Abogebühr zu sehen sind oder kostenfrei zugänglich sind.

Ursprünglich wurde die Plattform von Tim Stokely dafür konzipiert, dass Medienschaffende nicht auf Werbung oder Produktplatzierungen angewiesen sind. Im Laufe der Zeit haben sich bei Onlyfans vor allem erotische Inhalte gegen eine Abogebühr durchgesetzt.

Die Hamburgerin Maria Hennig ist auch auf der Plattform aktiv. Maria studiert Modedesign an der HAW Hamburg und hat durch die Corona-Pandemie ihren Nebenjob verloren. Daraufhin legte sie ihren Account „Salty Girl“ an, auf dem sie Aktbilder von sich postet. Gegen eine Gebühr kann man sie anschauen.

Im Interview mit den FINK.HAMBURG-Redakteur:innen Michelle und Lukas erzählt sie uns, wie die Plattform funktioniert, wie viel Geld sie verdient und welche Erfahrungen sie bisher gesammelt hat.

FINK.HAMBURG: Wie bist du zu Onlyfans gekommen?

Maria Hennig: Schuld war die Corona-Pandemie. Mein Job ist weggebrochen und dann habe ich mit einer Freundin gescherzt, warum wir nicht getragene Socken oder Wäsche verkaufen. Nach einer kleinen Recherche haben wir uns auf speziellen Seiten angemeldet. Allerdings war der Kontakt zu den Leuten sehr suspekt.

Dann hat mir jemand von einer Freundin erzählt, die ihren Lebensunterhalt mit Onlyfans verdienen würde. Ich hatte schon vorher ein paar Aktbilder gemacht, die aber auf meinem Insta-Account keinen Anschluss finden würden, dort poste ich eher Porträts. Und bevor meine Bilder auf der Festplatte verstauben, wollte ich es mal versuchen. Ich war überrascht, wie gut es lief.

Wie werden Nutzer:innen auf dich aufmerksam?

Maria: Onlyfans macht für einen keine Werbung. Ich hatte schon ein paar Follower auf Instagram und habe dort etwas Werbung für mich gemacht. Bisher läuft das auch ganz gut. Außerdem kenne ich einen Radiomoderator aus Frankfurt, der mich zum Thema interviewt hat, weswegen wieder neue Follower gekommen sind. Daraufhin haben sich dann auch ein paar Fernsehsender gemeldet, unter anderem das Frühstücksfernsehen auf Sat 1. Dort habe ich ebenfalls über meine Erfahrungen bei Onlyfans geredet. Dank des kurzen Auftritts kamen viele Follower, die in erster Linie neugierig waren, was ich da mache. Nach einiger Zeit relativierte sich das Interesse dann wieder.

„Kein pornöser Content“

Was für Content teilst du und wie oft produzierst du etwas?

Maria: Ich poste Teilaktbilder bis Aktbilder. Ich sitze nicht breitbeinig vor der Kamera. Mit oben ohne habe ich gar kein Problem. Ich gehe ja auch in die Sauna oder lieg mal am Strand oben ohne. In Hamburg habe ich befreundete Fotografen, mit denen ich regelmäßig Shootings habe. Die vorproduzierten Bilder poste ich dann nach und nach. Ich poste aber generell das, worauf ich Lust habe und auch nur, wenn ich will. Ab und zu mache ich Schnappschüsse mit dem Handy und verschicke sie als Directmessage an die Follower. Das versehe ich dann auch mit einer Paywall.

Auf deinem Kanal sind also keine Selfies zu finden?

Maria: Ich bin zwar kein professionelles Model, aber insgesamt habe ich den Anspruch, dass die Fotos gut sind. Ich finde es richtig, dass ich nur dafür Geld verlange, wenn die Bilder auch eine bestimmte Qualität haben. Es ist aber auch ok, wenn mal zwischendurch ein Selfie.

Postest du nur Fotos oder bietest du da auch andere Services auf der Plattform an?

Maria: Es sind nur Fotos. Wenn ich mal ein Video poste, sind es Behind-The-Scenes-Videos von den Shootings. Ich hab auch mal mit einem Abbonenten geschrieben. Die Situation war eigentlich ganz witzig, weil ich dabei mit meinem Mitbewohner in der Küche saß. Ich habe aber gemerkt, dass das nicht mein Ding ist. Auch Skype-Calls mache ich nicht. Wenn ich nach einer Anfrage absage, sind jedoch alle super nett. Das kennt man von anderen Plattformen nicht immer.

Vergrößern

onlyfans, maria hennig

Maria Hennig

Wie viel Geld kann man mit Onlyfans verdienen?

Ist Onlyfans deine einzige Einnahmequelle?

Maria: Momentan ja. Es fließt auch viel Arbeit hinein. Die Shooting sind zeitaufwendig, da man die Location, den Zeitpunkt und Acessoires auswählen muss. Aber man kann ja alles vorproduzieren – auch die Posts über einen Kalender. Ähnlich wie bei anderen Plattformen wird es dann automatisch geteilt.

Wie viel Geld verdienst du?

Maria: Meinen Kanal kann man für knapp zehn Dollar im Monat abonnieren. Wenn man direkt drei Monate bucht, gibt es fünf Prozent Rabatt, bei sechs Monaten sind zehn Prozent. Alles, was an Zahlungen reinkommt, geht zu 20 Prozent an Onlyfans, wie in einer Agentur. Am Anfang gab es auch paar Leute, die gefragt haben, ob ich das auch anders regeln könnte und nicht über Onlyfans. Ich habe das auch probiert, über eine andere Plattform. Aber das war sehr viel Aufwand. Dort konnten mir die Leute auch nicht zusätzlich für einzelne Bilder Geld überlassen und ich konnte keinen Text zum Bild posten.

Hast du auch schon einmal negative Erfahrungen gemacht?

Maria: Tatsächlich noch gar nicht. Glück gehabt! Ob Screenshots meiner Bilder im Netz zu finden sind, weiß ich allerdings nicht. Die Gefahr besteht natürlich immer. Sollte das passieren, muss ich dann einfach dahinter stehen. Schließlich sieht man auf den Bildern nichts, wofür ich mich schäme.

Wie setzt sich deine Followerschaft zusammen?

Maria: Ich nehme an, die meisten Follower sind männlich. Man hat keine Insights über Geschlecht, Alter oder Herkunft, so wie das bei Instagram der Fall ist. Ich kann lediglich die Nutzernamen sehen, aber die sind oft kryptisch. Außerdem sieht man die Zahlungseingänge und wer den Kanal neu oder wieder abonniert.

Wissen deine Freunde und Familie von deinem Nebenjob?

Maria: Die wissen alle davon. Meine Mutter untersützt mich da total. Selbst meine Oma weiß davon.

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